Regierungen, USA

PEKING / WASHINGTON - Im Konflikt mit Nordkorea haben die USA und China die Führung in Pjöngjang zur Zurückhaltung aufgerufen.

13.08.2017 - 14:45:25

China und die USA fordern von Nordkorea ein Ende der Provokationen. In einem Telefonat seien sich US-Präsident Donald Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping einig gewesen, dass Pjöngjang "sein provokatives und anheizendes Verhalten beenden muss", berichtete das Weiße Haus am Samstag in Washington. Die Spannungen hatten sich durch scharfe Kriegsrhetorik Nordkoreas und der USA seit Tagen verstärkt.

Beide Präsidenten stimmten überein, dass die jüngste UN-Resolution mit scharfen Sanktionen gegen Nordkorea "ein wichtiger und notwendiger Schritt" sei, um Frieden und Stabilität auf der koreanischen Halbinsel wiederherzustellen, hieß es weiter. Das Weiße Haus hob ferner hervor, dass das Verhältnis zwischen Trump und Xi Jinping "extrem eng" sei und "hoffentlich zu einer friedlichen Lösung des Nordkorea-Problem führen wird".

Nach chinesischer Darstellung rief Xi Jinping nicht nur Nordkorea, sondern alle Akteure zur Zurückhaltung auf, was auch Trump selbst einschließt. "Die betreffenden Parteien sollten Bemerkungen und Aktionen vermeiden, die die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel eskalieren könnten", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua den Staatschef. China sei bereit sei, mit den USA zusammenzuarbeiten, um die Probleme "angemessen zu lösen".

Das Telefongespräch folgte auf die scharfen Äußerungen Trumps, der Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un mit "Feuer und Wut" gedroht und ihn zuletzt am Freitag gewarnt hatte, dass die USA militärisch jederzeit "voll einsätzfähig" seien. Nordkorea seinerseits hatte erklärt, sich darauf vorzubereiten, Raketen in Richtung der US-Pazifikinsel Guam abzuschießen, wo die USA einen wichtigen Stützpunkt unterhalten.

Durch die Tests mit Interkontinentalraketen und die Sorge über unerwartet schnelle Fortschritte Nordkoreas bei der Entwicklung von Atomsprengköpfen hatte sich die Lage deutlich angespannt. Das Telefonat fand am Freitag Ortszeit in den USA und Samstagmorgen in Peking statt. Beide Präsidenten bekräftigten darin erneut ihre Absicht, die koreanische Halbinsel atomwaffenfrei machen zu wollen.

Neben den USA spielt China eine Schlüsselrolle in dem Konflikt und bei der Umsetzung der Sanktionen. Mehr als 80 Prozent des nordkoreanischen Handels fließt über den großen Nachbarn. Die USA wollen, dass Peking den Druck auf Pjöngjang verschärft. Chinas Führung hofft hingegen, dass die USA auf Nordkorea zugehen und dessen Sicherheitsbesorgnisse ernst nehmen. China hat vorgeschlagen, dass die USA ihre Manöver mit Südkorea einstellen, während Nordkorea sein Atom- und Raketenprogramm aussetzt, um Verhandlungen aufzunehmen.

Trump hielt die Drohkulisse unverändert aufrecht, äußerte am Freitag aber auch Hoffnung auf eine friedliche Lösung des Konflikts. "Hoffentlich wird alles gutgehen", sagte Trump in Bedminster (New Jersey) nach einem Treffen mit Außenminister Rex Tillerson und UN-Botschafterin Nikki Haley. "Niemandem wird eine friedliche Lösung lieber sein als Präsident Trump", sagte der Präsident.

Wenn dem US-Territorium Guam etwas geschehe, werde Nordkorea in "großen, großen Schwierigkeiten" sein. Zu Pjöngjang sagte Trump: "Ich hoffe, dass sie in Gänze die Tragweite dessen verstehen werden, was ich gesagt habe. Und was ich sage, meine ich auch." Am Freitagmorgen hatte Trump drohend getwittert: "Militärische Lösungen sind nun voll einsatzfähig - locked and loaded". Wörtlich heißt das "gesichert und geladen", es wird aber auch mit "entsichert und geladen" übersetzt.

Anzeichen für eine Truppenmobilisierung gibt es aber nicht. Auch Verteidigungsminister James Mattis betonte zuletzt, die US-Bemühungen seien von der Diplomatie getrieben. Nordkorea hatte trotz Verboten des UN-Sicherheitsrats am 28. Juli eine Interkontinentalrakete getestet. Diese hatte nach Schätzungen eine theoretische Reichweite von rund 10 000 Kilometern. Nordkoreas Staatschef Kim sagte nach dem Test, das Festland der USA sei jetzt in Reichweite. Als Reaktion verhängte der UN-Sicherheitsrat neue, scharfe Wirtschaftssanktionen.

Nordkoreas Propagandaorgan "Rodong Sinmun" berichtete, dass seit der Verhängung der Sanktionen rund 3,5 Millionen Nordkoreaner einen Antrag gestellt hätten, sich dem Militär anschließen zu können. Das 25 Millionen Einwohner zählende Nordkorea hat mit mehr als 1,1 Millionen aktiven Soldaten die zahlenmäßig größte Armee der Welt. Allerdings führen die Streitkräfte auch viele zivile Tätigkeiten aus, etwa im Straßenbau oder der Feldarbeit. Jeder männliche Nordkoreaner ist verpflichtet, einen zehnjährigen Wehrdienst abzuleisten.

Jeder dritte Deutsche (33 Prozent) macht sich derzeit große Sorgen, dass es bei einem militärischen Konflikt zwischen Nordkorea und den USA zu einem Atomkrieg kommen könnte. Weitere 43 Prozent machten sich etwas Sorgen, wie eine Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag des Fernsehsenders RTL am Donnerstag und Freitag unter 1001 Befragten ergab. 23 Prozent der Befragten hätten demnach gar keine Sorgen.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

WDH/ROUNDUP/Berliner Senatorin zu Stickoxid-Belastung: 'Wir müssen handeln' (Im zweiten Absatz wurde der dritte Satz neu formuliert und so klargestellt, dass sich die Zahl 39 auf zwei Messnetze bezieht. (Boerse, 12.12.2017 - 20:34) weiterlesen...

'KoKo' statt 'GroKo'? SPD-Idee stößt auf Unions-Widerstand (Aktualisiert mit Kritik Seehofer, 2. Abs.) (Wirtschaft, 12.12.2017 - 19:51) weiterlesen...

Länder-Chefs schweigen noch zu BER-Eröffnungstermin. Ministerpräsident Dietmar Woidke und der Regierende Bürgermeister Michael Müller (beide SPD) verrieten nach der vertraulichen Sitzung aber nicht, wann der drittgrößte deutsche Flughafen ans Netz gehen soll. "Das macht alles der Aufsichtsrat", sagte Müller und verwies auf dessen Sitzung an diesem Freitag. Unterdessen scheiterten weitere Gegner es krisenbehafteten Milliardenprojekts vor dem Bundesverfassungsgericht. BERLIN/KARLSRUHE - Vor der Bekanntgabe des Eröffnungstermins für den neuen Hauptstadtflughafen hat Geschäftsführer Engelbert Lütke Daldrup am Dienstag die Eigentümer Berlin und Brandenburg informiert. (Boerse, 12.12.2017 - 19:35) weiterlesen...

Britisches Parlament will sich Veto über Brexit-Abkommen sichern. Sie muss fürchten, bei der Debatte über das EU-Austrittsgesetz am Mittwoch im Parlament eine Niederlage einzufahren. Die EU-freundlichen Abgeordneten in ihrer Fraktion wollen sich ein Veto über das endgültige Brexit-Abkommen sichern. Zehn Konservative unterzeichneten einen Änderungsantrag, der dem Parlament das letzte Wort über den Deal mit Brüssel erteilt. LONDON - Nur wenige Tage vor der Entscheidung der EU-Staats- und Regierungschefs über die Ausweitung der Brexit-Gespräche hat die britische Premierministerin Theresa May mit einer Rebellion in den eigenen Reihen zu kämpfen. (Wirtschaft, 12.12.2017 - 19:25) weiterlesen...

Brüssel verärgert über Brexit-Äußerungen aus London. Weitere Fortschritte könne es nur geben, wenn die bisherigen Vereinbarungen respektiert und in Vertragsrecht umgesetzt würden, betonte ein hoher EU-Beamter am Dienstag. Auch EU-Unterhändler Michel Barnier und die Bundesregierung zeigten sich irritiert über Äußerungen des britischen Brexit-Ministers David Davis. BRÜSSEL - Kurz vor der Entscheidung zur Ausweitung der Brexit-Verhandlungen wachsen neue Spannungen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien. (Wirtschaft, 12.12.2017 - 19:21) weiterlesen...

EU-Parlament bekräftigt Forderungen für den Brexit. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Ratspräsident Donald Tusk wollen das Parlament am Mittwoch (09.00 Uhr) über den Abschluss der ersten Phase der Verhandlungen mit der britischen Regierungschefin Theresa May informieren. STRASSBURG - Einen Tag vor dem EU-Gipfel in Brüssel will das EU-Parlament seine Forderungen im Zusammenhang mit dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union bekräftigen. (Wirtschaft, 12.12.2017 - 19:08) weiterlesen...