Gesundheit, Berlin

Berlin - Wegen der grassierenden Zika-Viren raten auch deutsche Experten Schwangeren vor Reisen in die betroffenen Länder Lateinamerikas ab.

21.01.2016 - 18:04:06

Zika-Virus: Schwangere sollten nicht in Ausbruchsgebiete reisen. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG) und das Auswärtige Amt empfehlen, Reisen in die Ausbruchsgebiete «möglichst zu vermeiden».

Sollten Reisen unvermeidlich sein, müssten sich Schwangere konsequent vor Mückenstichen schützen. Experten nehmen an, dass der von bestimmten Mücken übertragene Erreger bei Embryos im Mutterleib möglicherweise zu Schädelfehlbildungen führen kann. Bei der sogenannten Mikrozephalie ist der Kopfumfang des Kindes kleiner als normalerweise, geistige Behinderungen sind die Folge. Zuletzt wurden Fälle von Zika-Infektionen aus mehreren Ländern und Regionen Mittel- und Südamerikas gemeldet, darunter Brasilien, Kolumbien und Mexiko.

Auf die DTG-Empfehlung verwies das Berliner Robert Koch-Institut (RKI) jüngst in seinem Bulletin. Da es für Reisehinweise selbst nicht zuständig ist, empfiehlt das Institut Schwangeren, sich vor einer Reise medizinisch beraten zu lassen. Wenn schwangere Frauen bereits in betroffenen Gebieten unterwegs gewesen seien, sollten sie ihren Frauenarzt bei der Vorsorgeuntersuchung darauf hinweisen. Bei Erwachsenen verlaufen Zika-Infektionen in der Regel relativ harmlos mit leichtem Fieber und Hautausschlag.

Auch in den USA ist das Zika-Virus inzwischen aufgetaucht. Reisende haben den Erreger eingeschleppt. Im Bundesstaat Florida gebe es drei Fälle, teilte das örtliche Gesundheitsamt am Donnerstag mit. Zwei Infizierte hätten im Dezember Kolumbien besucht, ein weiterer Patient Venezuela. In den gesamten USA gibt es nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) etwa ein Dutzend Fälle. Alle Betroffenen hätten sich im Ausland angesteckt.

Gegen die Erkrankung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel. Auch die US-Behörde CDC hatte Schwangeren kürzlich von Reisen nach Lateinamerika und in die Karibik abgeraten.

Allein in Brasilien wurden seit Oktober vergangenen Jahres mehr als 11 000 Ansteckungen mit Zika-Viren nachgewiesen, hatte das Gesundheitsministerium des Landes kürzlich mitgeteilt. Parallel dazu meldeten brasilianische Behörden einen sprunghaften Anstieg von Schädel-Fehlbildungen bei Säuglingen. Ein Zusammenhang mit Zika wird vermutet - eine Mikrozephalie kann allerdings verschiedene Ursachen haben, zum Beispiel eine Rötelninfektion während der Schwangerschaft oder Genmutationen.

Die Regierung in Kolumbien teilte am Donnerstag mit, dass bislang 560 nachweislich mit dem Zika-Virus infizierte Schwangere registriert wurden. Mehr als 100 hätten ihre Kinder bereits zur Welt gebracht, sagte der stellvertretende Gesundheitsminister Fernando Ruiz. Mikrozephalie-Fälle seien dabei bisher nicht bekannt geworden. Möglicherweise würden neurologische Schäden aber erst innerhalb der nächsten Monate festgestellt.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Jede zweite Frau und jeder vierte Mann werden älter als 85. Nur ein Viertel der verstorbenen Männer wurde so alt. Das geht aus der Todesursachenstatistik hervor, die in Wiesbaden veröffentlicht wurde. Insgesamt ist die Zahl der Todesfälle gegenüber dem Vorjahr um 6,5 Prozent gestiegen. Die häufigste Todesursache war eine Herz-/Kreislauferkrankung. Zweithäufigste Todesursache waren die Krebserkrankungen: Beinahe ein Viertel aller Verstorbenen erlag einem Krebsleiden. Wiesbaden - Knapp die Hälfte aller Frauen, die 2015 in Deutschland starben, waren über 85 Jahre alt. (Politik, 19.01.2017 - 09:32) weiterlesen...

Falsch gefaltetes Eiweiß - Besonderer Creutzfeldt-Jakob-Fall erfasst - Neue Welle?. Würden Dutzende Menschen erkranken oder Zehntausende? Es waren letztlich nur etwa 230 weltweit - nun aber könnte eine weitere Erkrankungswelle folgen. Die Panik war groß, als vor gut zwei Jahrzehnten klar wurde, dass die Rinderseuche BSE auf den Menschen übertragbar ist. (Wissenschaft, 19.01.2017 - 08:26) weiterlesen...

Neue Zweifel an Lehrmeinung - Blutfette wohl doch nicht Ursache für Arterienverkalkung. Der Leiter der Herzklinik an der Medizinischen Hochschule Hannover hat eine neue Theorie zur Entstehung von Arteriosklerose entwickelt. Nach Überzeugung von Axel Haverich sind erhöhte Blutfettwerte nicht der Hauptrisiko-Faktor für Herzinfarkt oder Schlaganfall. (Wissenschaft, 17.01.2017 - 16:20) weiterlesen...

Studie: Depressionen gefährden das Herz. Sie bergen bei Männern ein ähnlich großes Risiko für Herzkreislauferkrankungen wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit, schreiben Münchner Forscher im Fachmagazin «Atherosclerosis». Forscher des Helmholtz Zentrums München, der Technischen Universität München und des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung untersuchten die Daten von 3428 Männer über einen Zeitraum von zehn Jahren. Dabei stellten sie fest, dass 15 Prozent der Herzkreislauferkrankungen mit tödlichem Verlauf von Depressionen mitverursacht worden waren. München - Depressionen gefährden auch das Herz. (Politik, 14.01.2017 - 09:52) weiterlesen...

Unterschätztes Risiko - Depression macht auch das Herz krank. Die Seelennot kann auch aufs Herz schlagen. Millionen Menschen leiden daran: Depression gilt als Volkskrankheit. (Wissenschaft, 14.01.2017 - 09:32) weiterlesen...