Verbraucher, Deutschland

Wie lange stehen Hersteller für die beste Qualität ihrer Produkt gerade? Verbraucherschützer mahnen großzügigere Versprechen an.

18.06.2017 - 10:31:25

Verbraucherschutz - Längere Garantie bei hochwertigen Produkten gefordert

Berlin - Die Verbraucherzentralen dringen auf längere Garantiezeiten für hochwertige Produkte wie Elektrogeräte oder Autos.

Es gebe viele Gegenstände, die deutlich länger als zwei Jahre halten, was sie versprechen, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, der Deutschen Presse-Agentur. Man könne aber auch nicht für alles vier, fünf oder sechs Jahre Garantie aussprechen. Die Politik sollte daher nach Konsultation mit den Herstellern festlegen: «Produkte, die längere Verwendungszeiten haben, für die kann es auch eine längere Garantiezeit geben.»

Autos hätten beispielsweise keine Haltbarkeit von zwei Jahren, sagte Müller. «Das wäre absurd.» In Leitlinien des vzbv zur Bundestagswahl, über die an diesem Montag auch beim Deutschen Verbrauchertag in Berlin diskutiert werden soll, heißt es: Der VW-Skandal habe gezeigt, dass zwei Jahre Gewährleistungsfrist bei langlebigen und hochwertigen Gebrauchsgütern zu kurz wären. Einer Übersicht des Autofahrerclubs ADAC zufolge bieten die meisten Marken in Deutschland für Neuwagen zwei Jahre Garantie, einzelne Hersteller drei bis sogar sieben Jahre.

Längere Garantiezeiten könnten sich im Preis niederschlagen, wofür Verbraucher dann aber auch einen Mehrwert bekämen. «Unter dem Strich profitieren von höherer Produktqualität Verbraucher, Handel und Umwelt», sagte der vzbv-Chef mit Blick etwa auf weniger Elektroschrott. Generell zu Garantie-Bedingungen erläuterte er: «Viele Menschen denken, sie haben zwei Jahre Gewährleistung.» Kunden müssten aber wissen, dass sie nach einem halben Jahr selbst beweispflichtig seien. Stattdessen sollten die Hersteller zwei Jahre in der Pflicht sein, forderte Müller.

Handlungsbedarf sehen die Verbraucherzentralen auch mit Blick auf Kunden, die beim Einkauf auf nachhaltige Produktion achten wollen. Nötig wären klare gesetzliche Standards, worauf Verbraucher sich bei der Kennzeichnung verlassen könnten, sagte Müller. Bei Textilien, Möbeln oder Elektrogeräten gehe es etwa um Umweltstandards und Arbeitsschutzbedingungen. Ziel müsse eine einfache Kennzeichnung sein, die Menschen verstehen könnten.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Vergleich per Smartphone - Studie: Autofahrer profitieren von Benzinpreis-Apps. Eine Studie kommt zu dem Ergebnis: Das hat funktioniert. Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe sollte die Position der Autofahrer gegenüber den Ölkonzernen stärken und niedrigere Preise mit sich bringen. (Wirtschaft, 21.10.2017 - 13:08) weiterlesen...

Netzentgelte für Gas sinken leicht - Preise bleiben niedrig. Im bundesweiten Durchschnitt sei mit einem Rückgang von einem Prozent zu rechnen, ergab eine Auswertung des Internet-Vergleichportals Check24, bei der mehr als 80 Prozent der Versorgungsgebiete abgedeckt wurden. Ob und wie stark die Versorger eventuelle Kostensenkungen weitergeben, ist noch nicht bekannt. Zumindest kommt von den Netzentgelten kein zusätzlicher Kostendruck auf die Versorger zu. Gegenwärtig sind die Gaspreise so niedrig wie seit mehr als sieben Jahren nicht mehr. München - Die Netzentgelte für Gas werden im nächsten Jahr leicht sinken. (Politik, 21.10.2017 - 07:04) weiterlesen...

Studie: Autofahrer profitieren von Benzinpreis-Apps. Die hohe Transparenz des Benzinmarktes habe den Wettbewerb an den Tankstellen verschärft, heißt es in einer wissenschaftlichen Studie, die in der Fachzeitschrift «Wirtschaftsdienst» veröffentlicht wurde. Die Autofahrer sparten durch das gezielte Ausnutzen der Preistäler 3,24 Cent je Liter gegenüber dem Durchschnittspreis der Tankstellen. Bonn - Seitdem die Autofahrer die aktuellen Preise aller Tankstellen auf dem Smartphone vergleichen können, tanken sie vermehrt in Preistälern. (Politik, 21.10.2017 - 05:56) weiterlesen...

Wagner ruft Mini-Pizza wegen möglicher Glassplitter zurück. Betroffen seien Produkte der Sorte Tomate-Mozzarella mit der Chargennummer 72297017L2, teilte die Nestlé Deutschland AG am Donnerstag in Frankfurt mit. Kunden, die die Mini-Pizza gekauft hätten, könnten das Produkt im Handel zurückgeben. Das Unternehmen bedauerte den Vorfall. Alle anderen Wagner-Produkte seien von der Rückrufaktion nicht betroffen und uneingeschränkt zum Verzehr geeignet, hieß es in der Mitteilung. Frankfurt/Main - Wegen möglicher Glassplitter hat der Pizza-Hersteller Wagner seine «Original Wagner Piccolinis» zurückgerufen. (Politik, 19.10.2017 - 13:14) weiterlesen...

Ökostrom-Umlage - Frühe Signale lassen stabile Strompreise erwarten. Auch im nächsten Jahr müssen die Verbraucher kaum Preiserhöhungen befürchten. Sowohl die EEG-Umlage als auch die Netzentgelte gehen leicht zurück. Die Strompreise haben sich in den vergangenen Jahren stabilisiert, nachdem sie zuvor stark gestiegen waren. (Wirtschaft, 16.10.2017 - 16:24) weiterlesen...

Fragen und Antworten - Preisrunde bei der Bahn - Wen es stark trifft und wen nicht. Für schnelleres Ankommen auf der Linie Berlin-München muss man deutlich mehr zahlen. Auf einem Abschnitt im Südwesten werden Kunden von einer Anhebung verschont. Die Bahn bleibt mit ihrer Preiserhöhung diesmal unter der Inflationsrate. (Politik, 16.10.2017 - 15:58) weiterlesen...