Indikatoren, Japan

Schwächerer Yen hebt Stimmung in Japans Industrie

14.12.2016 - 09:26:23

TOKIO - Der schwächere Yen hat die Stimmung in der japanischen Großindustrie erstmals seit eineinhalb Jahren etwas aufgehellt. Doch die Manager bleiben mit Blick auf die noch unklare Wirtschaftspolitik des designierten US-Präsident Donald Trump vorsichtig. Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage der Bank von Japan (BoJ) hervorgeht, stieg der von der Zentralbank in einer Quartalsumfrage ermittelte Stimmungsindex für die großen Produktionskonzerne im Dezember auf plus 10 nach plus 6 drei Monate zuvor. Ein positiver Index bedeutet, dass die Optimisten in der Mehrheit sind. Das Ergebnis der Umfrage lag jedoch leicht unter den Erwartungen von Ökonomen. Diese hatten im Schnitt mit einem Index von 11 gerechnet.

Zu dem verbesserten Klima in den fertigenden Branchen trug neben dem schwächeren Yen, der Japans Produkte im Ausland verbilligt und die Exporterlöse steigen lässt, auch das Anziehen der Weltwirtschaft bei. Der Index für die nicht verarbeitenden Unternehmen des Landes verharrte angesichts des schleppenden Konsums dagegen bei plus 18, wie aus dem sogenannten Tankan-Bericht der BoJ hervorgeht. Der Tankan ist eine weltweit beachtete Mischung aus Konjunkturanalyse und Stimmungsbericht. Befragt wurden mehr als 10 000 Unternehmen.

Bezüglich der weiteren Aussichten bleiben die Firmen vorerst vorsichtig. Zwar hat der Yen seit der US-Präsidentschaftswahl zum Dollar nachgegeben, was dem Exportsektor zugute kommt. Doch herrscht noch Unsicherheit über die künftige US-Wirtschaftspolitik unter Trump. Der im Tankan für die Großindustrie ermittelte Index dürfte der Umfrage nach in den kommenden drei Monaten dann auch wieder auf plus 8 sinken. Im nicht produzierenden Gewerbe dürfte er auf plus 16 fallen, wie die Zentralbank mitteilte.

Die BoJ hatte in diesem Jahr eine neue Phase ihrer Billiggeld-Politik eingeläutet, um mehr Flexibilität bei der Ankurbelung der Wirtschaft zu gewinnen. So soll der langfristige 10-Jahres-Zinssatz bei etwa null Prozent gehalten werden. Auch der kurzfristige Zins bleibt vorerst bei minus 0,1 Prozent.

@ dpa.de

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