Den Angaben von «Bild» zufolge wird Okaz ausgezeichnet, weil er der Gerichtsverhandlung gegen den Mörder seiner Frau bewundernswert ruhig beiwohnte. Der «Genc-Preis für friedliches Miteinander» wird seit 2008 alle zwei Jahre vergeben. Er ist benannt nach der Familie Genc, auf deren Haus im nordrhein-westfälischen Solingen 1993 Rechtsextreme einen Brandanschlag verübten. Der Preis soll in diesem Jahr am 2. Juni in Frankfurt verliehen werden.
Marwa El-Sherbini war am 1. Juli vorigen Jahres während einer Verhandlung im Landgericht Dresden von einem aus Russland stammenden Spätaussiedler Alex W. mit einem Küchenmesser erstochen worden. Der 29-jährige Täter wurde im November wegen Mordes an der Ägypterin und versuchten Mordes an ihrem Ehemann zu einer lebenslangen Haftstrafe mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld verurteilt. Der Täter hatte aus Fremdenhass gehandelt.
Der Witwer war während der Verhandlung am 1. Juli im Tumult auch versehentlich von einem Bundespolizisten angeschossen worden, der Täter und Opfer nicht auseinanderhalten konnte. In der Verhandlung ging es um eine Geldstrafe wegen Beleidigung, gegen die Alex W. Berufung eingelegt hatte. Er hatte die Ägypterin auf einem Spielplatz fremdenfeindlich beleidigt.
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