Deutschland, Volkswirtschaft

Opec fördert weniger Erdöl - kommen Preissteigerungen?

30.11.2016 - 17:35:24

WIEN - Die Opec kürzt erstmals seit dem Jahr 2008 wieder ihre Ölproduktion. Die Organisation beschloss am Mittwoch in Wien, eine im Grundsatz bereits getroffene Einigung über geringere Fördermengen nun konkret umzusetzen. Damit könnten auch höhere Preise für Benzin und Heizöl kommen - das Ausmaß ist aber noch nicht klar.

Das Ölkartell will in den kommenden sechs Monaten 1,2 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag weniger produzieren. Das neue Limit soll bei 32,5 Millionen Barrel täglich liegen. "Wir haben heute einen großen Erfolg beschlossen", sagte der Ölminister aus Katar, Mohammed Bin Saleh Al-Sada.

'ERFOLG BESCHLOSSEN'

Die Umsetzung des Deals soll am 1. Januar 2017 beginnen. Als wesentliche Maßnahme zur Erreichung des Ziels setzte Indonesien, das rund 700 000 Barrel Öl am Tag fördert, seine Mitgliedschaft aus. Das Land war nach einer sieben Jahre langen Pause erst Anfang 2016 wieder zu dem Kartell gestoßen.

Noch vor der offiziellen Verkündung waren die Ölpreise stark angestiegen. Ob der Effekt der Maßnahme mittelfristig anhält, ist jedoch noch nicht entschieden. Ein positives Signal sei, dass auch andere wichtige Förderländer unter den Nicht-Opec-Staaten mitziehen werden. Russland habe bereits zugesichert, 300 000 Barrel am Tag weniger zu fördern.

RUSSLAND WILL MITZIEHEN

Im September hatte die Opec in Algerien schon eine prinzipielle Förderkürzung beschlossen. Das tägliche Produktionsvolumen sollte auf 32,5 bis 33 Millionen Barrel nach zuletzt geschätzten 33,6 Millionen Barrel gesenkt werden. Doch besonders der Iran hatte sich gegen eine Drosselung gestellt. Das Land wollte nach dem Ende der Wirtschaftssanktionen sogar mehr Öl fördern.

Durch ein Überangebot am Markt haben sich die Preise seit 2014 fast halbiert. Vor der Einigung war ein Fass um rund 47 US-Dollar zu haben. Der Anstieg betrug am Mittwoch bereits zeitweise fast neun Prozent.

ZERSTRITTENES KARTELL

Bis kurz vor der Sitzung schien eine Einigung auf wackligen Füßen zu stehen. Mehrere vorbereitende Treffen waren ohne Durchbruch verlaufen. Dennoch stand die Opec unter hohem Erwartungsdruck.

Das Kartell, das als zerstritten gilt, hatte den Verfall der Ölpreise bisher ohne Gegenmaßnahmen hingenommen. Im Hintergrund spielten auch geostrategische Überlegungen der verfeindeten Regionalmächte Iran und Saudi-Arabien eine Rolle. Beide Staaten sind auf unterschiedlichen Seiten im Syrien-Krieg engagiert.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Produktionsmängel - Bayer hinkt bei Aspirin-Lieferungen hinterher. Das Medikament wird häufig bei Herzinfarkten eingesetzt. Wegen Mängeln in der Produktion kommt es bei Bayer zu Lieferengpässen bei flüssigem Aspirin. (Wirtschaft, 21.07.2017 - 22:34) weiterlesen...

Devisen: Eurokurs legt im US-Handel etwas zu - Höchster Stand seit 2015. Die Gemeinschaftswährung kostete zuletzt 1,1674 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1642 (Donnerstag: 1,1485) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8590 (0,8707) Euro. Vor den Beschlüssen der Europäischen Zentralbank (EZB) am Vortag hatte der Euro noch knapp zwei Cent tiefer notiert. NEW YORK - Der Eurokurs hat am Freitag im US-Handel etwas zugelegt. (Boerse, 21.07.2017 - 21:17) weiterlesen...

SANDPIPER Digital Payments AG: Verkauf der Polyright AG. SANDPIPER Digital Payments AG: Verkauf der Polyright AG SANDPIPER Digital Payments AG: Verkauf der Polyright AG (Boerse, 21.07.2017 - 21:02) weiterlesen...

Börse in Frankfurt - DAX: Schlusskurse im Späthandel am 21.07.2017 um 20:30 Uhr Frankfurt/Main - An der Frankfurter Wertpapierbörse wurden im Späthandel am 21.07.2017 um 20:30 Uhr folgende Schlusskurse für die 30 Werte des Deutschen Aktienindex DAX festgestellt. (Sonstige, 21.07.2017 - 20:42) weiterlesen...

Regierungschef Weil: VW-Gremien über Vorwürfe umfassend informieren. Weil und Landes-Wirtschaftsminister Olaf Lies (beide SPD) sitzen beide auch im Volkswagen -Aufsichtsrat. HANNOVER - Angesichts des Verdachts illegaler Absprachen gegen deutsche Autobauer erwartet Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, dass die Gremien des VW -Konzerns kurzfristig und umfassend informiert werden. (Boerse, 21.07.2017 - 20:02) weiterlesen...

Marktforscher GfK vor Börsenausstieg. Bei der Hauptversammlung in Nürnberg am Freitag sei der Ausschluss der Kleinaktionäre beschlossen worden, teilte ein Sprecher mit. Das als "Squeeze Out" bekannte Verfahren führt dazu, dass die GfK künftig nicht mehr an der Börse notiert ist. NÜRNBERG - Das Marktforschungsinstitut GfK steht vor dem Rückzug von der Börse. (Boerse, 21.07.2017 - 19:19) weiterlesen...