Indikatoren, Japan

TOKIO - Die japanische Notenbank (BoJ) hat ihr Inflationsziel einmal mehr verschoben.

01.11.2016 - 06:22:24

Japanische Notenbank schiebt Inflationsziel auf die lange Bank. Trotz der extrem lockeren Geldpolitik wird sich die Teuerung in Japan nach Einschätzung der Zentralbank wohl frühestens Ende 2018, aber wahrscheinlich sogar erst Anfang 2019 der angepeilten Marke von zwei Prozent nähern. Dies geht am Dienstag aus der Mitteilung nach Abschluss der zweitägigen Sitzung der Währungshüter in Tokio hervor. Eigentlich sollten die Preise für Konsumgüter ohne frische Lebensmittel bereits Anfang 2017 wieder um rund zwei Prozent zulegen. Ihren im September leicht korrigierten sehr lockeren Kurs der Geldpolitik bestätigte die Notenbank.

Zuletzt lag die Teuerung in Japan bei null Prozent beziehungsweise die Preise gingen größtenteils sogar zurück. Dies ist unter anderem ein Zeichen einer schwachen Nachfrage im Inland und birgt zum Beispiel die Gefahr, dass Verbraucher Kaufentscheidungen aufschieben und damit die Wirtschaft weiter lähmen. Da die Preise in vielen Ländern auf der Stelle treten, orientieren sich derzeit viele Notenbanken weltweit - wie auch die Europäische Zentralbank (EZB) - bei ihrer Politik unter anderem an einem Inflationsziel.

Notenbankchef Haruhiko Kuroda hatte die zeitliche Vorgabe für eine höhere Inflation, die ein Beleg für ein Ende der seit Jahren anhaltenden Stagnation wäre, bereits mehrmals verschoben. Mit dem neuen Zeitplan sieht es so aus, dass er es nicht mehr in seiner aktuellen Amtsperiode schaffen wird, dieses Ziel zu erreichen. Kuroda kämpft gemeinsam mit der Regierung seit Jahren darum, die lahmende Wirtschaft des Landes zu beleben - zuletzt fielen die Konjunkturdaten aber größtenteils enttäuschend an.

Da die Notenbank die Belebung der Wirtschaft unter anderem mit massiven Anleihekäufen erreichen will, waren die Renditen japanischer Staatsanleihen mit langer Laufzeit zuletzt deutlich ins Minus gerutscht. Dies ist vor allem für die Banken ein Problem. Um diesen Trend zu stoppen, hatte sich die Notenbank vor kurzem mehr Spielraum verschafft. Mit dem Ziel, die Renditen von zehnjährigen Anleihen nicht noch weiter zu drücken, könnten die Notenbanker künftig verstärkt Wertpapiere mit kürzeren Laufzeiten kaufen. Denkbar ist auch, dass die Notenbanker stärker auf risikoreichere Wertpapiere wie Indexfonds auf Aktien (ETFs) setzen.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

USA: Frühindikatoren überraschend gefallen. Er gab um 0,2 Prozent zum Vormonat nach, wie das private Forschungsinstitut Conference Board am Donnerstag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten stattdessen mit einem leichten Zuwachs um 0,1 Prozent gerechnet. Im August war der Indikator um 0,4 Prozent gestiegen. WASHINGTON - In den USA ist der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren im September entgegen den Erwartungen von Analysten gefallen. (Wirtschaft, 19.10.2017 - 16:09) weiterlesen...

Berlin an Mitarbeitern von Air Berlin interessiert. "Wir suchen rund 4000 Beschäftigte im Moment", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Bei Air Berlin gebe es viel Verwaltungs- und IT-Erfahrung. Auch mit der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg habe es Gespräche gegeben, dort werde aber nicht im gleichen Umfang Personal gebraucht. BERLIN - Die Berliner Verwaltung ist weiter daran interessiert, Mitarbeiter der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin einzustellen. (Wirtschaft, 19.10.2017 - 15:57) weiterlesen...

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sinken stärker als erwartet. Sie sanken um 22 000 auf 222 000 Anträge, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mitteilte. Analysten hatten nur einem Rückgang auf 240 000 Anträge erwartet. WASHINGTON - In den USA sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend stark gefallen. (Wirtschaft, 19.10.2017 - 14:48) weiterlesen...

USA: Philly-Fed-Index steigt überraschend. Der Indikator der regionalen Notenbank (Philly-Fed-Index) stieg um 4,1 Punkte auf 27,9 Zähler, wie die regionale Zentralbank am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten dagegen einen Rückgang auf 22,0 Punkte erwartet. PHILADELPHIA - In den USA hat sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im Oktober überraschend aufgehellt. (Wirtschaft, 19.10.2017 - 14:41) weiterlesen...

Großbritannien: Umsätze im Einzelhandel fallen deutlich stärker als erwartet. Die Umsätze seien im Monatsvergleich um 0,8 Prozent gefallen, teilte das Statistikamt ONS am Donnerstag mit. Erwartet wurde lediglich ein Rückgang um 0,1 Prozent. Im Vormonat waren die Umsätze um revidiert 0,9 (zuvor 1,0 Prozent) gestiegen. LONDON - Der britische Einzelhandel hat im September einen Rückschlag erlitten. (Wirtschaft, 19.10.2017 - 10:50) weiterlesen...

Chinas Wirtschaft wächst robust - Problem der hohen Verschuldung (Wirtschaft, 19.10.2017 - 09:48) weiterlesen...