Auto, Verkehr

Die Konflikte von Uber mit der Taxi-Branche sind weitgehend abgeflaut.

14.12.2016 - 17:30:05

In San Francisco - Uber legt sich bei Roboterautos mit Behörden an. Doch jetzt streitet der Fahrdienst-Vermittler mit den Behörden in Kalifornien um Tests selbstfahrender Autos ohne die von ihnen geforderte Genehmigung.

San Francisco - Uber kann es nicht lassen: Der lange als «Taxi-Schreck» kritisierte Fahrdienst-Vermittler legt sich nun bei Roboterwagen-Tests mit Behörden an.

Uber brachte selbstfahrende Autos auf die Straßen seiner Heimatstadt San Francisco, ohne dafür eine Genehmigung zu beantragen. Der Chef von Ubers Roboterwagen-Programm, Anthony Levandowski, argumentierte, man brauche derzeit keine Erlaubnis, weil Menschen mit am Steuer säßen und jederzeit eingreifen könnten. Die kalifornische Verkehrsbehörde forderte dagegen, dass Uber - wie bereits 20 andere Unternehmen - eine Genehmigung einholt.

Uber erprobt bereits seit dem Spätsommer Roboterwagen-Fahrten mit Passagieren an Bord in der US-Stadt Pittsburgh, wo die Regeln anders sind. Die selbstfahrenden Autos können statt üblicher Uber-Wagen bei Bestellungen per App aufkreuzen. Jetzt weitete das Start-up die Tests auf San Francisco aus.

Levandowski verteidigte die Entscheidung, den Test ohne die spezielle Erlaubnis für den Betrieb selbstfahrender Autos zu starten, in einem Blogeintrag am Mittwoch. «Wir haben das Thema gründlich geprüft und wir glauben, dass wir keine brauchen», schrieb er. Er rief die Regulierer auf, um des Fortschritts Willen die Forderung nach Zulassungen aufzugeben.

Die kalifornische Verkehrsbehörde sieht das anders. Ihr gehe es um einen verantwortungsvollen Betrieb selbstfahrender Autos. «Es gibt ein Zulassungsverfahren, damit wir die öffentliche Sicherheit bei Tests dieser Technologie gewährleisten können», erklärte sie am Mittwoch. Die anderen Anbieter, die sich Genehmigungen besorgten - darunter auch lauter etabliere Autobauer - testen ihre Fahrzeuge ebenfalls mit Mitarbeitern am Steuern, die die Fahrten überwachen.

Das aktuelle Verfahren sieht unter anderem vor, dass die Anbieter Angaben zu Unfallsituationen machen müssen - und auch berichten, wie oft die Systeme manuell abgeschaltet wurden oder versagten.

Nicht nur Uber ist unzufrieden mit der Situation in Kalifornien: Jüngst hatte der bekannte Hacker George Hotz seine Pläne zur Vermarktung eines von ihm entwickelten Nachrüst-Systems zum autonomen Fahren aufgegeben, nachdem die Verkehrsbehörde von ihm Informationen angefordert hatte.

Uber entwickelt eigene Technologie für Roboterwagen, um in dem Geschäft der Zukunft unabhängig von Autoherstellern und möglichen Konkurrenten wie Google zu sein. Beim Ausbau seiner weltweiten Fahrdienst-Plattform war Uber immer wieder heftig mit der Taxi-Branche und Regulierern aneinandergeraten, die dem Start-up vorwarfen, gegen geltende Regeln zu verstoßen.

@ dpa.de