Raumfahrt, Astronomie

In Katastrophenfilmen ist der Fall eines bevorstehenden Asteroiden-Einschlags auf der Erde mehr als einmal durchgespielt worden.

14.11.2016 - 17:44:05

Gefahr aus dem All? - Forscher wollen Asteroiden ablenken. Was die Menschheit tatsächlich tun könnte, wollen Forscher dringend ausprobieren.

Berlin - Forscher wollen für den Fall eines drohenden Asteroiden-Einschlags auf der Erde gewappnet sein. Sie haben sich dafür ausgesprochen, in einer Mission einen Asteroiden zu erkunden und von seiner Bahn abzulenken.

«Wenn wir uns jetzt nicht Maßnahmen überlegen, hat die Generation nach uns ein Problem», sagte Kai Wünnemann vom Museum für Naturkunde in Berlin. Bei einem Einschlag handle es sich um «eine der wenigen vorhersagbaren Naturkatastrophen».

Wünnemann ist einer von Dutzenden Experten aus dem In- und Ausland, die einen Offenen Brief zum Thema unterzeichneten. Sie gehen davon aus, dass etwa 1700 erdnahe Asteroiden der Erde gefährlich werden könnten. Ziel sei es, herauszufinden, ob sich der Kurs eines Asteroiden tatsächlich verändern lasse. Sorgen bereiten den Forschern vor allem kleine, noch unentdeckte Asteroiden. Jene mit Durchmessern von mehr als einem Kilometer seien bekannt - sie drohten in den nächsten 100 bis 200 Jahren nicht zum Problem zu werden, sagte Alan Harris vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Hintergrund der Forderungen sind anstehende Entscheidungen über Budgetfragen der europäischen Raumfahrtagentur Esa. Bei einem Ministertreffen der 22 Esa-Staaten und Kanadas stehen Anfang Dezember Vorschläge für die Weltraum-Programme der kommenden Jahre auf der Tagesordnung. Darunter ist laut Angaben die noch nicht genehmigte Asteroidenmission AIM. Sie wäre der europäische Beitrag für ein internationales Vorhaben.

Die Esa-Mission sieht unter anderem vor, ab 2020 ein Doppel-Asteroidensystem zu erkunden. Über Eigenschaften wie Dichte und Porosität sei bislang wenig bekannt, erläuterten die Forscher. In der daran anschließenden Mission der US-Raumfahrtbehörde Nasa soll eine Sonde auf dem kleineren der Asteroiden einschlagen und ihn von seiner Bahn ablenken. Die Kosten für das gesamte europäische Vorhaben bezifferte Cornelius Schalinski vom Raumfahrtunternehmen OHB am Montag auf 250 Millionen Euro.

Von der Mission erhoffen sich die Forscher neben dem Erproben der Technik bessere Simulationen: Anhand der Daten könnte im Modell genauer berechnet werden, wie sich ein Himmelskörper im Fall des Falles verhalten würde. Mit AIM könne man zudem anknüpfen an die Erfahrungen der kürzlich beendeten Rosetta-Mission, hieß es.

Wie die Folgen eines Einschlags aussehen könnten, ließ 2013 allein schon die Explosion eines etwa 20 Meter großen Meteoriten über der russischen Millionenstadt Tscheljabinsk erahnen: Rund 7000 Gebäude wurden beschädigt, etwa 1500 Menschen verletzt. Die Explosion soll die zerstörerische Kraft von 30 bis 40 Hiroshima-Atombomben gehabt haben. Es wird angenommen, dass es auch ein Asteroiden-Einschlag war, der den Dinosauriern vor Millionen Jahren den Garaus machte.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Raumfrachter «Dragon» von Weltraumstation ISS zurückgekehrt. Nach Angaben seines Betreibers, der Firma SpaceX, landete der unbemannte Frachter im Pazifik vor Kalifornien. «Dragon» war im August mit fast 3000 Kilogramm Proviant für die ISS-Astronauten und Zubehör für wissenschaftliche Experimente vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral gestartet. Das Material ermöglicht Versuche, von denen sich Mediziner unter anderen eine neue Behandlung der Parkinson-Krankheit erhoffen. Washington - Nach vier Wochen im All ist der Raumfrachter «Dragon» von der Raumstation ISS zur Erde zurückgekehrt. (Politik, 17.09.2017 - 20:40) weiterlesen...

Dienstende nach 20 Jahren - Letztes Signal: Nasa-Sonde «Cassini» in Saturn gestürzt. Jetzt hat sich die Sonde spektakulär verabschiedet. Die Nasa-Manager sind stolz und wehmütig - «danke für die Forschung». Mehr als zehn Jahre lang hat «Cassini» den Saturn mit seinen Ringen und Monden erforscht und Wissenschaftler mit immer neuen Entdeckungen begeistert. (Politik, 15.09.2017 - 15:36) weiterlesen...

«Letztes Abtauchen» - Nach 20 Jahren: Sonde «Cassini» ist auf den Saturn gestürzt. Das letzte Signal der Sonde ging um 13.55 Uhr MESZ via Radiowellen im Kontrollzentrum der US-Raumfahrtbehörde Nasa im kalifornischen Pasadena ein. Washington - Rund 20 Jahre nach ihrem Start ist die Raumsonde «Cassini» kontrolliert in den Saturn gestürzt. (Politik, 15.09.2017 - 14:28) weiterlesen...

«Letztes Abtauchen» - Nach 20 Jahren: Sonde «Cassini» soll auf den Saturn stürzen. Das «letzte Abtauchen» beginnt nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa um 10.37 Uhr MESZ. Washington - Rund 20 Jahre nach ihrem Start soll die Raumsonde «Cassini» heute kontrolliert auf den Saturn stürzen. (Politik, 15.09.2017 - 14:20) weiterlesen...

Erkundung des Roten Planeten - «Curiosity»-Rover klettert auf einen Mars-Berg Washington - Der Mars-Rover «Curiosity» erklimmt neue Höhen: 65 Meter - so viel wie etwa 20 Stockwerke eines Hauses - werde der Roboter in den kommenden Wochen erklimmen, um auf einen Bergrücken zu gelangen, teilte die US-Raumfahrtbehörde Nasa mit. (Wissenschaft, 15.09.2017 - 11:39) weiterlesen...

Nasa-Sonde «Cassini» soll auf den Saturn stürzen. Das «letzte Abtauchen» ist nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa gegen 10.37 Uhr deutscher Zeit geplant. Bis zuletzt sollen mehrere wissenschaftliche Instrumente an Bord von «Cassini» arbeiten und Daten zur Erde senden. «Cassini» war 1997 gestartet und 2004 in der Umlaufbahn des Saturn angekommen. Zum Abschluss der Mission war sie 22 Mal zwischen dem Planeten und seinen Ringen hindurchgetaucht - eine Region, in der zuvor noch nie eine Sonde war. Washington - Abschied von «Cassini»: Die Raumsonde soll heute rund 20 Jahre nach ihrem Start kontrolliert in den Saturn stürzen. (Politik, 15.09.2017 - 09:50) weiterlesen...