Luftverkehr, Tarife

Ryanair-Chef Michael O'Leary hat sich gerne als Gewerkschaftsfresser gegeben.

15.12.2017 - 19:11:24

Warnung vor Symbolpolitik - Vereinigung Cockpit will mit Ryanair verhandeln. Doch weil nun europaweite Streiks in der verkehrsreichen Weihnachtszeit drohen, legt der Ire eine Kehrtwende hin.

Frankfurt/Dublin will das Gesprächsangebot von Ryanair annehmen und mit der irischen Fluggesellschaft über die Arbeitsbedingungen verhandeln. Zugleich warnte die VC das Unternehmen aber vor lediglich symbolischen Schritten.

«Sobald wir kurzfristige Verhandlungstermine für die geforderten Tarifverträge vereinbart haben, werden wir von den geplanten Streikmaßnahmen absehen», sagte Gewerkschaftschef Ilja Schultz am Abend laut Mitteilung. Europaweit hatten Piloten zuvor mit Ausständen gedroht - Ryanair ging daraufhin auf die Gewerkschaften zu.

Man begrüße, dass die Iren die VC nun als Vertretung der Ryanair-Piloten in Deutschland anerkennen möchten. Schultz betonte jedoch auch: «Jetzt liegt es an Ryanair, die Ernsthaftigkeit dieser Ankündigung zu belegen.» Sollte sich dies «als reine Hinhaltetaktik herausstellen, werden wir auf diese auf das Schärfste reagieren».

Um Flugausfälle in der Weihnachtswoche zu vermeiden, hatte sich der Billigflieger am Freitag bereit gezeigt, die Gewerkschaften als legitime Interessensvertretungen der Piloten in den jeweiligen Ländern anzuerkennen. Daraufhin sagte die italienische Pilotengewerkschaft Anpac einen für diesen Freitag über vier Stunden geplanten Streik ab.

Ryanair hat nach eigenen Angaben die Pilotengewerkschaften in Irland, Deutschland, Italien, Spanien und Portugal zu Gesprächen eingeladen. Das kommt einer Kehrtwende gleich.

Ryanair-Chef Michael O'Leary hat sich in der Vergangenheit häufig abfällig über Gewerkschaften geäußert und Verhandlungen über Arbeitsbedingungen und Entgelte ausschließlich mit lokalen Piloten-Komitees an den über 80 Ryanair-Basen geführt.

Allerdings will die Gesellschaft nur mit Gewerkschaftern verhandeln, die selbst für Ryanair fliegen. Auch Gewerkschaftsangestellte sollen zugelassen sein, solange sie nicht für andere Airlines tätig sind, verlangte Ryanair-Personalchef Eddie Wilson in einem Schreiben an die irische Gewerkschaft IALPA. Auch müssten die Streiks umgehend abgesagt werden.

In den vergangenen Monaten hatten sich europaweit Ryanair-Piloten organisiert, um bessere und vor allem verbindliche Arbeitsbedingungen bei den billigen Iren durchzusetzen. Neben geringen Gehältern, plötzlichen Versetzungen und unerwarteten Dienstplanänderungen hatte die deutsche Vereinigung Cockpit (VC) vor allem das System scheinselbstständiger Piloten angeprangert.

@ dpa.de

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