Tiere, Deutschland

Als Reptil des Jahres 2017 wird eine beinlose Echse mit gespaltener Zunge in den Fokus gerückt: die Blindschleiche.

22.11.2016 - 12:06:06

Beinlose Echse - Blindschleiche ist «Reptil des Jahres 2017»

Stuttgart - Sie ist weder blind, noch eine Schlange - mit der Blindschleiche ist ein zwar weit verbreitetes aber vergleichsweise unbekanntes Tier zum «Reptil des Jahres 2017» ernannt worden.

Die beinlose Echse gilt in Deutschland zwar als ungefährdet und ist noch fast flächendeckend verbreitet, wie die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) am Dienstag in Stuttgarter bekanntgab. «Allerdings scheinen die Bestände vielerorts zurückzugehen», mahnte DGHT-Vizepräsident Axel Kwet. Siedlungs- und Straßenbau bedrohten die Lebensräume der Blindschleichen.

Der Hartwurm, wie die Echse auch bezeichnet wird, komme millionenfach vor, sagte Kwet, lebe aber sehr zurückgezogen. Meist zeugten nur die auf Straßen überfahrenen Exemplare von den Reptilien, so Kwet. Oder sie werden Opfer von Mäharbeiten. Die Tiere mit dem wissenschaftlichen Namen «Anguis fragilis» bevorzugten lichte Wälder und Waldränder mit vielen Versteckplätzen, aber auch Moorlandschaften oder Streuobstwiesen.

Ihr irreführender Name Blindschleiche geht auf das althochdeutsche Wort «plint» für blendend zurück und bezieht sich auf den bleiernen Glanz ihres Körpers. Sie hat aber sehr wohl Augen. Ihr Kopf und ihre gespaltene Zunge erinnern zwar an Schlangen, genetisch sind die Kriechtiere aber mit diesen kein Stück verwandt. Weil sie sich von Nacktschnecken, Regenwürmern und Insekten ernähren, gelten sie als Gartenhelfer. Ihre Feinde sind der Fuchs, der Dachs oder Greifvögel.

Die DGHT benennt im Wechsel das Reptil oder den Lurch des Jahres. Zum Start 2006 bekam die Waldeidechse den Titel, aktuell hat ihn der Feuersalamander inne.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Insektensterben: BUND fordert Bienenaktionsplan. «Arten- und Naturschutz und die dafür erforderliche Agrarwende müssen in der Koalitionsdebatte thematisiert werden», sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Mit einem «Bienenaktionsplan» müsse die neue Koalition in den ersten 100 Tagen aktiv werden. Einer Studie zufolge hat in den vergangenen 27 Jahren die Gesamtmasse der Insekten in Deutschland um mehr als 75 Prozent abgenommen. Berlin - Nach dem Bekanntwerden des massenhaften Insektensterbens hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland die Bundesregierung zum Handeln aufgefordert. (Politik, 19.10.2017 - 18:00) weiterlesen...

Spatz und Co. in Gefahr - Deutlich weniger Vögel und Insekten in Deutschland Weniger sirren, weniger flattern: Die Zahl der Insekten und Vögel sinkt stark in Deutschland. (Politik, 19.10.2017 - 16:08) weiterlesen...

Kommunikationsversuche - Dackelblick: Hunde setzen Mimik möglicherweise gezielt ein. Hundebesitzer sind sich sicher: Das machen die mit Absicht. Forscher haben nun tatsächlich Hinweise darauf gefunden. Hunde können besonders süß gucken, wenn sie etwas wollen. (Wissenschaft, 19.10.2017 - 15:04) weiterlesen...

Spatz und Co. in Gefahr - Naturschützer sehen «regelrechtes Vogelsterben». Sie gehen von einem schleichenden Vogelsterben aus - auch bei Spatz und Co. Ein Spaziergang in der Natur mit weniger Vogelgezwitscher? Naturschützer und Wissenschaftler halten das für die Zukunft nicht für ausgeschlossen. (Politik, 19.10.2017 - 14:36) weiterlesen...

Vogelsterben - Nabu: Zahl der Vögel geht stark zurück. Binnen zwölf Jahren seien 12,7 Millionen Brutpaare verloren gegangen, erklärte Nabu-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. Das sei ein Minus von 15 Prozent. Berlin - Die Zahl der Vögel in Deutschland geht nach Berechnungen des Naturschutzbundes (Nabu) deutlich zurück. (Politik, 19.10.2017 - 11:24) weiterlesen...

Öko-Dienstleister in Gefahr: Insekten schwinden dramatisch. Sie zersetzen Aas, Totholz oder Kot. Zudem sind sie für viele andere Tiere eine unverzichtbare Nahrungsquelle. Der renommierte Insektenkundler Thomas Schmitt spricht gar von «Dienstleistern am Ökosystem». Doch das Schwirren und Zirpen wird mancherorts weniger. Einer aktuellen Studie zufolge ist die Zahl der Fluginsekten in Teilen Deutschlands erheblich zurückgegangen. In den vergangenen 27 Jahren nahm die Gesamtmasse um mehr als 75 Prozent ab, berichten Wissenschaftler im Fachmagazin «PLOS ONE». Krefeld - Insekten bestäuben Obstbäume und Gemüsepflanzen. (Politik, 19.10.2017 - 04:54) weiterlesen...