Regierungen, Südamerika

WASHINGTON - Wenige Tage vor der Bonner Klimakonferenz haben 13 US-Behörden einen düsteren Klimareport veröffentlicht, der in weiten Teilen der Position der Trump-Regierung zum Klimawandel widerspricht.

04.11.2017 - 08:36:24

Weißes Haus erlaubt Veröffentlichung von düsterem US-Klimareport. Darin wird klar ausgedrückt, dass die globale Erwärmung zum weitaus größten Teil von Menschenhand verursacht werde.

Trotz des krassen Kontrasts zu eigenen vertretenen Standpunkten versuchte das Weiße Haus nicht, die per Gesetz alle vier Jahre vorgeschriebene Veröffentlichung zu blockieren. Auch bewahrheiteten sich die Befürchtungen Vieler in der wissenschaftlichen Gemeinde nicht, dass die Regierung von Präsident Donald Trump vor dem Publikmachen Änderungen an den wissenschaftlichen Schlussfolgerungen im Report vornehmen könnte. Das sei nicht geschehen, zitierten Medien mehrere Experten.

In dem Bericht wird unter anderem vor einem möglichen Anstieg der Meeresspiegel um bis zu gut 2,40 Meter bis zum Jahr 2100 gewarnt. Auch listet der Report die Schäden auf, die als Folge der globalen Erwärmung um 1,0 Grad seit 1900 bereits in den USA entstanden seien. "Es ist extrem wahrscheinlich, dass menschliche Aktivitäten, insbesondere der Ausstoß von Treibhausgasen, die dominante Ursache der seit Mitte des 20. Jahrhunderts beobachteten Erwärmung ist", heißt es in dem 2000 Seiten umfassenden mehrteiligen Dokument. Es gebe dafür "keine alternative Erklärung".

Trump hatte vor seiner Wahl zum Präsidenten den Klimawandel wiederholt als "Erfindung" bezeichnet. Danach sind seine Äußerungen zwar vager geworden, aber der Republikaner hat damit begonnen, unter seinem demokratischen Vorgänger Barack Obama beschlossene Klimaschutzmaßnahmen zurückzufahren.

Weltweit angeprangert wurde der von ihm verkündete Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen. Die USA müssen sich daher auch erneut auf Kritik bei der internationalen Klimaschutzkonferenz in der kommenden Woche in Bonn einstellen - zumal vor dem Hintergrund des neuen Reports.

Im einzelnen führen die Autoren darin an, dass die vergangenen 115 Jahre nun die wärmste Periode in der Geschichte der modernen Zivilisation sei. In den vergangenen Jahren habe es außerdem "rekordbrechende Wetter-Extreme" gegeben, die mit dem Klima zusammenhingen.

Auf die USA bezogen wird unter anderem darauf verwiesen, dass jeder Teil des Landes bereits von den Folgen des Klimawandels betroffen sei. Der Westen erlebe extremere Hitze und Regenfälle und mehr große Wald-und Buschbrände, der Südosten größere Dürre, der mittlere Westen häufigere Überschwemmungen. Über 25 Küstenstädte seien zunehmend oft Überflutungen ausgesetzt. Es sei zu erwarten, dass sich diese Trends fortsetzten.

Gewarnt wird darüber hinaus vor Ungewissheiten - Veränderungen, die Wissenschaftler heute noch nicht vorhersehen und die möglicherweise radikale Veränderungen im Klimasystem erzeugen könnten. Es könnten neue Klimalagen entstehen, "die sich sehr von den in der jüngeren Vergangenheit unterscheiden".

Angesichts solcher starker Formulierungen und der offenen Widersprüche gilt es als bemerkenswert, dass die Trump-Regierung anscheinend nicht einmal Versuche unternommen hat, die wissenschaftlichen Erkenntnisse im Report abzumildern. "Ich kann mit ziemlicher Überzeugung sagen, dass es keine politische Beeinflussung der wissenschaftlichen Schlussfolgerungen gegeben hat", zitierten die "Washington Post" und "New York Times" den leitenden Autoren der Studie, Wissenschaftler David Fahey von der US-Behörde für Ozeanographie. "Dieser Report sagt, was die Wissenschaftler wollen."

Wie es hieß, habe es zu diesem Zeitpunkt in der US-Regierung wenig Appetit für einen größeren Konflikt in der Klimafrage gegeben: Man wolle sich stattdessen voll darauf konzentrieren, Trumps Pläne für eine umfassende Steuerreform im Kongress durchzubringen - ein Vorhaben, von dem sich Trump und die Republikaner großen Aufwind versprechen.

Allerdings versuchte das Weiße Haus, die Aussagekraft des Reports herunterzuspielen. "Das Klima hat sich geändert und ändert sich stets", hieß es in der schriftlichen Erklärung eines Sprechers, Raj Shah. Weiter wurde darauf hingewiesen, dass der Report selber betone, dass das Ausmaß des künftigen Klimawandels stark von "andauernden Ungewissheiten über die Sensibilität des Klimas" für Treibhausgas-Emissionen abhänge.

Erstellt wurde der Report von Hunderten Wissenschaftlern in der Regierung und akademischen Welt, die Nationale Akademie der Wissenschaften in den USA überprüfte ihn vor der Weiterleitung an die 13 Regierungsbehörden.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

NRW-SPD sieht große Koalition skeptisch - Unterstützung für Schulz. Es sei richtig, dass Parteichef Martin Schulz beim Bundespräsidenten mit CDU und CSU Gespräche führen will, sagte Nordrhein-Westfalens SPD-Landeschef Michael Groschek am Freitagabend der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte der Landesvorstand das Thema beraten. "Der Bundespräsident hat zu Gesprächen eingeladen, und eine solche Einladung schlägt man nicht aus", sagte Groschek. DÜSSELDORF - Die nordrhein-westfälische SPD sieht eine denkbare Neuauflage der großen Koalition im Bund weiterhin skeptisch - rückt aber von ihrem kategorischen Nein ab. (Wirtschaft, 24.11.2017 - 21:47) weiterlesen...

Schulz: Gespräch am Donnerstag - Vorwürfe an Union und FDP. "Wenn der Bundespräsident mich zu einem Gespräch auffordert, dann werdet ihr ja verstehen, dass ich einen Gesprächswunsch nicht abschlagen kann und will", sagte er am Freitagabend beim Bundeskongress der Jungsozialisten in Saarbrücken. "Was danach kommt, ist offen - weiß ich nicht." Nach dem Scheitern der Sondierungen für eine Jamaika-Koalition hatte Steinmeier die Initiative übernommen und am Freitag das Vierer-Treffen anberaumt. SAARBRÜCKEN - Der SPD-Vorsitzende Martin Schulz hat seinen Entschluss verteidigt, am kommenden Donnerstag auf Einladung des Bundespräsidenten mit der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer zu sprechen. (Wirtschaft, 24.11.2017 - 21:29) weiterlesen...

Bund prüft Verkauf seiner Kölner Flughafenanteile - SPD-Kritik. "Der Bund befindet sich in Gesprächen mit den Mitgesellschaftern der Flughafen Köln/Bonn GmbH", teilte das Bundesfinanzministerium am Freitag auf Anfrage mit. Die Bundesregierung überprüfe in regelmäßigen Abständen das Vorliegen eines wichtigen Bundesinteresses an den Unternehmensbeteiligungen des Bundes. Für den Bundesanteil an der Flughafen Köln/Bonn GmbH bestehe dieses wichtige Bundesinteresse gemäß den gesetzlichen Anforderungen der Bundeshaushaltsordnung seit längerem nicht mehr, hieß es weiter. BERLIN/KÖLN - Der Bund prüft einen möglichen Verkauf seiner Beteiligung am Flughafen Köln/Bonn. (Wirtschaft, 24.11.2017 - 19:39) weiterlesen...

EU gibt Großbritannien mehr Zeit für Brexit-Zugeständnisse. Der Start der zweiten Verhandlungsphase Mitte Dezember sei immer noch möglich, erklärte EU-Ratspräsident Donald Tusk nach einem langen Gespräch mit der britischen Premierministerin Theresa May am Freitagabend auf Twitter. "Aber immer noch eine riesige Herausforderung", so Tusk. May sagte, es gebe Fortschritte, nannte aber keine Details. BRÜSSEL - Die Europäische Union gibt Großbritannien weitere zehn Tage Zeit für Zugeständnisse beim Brexit. (Wirtschaft, 24.11.2017 - 18:51) weiterlesen...

Partner bekommen keine EU-Beitrittsperspektive. Das stehe nicht auf der Tagesordnung, sagte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bei einem EU-Gipfel zur sogenannten Ostpartnerschaft mit sechs früheren Sowjetrepubliken. Der luxemburgische Regierungschef Xavier Bettel sagte, erst einmal müsse die EU den Austritt Großbritanniens hinter sich bringen und ihre eigenen Problem lösen. BRÜSSEL - Die EU will die Zusammenarbeit mit östlichen Partnerländern wie der Ukraine ausbauen, aber vorerst keine konkrete Perspektive auf einen Beitritt anbieten. (Wirtschaft, 24.11.2017 - 15:12) weiterlesen...

Preisexplosion für Flugtickets - Kartellamt prüft Lufthansa (Boerse, 24.11.2017 - 15:11) weiterlesen...