Die Wochenzeitung «Die Zeit» hatte berichtet, ein Museumssprecher habe gesagt, kurz vor der Eröffnung der Ausstellung «Fremde? Bilder von den Anderen in Deutschland und Frankreich seit 1871» sei eine große Texttafel auf Wunsch des Kulturstaatsministers ausgetauscht worden. Neumann habe auch die neue Formulierung geliefert.

Der Präsident der Stiftung Deutsches Historisches Museum, Hans Ottomeyer, teilte dagegen mit, wie immer vor solchen Terminen habe er Neumanns Referat die Ausstellungstexte zur Verfügung gestellt. Berechtigte Rückfragen habe er zum Anlass genommen, «in eigener Verantwortung Modifizierungen vorzunehmen». Für die entsprechenden Hinweise sei er «dankbar» gewesen.

Ottomeyer betonte: «Eine politische Einflussnahme oder gar eine Zensur hat zu keinem Zeitpunkt stattgefunden. Staatsminister Neumann hat in diesem Zusammenhang überhaupt keine Rolle gespielt.»

Laut der «Zeit» lautete der vom Museum ursprünglich vorgesehene Text: «Neue Gesetze über Staatsangehörigkeit und Zuwanderung schufen erst seit der Jahrtausendwende die neuen Rechtsgrundlagen. Während innerhalb Europas die Grenzen verschwinden, schottet sich die Gemeinschaft der EU zunehmend nach außen ab. Die Festung Europa soll Flüchtlingen verschlossen bleiben.»

In der nun ausgestellten Version seien die letzten beiden Sätze gestrichen und durch folgenden Satz ersetzt worden: «Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge fördert seitdem staatlicherseits die Integration von Zuwanderern in Deutschland.»

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