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Wir hatten die Rallye nach der US-Wahl, die sich dann nach der Italien-Referendum-Schlappe für die EU und der fragwürdig positiven EZB-Entscheidung ungebremst fortsetzte, zuletzt mehrfach als ?o?ensive Defensive? bezeichnet.

14.12.2016 - 14:00:19

Diese Hausse ist reine Kopfsache. Was bedeutet, dass große Adressen ganz gezielt in dem Moment kaufen, wenn die Aktienmärkte zu kippen drohen, um eine Wende zu verhindern.

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Wir hatten die Rallye nach der US-Wahl, die sich dann nach der Italien-Referendum-Schlappe für die EU und der fragwürdig positiven EZB-Entscheidung ungebremst fortsetzte, zuletzt mehrfach als ?o?ensive Defensive? bezeichnet. Was bedeutet, dass große Adressen ganz gezielt in dem Moment kaufen, wenn die Aktienmärkte zu kippen drohen, um eine Wende zu verhindern.

Nun fragt man sich natürlich, warum das nicht allgemein durchschaut wird und dergleichen Kaufwellen als Reaktion auf ?bad news? nicht umgehend genutzt werden, um zu höheren Kursen auszusteigen. Schließlich werden die Perspektiven im Bereich Weltwirtschaft und Geopolitik nicht besser, nur, weil DAX und Dow Jones nicht fallen. Das stimmt, aber:

Steigende Kurse ersticken jeden Zweifel

Außer denjenigen, die im Vorfeld massiv darauf gesetzt hatten, dass die Kurse einbrechen und dadurch auf der Short-Seite überrannt wurden, ist es ja allen Anlegern nur recht, wenn die Aktienmärkte zulegen. Und es geht uns doch allen so: Wenn etwas genau so läuft, wie wir es gerne hätten, suchen wir dann permanent nach Haaren in der Suppe? Nein, natürlich nicht. Die außerordentliche Dynamik, mit der die großen Indizes, hier im Chart der DAX, zulegen, wirkt wie ein Sog, in den man sich gerne hineinziehen lässt, weil es in den Monaten zuvor immer nur in engen Spannen seitwärts ging. Endlich geschieht, worauf man so lange geho?t hat. Und es gibt keinen Grund, hier nicht dabei zu sein. Es gibt jedoch andererseits auch keinen Grund, die übliche Vorsicht beim Investieren jetzt zu vernachlässigen. Im Gegenteil.

Solange die Stimmung hält, bleibt Luft nach oben

Denn wie gesagt, die Rahmenbedingungen sind problematisch. Der Anstieg der Zinsen am Anleihemarkt ist in Deutschland schon nicht zu verachten, in den USA aber geradezu gewaltig. Dort bekommt man für  zehnjährige Regierungsanleihen wieder 2,4 Prozent. Momentan sieht man das als positiv an, weil man sich sagt, dass die Zinsen bereits jetzt die In?ation vorwegnehmen, die durch die Wirtschaftspläne Donald  Trumps und das daraus resultierende Wachstum entstehen wird. Aber wenn man es sich mal in Ruhe überlegt, erkennt man: So hätte man in den Jahren zuvor nie und nimmer gedacht. Denn höhere Zinsen sind und bleiben eine Konkurrenz für den Aktienmarkt, zumal die Dividendenrendite der Dow Jones-Aktien im Schnitt nur noch bei 2,1 Prozent liegt und wegen der Rallye dort weiter fällt.

Die meisten Akteure sehen momentan aber nur die positiven Aspekte, obgleich o?en ist, ob es überhaupt so kommen wird wie erwartet. Denn ob Trump tut, was er versprach, ob das Parlament ihn all das tun lässt, ob seine Pläne den erwarteten, zumindest kurzfristigen Erfolg zeitigen ? all das ist keineswegs sicher, wird aber bereits in den Aktienmärkten eingepreist. Aber solange die Kurse steigen, sind die Skeptiker in der Defensive. Erfahrene Investoren wissen indes, dass all diese Zweifel sofort wieder präsent sind, wenn die Dynamik der Rallye nachlässt. Auch das ist reine ?Kopfsache?: Steht das Rad erst einmal still, kommt die Angst zurück, ob der Motor noch einmal anspringt.

Fazit: Wir haben hier markant bullishe Signale, die man mitnehmen muss. Aber man sollte zu keiner Zeit vergessen, ab und an auch mal nach unten zu sehen und sich abzusichern.

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