Deutschland, Volkswirtschaft

Überraschend starke Aufschwungsignale in der Eurozone

24.10.2016 - 17:12:25

dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR von 17.00 Uhr - 24.10.2016

LONDON - Die Unternehmensstimmung im Euroraum hat sich im Oktober deutlich stärker als erwartet aufgehellt und signalisiert damit ein höheres Tempo beim Aufschwung. Der Einkaufsmanagerindex, eine an den Finanzmärkten stark beachtete Umfrage in Unternehmen, stieg um 1,1 Punkte auf 53,7 Zähler, wie das Forschungsinstitut Markit am Montag in London mitteilte. Der Wert steigt damit weiter über die Wachstumsschwelle von 50 Punkten und signalisiert einen soliden Aufschwung. Dies dürfte den Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) verringern, weitere geldpolitische Lockerungen vorzunehmen.

ROUNDUP: Belgien blockiert Ceta

BRÜSSEL - Der umstrittene EU-Handelspakt Ceta mit Kanada liegt vorerst auf Eis. Belgien informierte am Montag EU-Ratspräsident Donald Tusk, dass die Regierung das Abkommen nicht unterschreiben kann. Damit ist die EU in der Frage blockiert. Für den Abend wurde die Absage des EU-Kanada-Gipfels am Donnerstag erwartet. Die EU-Kommission deutete aber an, dass sie Ceta trotzdem weiter verfolgen will. Auch die Bundesregierung dringt auf einen erfolgreichen Abschluss.

Griechenlands Schulden weiter gestiegen

LUXEMBURG - Im krisengeschüttelten Griechenland sind die Schulden im vergangenen Quartal deutlich angestiegen. Die öffentlichen Schulden betrugen im 2. Quartal dieses Jahres 179,2 Prozent der Wirtschaftsleistung, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Montag in Luxemburg mitteilte. Sie beliefen sich auf rund 315 Milliarden Euro.

Schottische Regierungschefin: Brexit-Treffen 'tief frustrierend'

LONDON- Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon hat sich nach einem Gespräch mit der britischen Premierministerin Theresa May über den geplanten EU-Austritt des Landes (Brexit) frustriert gezeigt. Das machte Sturgeon am Montag nach einem Treffen von Delegationen aus Nordirland, Wales und Schottland mit May und anderen Regierungsvertretern in London deutlich.

EU-Kommission nimmt Italiens Haushalt in den Blick

BRÜSSEL - Im Streit um die italienische Neuverschuldung hat die EU-Kommission noch offene Fragen zu den Haushaltsplänen der Regierung in Rom. Die Brüsseler Behörde erwägt nach dpa-Informationen vom Montag, einen Brief mit Bitte um Klarstellungen an die Regierung von Matteo Renzi zu senden.

EU-Kreise: Weg für nächste Griechenland-Tranche frei

BRÜSSEL/ATHEN - Das hoch verschuldete Griechenland kann mit frischem Geld der internationalen Geldgeber rechnen. Die Bedingungen für die Auszahlung der nächsten Tranche in Höhe von 2,8 Milliarden Euro seien erfüllt, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus EU-Kreisen in Brüssel. Es wird erwartet, dass der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) die Summe am Dienstag freigibt.

EU-Politiker Ferber: Diskussionen über Ceta schaden dem Ruf der EU

BERLIN - Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber sieht noch Chancen für das Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Kanada. "Ich glaube schon, dass Ceta kommt", sagte er am Montag im Deutschlandfunk. Die Verzögerung bei der Unterzeichnung schade dem Ruf der EU jedoch massiv, sie werde damit als Verhandlungspartner unglaubwürdig. "Es geht letztendlich nicht um Ceta, sondern um mehr Geld für die Wallonie." Das sei ein innerbelgisches Problem.

Japans Außenhandel bleibt schwach - dennoch erste Hoffnungsschimmer

TOKIO - Japans Außenhandel kommt wegen des starken Yen und der geringen Nachfrage wichtiger Handelspartner wie China und den USA nach wie vor nur schwer auf die Beine. Im September ging der Export zurück und auch bei den Importen gab es erneut einen Rückgang. Die Ausfuhren seien um 6,9 Prozent gefallen, teilte das Finanzministerium am Montag in Tokio mit. Der Rückgang fiel damit aber geringer aus als noch in den Vormonaten. Volkswirte hatten zudem mit einem zweistelligen Minus gerechnet.

ROUNDUP: Spaniens König Felipe startet Gesprächsrunde zur Regierungsbildung

MADRID - Nach dem entscheidenden Durchbruch in der spanischen Regierungskrise nimmt König Felipe VI. zweitägige Konsultationen auf. Der Monarch (48) will am Montag und Dienstag in der Königs-Residenz die meisten Parteichefs empfangen. Danach wird er den geschäftsführenden konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy höchstwahrscheinlich mit der Regierungsbildung beauftragen. Der 61-Jährige müsste sich dann einer Abstimmung im Parlament stellen.

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ROUNDUP: Sie lesen im Konjunktur-Überblick eine Zusammenfassung. Zu diesem Thema gibt es mehrere Meldungen auf dem dpa-AFX Nachrichtendienst.

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