Indikatoren, Deutschland

NÜRNBERG - Von den zuletzt nach Deutschland gekommenen Flüchtlingen werden nach Einschätzung von Arbeitsmarktforschern rund 50 Prozent in den ersten fünf Jahren einen Job finden.

20.04.2017 - 15:53:40

Forscher: Nach fünf Jahren hat wohl jeder zweite Flüchtling einen Job. Um bis zu 70 Prozent von ihnen in Arbeit zu bringen, sind voraussichtlich weitere zehn Jahre erforderlich, rechnen die Forscher des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) beruft sich dabei auf die aktuelle Entwicklung und frühere Erfahrungen mit arbeitssuchenden Flüchtlingen.

Inzwischen gebe es aber erste Hinweise, dass die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt etwas besser laufe als in den 1990er und 2000er Jahren. Anscheinend zahle sich die verstärkte Förderung von Flüchtlingen aus, vermuten die Nürnberger Arbeitsmarktforscher. "Auf der anderen Seite ist der Umfang des Zuzugs an Geflüchteten erheblich größer als in der Vergangenheit." Dadurch würden mehr Flüchtlinge als früher um das ohnehin knappe Angebot geeigneter Jobs konkurrieren, geben sie zu bedenken.

Aktuell verläuft die Integration von Flüchtlingen nach IAB-Einschätzung erwartungsgemäß: Von den im Jahr 2015 nach Deutschland gekommenen erwerbsfähigen Asylbewerbern waren nach IAB-Erkenntnissen bis Mitte 2016 rund zehn Prozent erwerbstätig. Von den im Jahr 2014 asylsuchenden Ausländern seien bis zum vergangenen Sommer 22 Prozent in Arbeit gewesen. Von jenen, die bereits 2013 nach Deutschland gekommen waren, hatte ein knappes Drittel einen Job.

Allerdings wurden bei der Zählung auch Flüchtlinge in bezahlten Praktika mitgezählt. Rechnet man diese heraus, lägen die Quoten um ein Drittel bis um die Hälfte niedriger, räumt das IAB ein. Die aktuelle Studie basiert auf einer repräsentativen Befragung von Flüchtlingen im Jahr 2016.

Die Befragungsergebnisse decken sich weitgehend mit Daten der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA). Danach hat die Zahl der Beschäftigten aus den wichtigsten nichteuropäischen Asylherkunftsländern Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien von Anfang 2015 bis zum Jahresende 2016 um 80 000 zugenommen. Im gleichen Zeitraum war die Zahl der Flüchtlinge im erwerbsfähigen Alter um 687 000 Personen gestiegen. Damit hat rund zwölf Prozent der Neuankömmlinge der Jahre 2015 und 2016 inzwischen einen Job.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

USA: Einfuhrpreise steigen weiter kräftig. Die Preise für in die USA eingeführte Güter erhöhten sich zum Vorjahresmonat um 2,7 Prozent, wie das US-Handelsministerium am Dienstag in Washington mitteilte. Analysten hatten eine etwas geringere Jahresrate von 2,6 Prozent erwartet. WASHINGTON - In den USA hat sich der Anstieg der Importpreise im September weiter deutlich beschleunigt. (Wirtschaft, 17.10.2017 - 14:51) weiterlesen...

Griechische Statistiker revidieren Daten nach unten: BIP in 2016 gesunken. Das meldete am Dienstag das griechische Statistikamt (Elstat) mit einer zweiten vorläufigen Schätzung der Wirtschaftsleistung des Landes. Der Wert liegt hinter der Erstschätzung aus dem März zurück, in der das Statistikamt noch von einem Wachstum von 0,6 Prozent ausging. Zum Vergleich: Im Schnitt wuchs das Bruttoinlandsprodukt aller 28 EU-Mitgliedstaaten im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent. ATHEN - Das griechische Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im vergangenen Jahr um 0,2 Prozent zurückgegangen. (Wirtschaft, 17.10.2017 - 14:34) weiterlesen...

ZEW-Index steigt weiter. Der Indikator für die deutschen Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sei im Oktober um 0,6 Punkte auf 17,6 Zähler gestiegen, wie das ZEW am Dienstag in Mannheim mitteilte. MANNHEIM - In Deutschland stehen die Zeichen nach Einschätzung von Finanzexperten weiter auf Aufschwung. (Wirtschaft, 17.10.2017 - 11:59) weiterlesen...

Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen steigen weiter. Der entsprechende Indikator des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stieg um 0,6 Punkte auf 17,6 Zähler, wie das ZEW am Dienstag in Mannheim mitteilte. Dies ist der zweite Anstieg in Folge. Bankvolkswirte hatten im Mittel allerdings einen deutlich stärkeren Zuwachs auf 20,0 Punkte erwartet. MANNHEIM - Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im Oktober weiter verbessert. (Wirtschaft, 17.10.2017 - 11:10) weiterlesen...

Großbritannien: Inflationsrate steigt auf 3,0 Prozent. Die Verbraucherpreise erhöhten sich im September um 3,0 Prozent zum entsprechenden Vorjahresmonat, wie das Statistikamt ONS am Dienstag in London mitteilte. Dies ist die höchste Rate seit April 2012. Volkswirte hatten mit der Entwicklung gerechnet. Im Vormonat hatte die Rate noch bei 2,9 Prozent gelegen. Getrieben wurde die Inflation vor allem durch gestiegene Lebensmittel- und Transportpreise. LONDON - In Großbritannien hat sich die Inflationsrate weiter vom Zielwert der Bank of England entfernt. (Wirtschaft, 17.10.2017 - 11:03) weiterlesen...

Eurozone: Inflation bleibt wie erwartet schwach. Sie hat auch im September deutlich unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB) verharrt. Wie im Vormonat habe der Preisanstieg im Jahresvergleich bei 1,5 Prozent gelegen, teilte das Statistikamt Eurostat am Dienstag nach einer zweiten Schätzung mit. Eurostat bestätigte damit wie von Volkswirten erwartet eine erste Erhebung. LUXEMBURG - In der Eurozone bleibt die Inflation schwach. (Wirtschaft, 17.10.2017 - 11:02) weiterlesen...