VOLKSWAGEN VORZÜGE, DE0007664039

und Kaeser (Siemens))

25.09.2017 - 17:18:26

WAHL/ROUNDUP 3/Wirtschaft: Rasch Regierung bilden, investieren, Vorsicht vor AfD

FRANKFURT/BERLIN - Nach der Bundestagswahl mit schweren Verlusten für die bisherige große Koalition dringt die Wirtschaft auf eine rasche Regierungsbildung und einen Investitionspakt. Mit Blick auf mögliche Gespräche über ein "Jamaika"-Bündnis mahnten Verbände am Montag Stabilität an - sahen in Schwarz-Gelb-Grün aber auch Chancen fürs Land. Top-Manager warnten mit deutlichen Worten vor der AfD.

- "Wir brauchen in diesen schwierigen Zeiten eine stabile Regierung", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Eric Schweitzer. Er forderte einen Koalitionsvertrag für mehr Investitionen. Die wirtschaftliche Lage in Deutschland sei gut. Aber Betriebe machten sich Sorgen: "Auf vielen wichtigen Zukunftsfeldern registrieren die Unternehmen mehr Stillstand als Aufbruch." Auch BDI-Präsident Dieter Kempf sprach von schwieriger Regierungsbildung und Herausforderungen durch ein Parlament aus sieben Parteien. Der Industrie-Chef appellierte an sie, die Lage schnell zu sondieren und konzentriert Verhandlungen über tragfähiges Kabinett aufzunehmen. Schweitzer und Kempf warnten vor Ausländerfeindlichkeit. Dies könne sich die Wirtschaft "nicht ansatzweise erlauben", sie sei auf Fachkräfte von außen angewiesen, so der DIHK-Chef. Ein "Rückzug ins Nationale ist für unser Land keine Alternative", warnte Kempf: "Die AfD ist im Kern gegen das, was Deutschland stark gemacht hat."

- Auch zwei Chef von Dax -Konzernen reagierten ungewöhnlich offen auf die politische Entwicklung. VW -Chef Matthias Müller nannte das Ergebnis der Bundestagswahl einen "historischen Einschnitt": "Die alten Volksparteien verlieren dramatisch. Gleichzeitig wird die rechtsextreme und ausländerfeindliche AfD drittstärkste politische Kraft im Bundestag." Deren zweistelliges Ergebnis sei "schockierend". Ähnlich äußerte sich Siemens -Chef Joe Kaeser. Mit der AfD habe es eine "national-populistische Partei fulminant ins Parlament geschafft. Das ist auch eine Niederlage der Eliten in Deutschland." Die Wähler der Partei seien als am Rande der Gesellschaft stehend abgetan worden. "Es muss die Aufgabe (...) sein, Menschen, die sich zurückgesetzt fühlen, einzubinden und ihnen Perspektiven zu geben."

- Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich am Montag relativ gelassen angesichts des AfD-Erfolgs und des Einbruchs bei Union und SPD. Nach Verlusten zum Handelsbeginn drehte der Dax sogar ins Plus. Damit hielt sich die Aufregung trotz des für viele Börsianer doch überraschenden Wahlausgangs bislang in Grenzen. Der Euro weitete dagegen seine Verluste etwas aus rutschte unter 1,19 US-Dollar.

- Volkswirte von Großbanken sahen auch Risiken von "Jamaika". Dekabank-Chefökonom Ulrich Kater sagte, ein solches Bündnis wäre "auf den ersten Blick nicht das beste Szenario, denn es bringt Unsicherheit - von der Wirtschaftspolitik bis hin zur Europapolitik". Doch er betonte zugleich: "Auf den zweiten Blick bietet es jedoch auch Chancen, mit frischen Kräften Themen neu anzupacken." Ähnlich äußerte sich David Folkerts-Landau von der Deutschen Bank. Commerzbank -Experte Jörg Krämer glaubt: "Der Knackpunkt bei den Verhandlungen dürfte eher bei der Einwanderungspolitik liegen."

- Für die privaten Banken ist eine Koalition aus Union, FDP und Grünen "keine Notlösung". Sie sollte vielmehr als Chance begriffen werden, meinte der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, Michael Kemmer: "Ein solches Projekt kann den Standort Deutschland stärken, denn zentrale Zukunftsthemen wie Digitalisierung, Bildung und Integration würden sicherlich in den Mittelpunkt rücken."

- Das Handwerk beurteilte das Wahlergebnis mit gemischten Gefühlen. "Wochenlange oder gar monatelange Koalitionsverhandlungen bedeuten Stillstand und für die Wirtschaft eine Phase der Ungewissheit, wie es in der Steuer-, Wirtschafts-, Energie- und Arbeitsmarktpolitik weitergeht", sagte Verbandspräsident Hans Peter Wollseifer. "Jamaika" berge aber auch "die Chance, Zukunftsthemen mit neuen Lösungsansätzen anzugehen und Deutschland einen Modernisierungsschub zu geben".

- Es müsse "Ziel der Parteien der Mitte sein, zügig eine stabile Regierung zu bilden, auch wenn viele Positionen weit auseinanderliegen", bekräftigte Utz Tillmann, Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie (VCI). Der Rückstand bei Investitionen in Bildung, Digitalisierung und Verkehrsinfrastruktur lasse sich nur mit einem handlungsfähigen Kabinett bewältigen.

- Auch der Maschinenbauverband VDMA forderte ein besseres Klima für Innovationen. "Wir brauchen ein klares Signal für einen digitalen Aufbruch, für Bildung und Forschung, eine innovationsfreundliche Steuerpolitik und vor allem Vorfahrt für Flexibilität und gute Ideen", erklärte Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Medien: Behörden legen erste VW-Diesel von Umrüstungsverweigerern still. In zehn Fällen seien bereits Stilllegungsverfügungen für manipulierte Dieselautos erlassen worden, berichteten "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR am Freitag. Insgesamt seien rund 90 Autobesitzer aufgefordert worden, ihre Fahrzeuge innerhalb von vier Wochen umrüsten zu lassen, sonst drohe ebenfalls die Stilllegung. Dem Bericht zufolge verfahren die Behörden hier aber unterschiedlich. Einige sind demnach kulanter, andere greifen schneller durch. WOLFSBURG - Kfz-Zulassungsbehörden haben damit begonnen, nicht umgerüstete VW-Dieselfahrzeuge aus dem Verkehr zu ziehen. (Boerse, 15.12.2017 - 11:53) weiterlesen...

Studie: VW unterstützte Diktatur in Brasilien. "Der Werkschutz überwachte oppositionelle Aktivitäten seiner Beschäftigten und erleichterte durch sein Verhalten die Verhaftung von mindestens sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern", heißt es in einer nun in Brasilien vorgestellten Untersuchung des Historikers Christopher Kopper von der Universität Bielefeld. Der VW-Konzern hatte sie selbst in Auftrag gegeben, er will auf die damaligen Opfer zugehen. SAO PAULO - Eine unabhängige Studie wirft dem VW-Konzern Repressalien gegen Oppositionelle in seinen brasilianischen Fabriken während der Militärdiktatur (1964-85) vor. (Boerse, 15.12.2017 - 06:33) weiterlesen...

Förderung für weniger Diesel-Abgase in Städten kommt in Gang. Inzwischen gingen laut Bundesverkehrsministerium 60 Anträge für Geld zum Erstellen kommunaler Pläne für sauberere Luft ein. Förderbescheide sollen noch vor Weihnachten übergeben werden, wie zuerst das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag) berichtete. Der Fonds von bis zu einer Milliarde Euro war Ende November bei einem Treffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Oberbürgermeistern gestartet worden. BERLIN - Die Bundesförderung von Maßnahmen gegen zu viele Diesel-Abgase in großen Städten kommt in Gang. (Boerse, 14.12.2017 - 12:23) weiterlesen...

SPD will höhere Kaufprämie für Taxis und Lieferwagen mit E-Antrieb. "Fahrverbote für alle verhindern wir nur, wenn dreckige Diesel-Taxen und Lieferfahrzeuge aus den Innenstädte verschwinden", sagte SPD-Fraktionsvize Sören Bartol der "Bild"-Zeitung (Donnerstag). Um den Umstieg zu beschleunigen, sollte die bestehende Kaufprämie für Elektroautos gezielt für diese Fahrzeuge auf 8000 Euro erhöht werden. BERLIN - Im Kampf gegen zu schmutzige Luft in großen Städten fordert die SPD höhere Kaufanreize für bestimmte Elektrofahrzeuge. (Boerse, 14.12.2017 - 11:10) weiterlesen...

Grüne: 'Judas'-Vergleich von Beer über VW-Chef 'inakzeptabel'. "Müller dafür zu kritisieren, dass er das Tricksen und Betrügen seines Unternehmens bei Millionen Dieselfahrern ablädt, ist völlig richtig. Ihn mit einem Judas-Vergleich zu belegen, ist völlig inakzeptabel", sagte Krischer der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Da ist eine Entschuldigung fällig." Dass sich die FDP in dieser Weise für das Beibehalten von staatlichen Subventionen einsetzt, verwundere sehr. BERLIN - Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer hat in der Diesel-Debatte die Äußerung von FDP-Generalsekretärin Nicola Beer über VW-Chef Matthias Müller scharf kritisiert. (Wirtschaft, 14.12.2017 - 05:19) weiterlesen...

FDP-Generalsekretärin: VW-Chef ein «Diesel-Judas» - VW kontert (Boerse, 13.12.2017 - 19:40) weiterlesen...