Indikatoren, Deutschland

NÜRNBERG - Immer weniger Hartz-IV-Empfänger werden wegen der Ablehnung eines angebotenen Jobs oder einer Lehrstelle von Jobcentern sanktioniert.

11.04.2017 - 13:21:44

Weniger Hartz-IV-Empfänger wegen Ablehnung von Job sanktioniert. Im vergangenen Jahr war aus diesem Grund nur noch gut 93 000 Menschen das Arbeitslosengeld II gestrichen worden. 2011 waren es noch knapp 140 000 Hartz-IV-Bezieher gewesen. Das geht aus der Sanktionsstatistik 2016 der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Die Zahl der insgesamt verhängten Sanktionen lag 2016 etwa zehnmal so hoch. Denn die Behörden reagieren nicht nur auf Verweigerung bei einem Job- oder Lehrstellenangebot, sondern beispielsweise auch auf das Verschweigen von zusätzlichem Einkommen und Vermögen oder auf das Ablehnen einer Fortbildung.

Die Zahlen bedeuten, dass 2016 nur noch in jedem zehnten Fall eine Sanktion ausgesprochen wurde, weil Betroffene eine von den Jobcentern angebotene Stelle ablehnten oder einen gerade erst angenommen Job gleich wieder hinschmissen. Im Jahr 2007 hatte dieser Anteil noch bei knapp einem Viertel gelegen. Mit den Sanktionen ist in der Regel eine Kürzung der Hartz-IV-Leistungen um 30 Prozent verbunden, kleinere Regelverstöße werden schwächer geahndet. Im Wiederholungsfall kann die Hilfe vorübergehend ganz gestrichen werden.

Am häufigsten griffen Jobcenter 2016 wegen sogenannter Meldeversäumnisse zu Sanktionen. 713 900 Mal (2015: 740 500 Mal) wurde Hartz-IV-Beziehern das Arbeitslosengeld II gekürzt, weil sie sich entgegen einer Jobcenter-Absprache nicht bei Anbietern von Fortbildungs- und Trainingsmaßnahmen meldeten, in weiteren 8 000 Fällen weil sie unentschuldigt Termine bei ihrem Jobvermittler, dem medizinischen oder dem psychologischen Dienst platzen ließen.

Die Zahl der Sanktionen für Hartz-IV-Empfänger geht seit 2012 beständig zurück. Mit 939 100 lag sie 2016 um knapp 40 000 unter dem Niveau von 2015 und 82 800 unter dem bisherigen Höchststand von 2012. Insgesamt waren 2016 mehr als 134 000 Männer und Frauen von der sanktionsbedingten Kürzung ihres Arbeitslosengeldes II betroffen. Im Schnitt mussten sie während der Sanktionsfrist monatlich auf 108 Euro verzichten, was einer Leistungskürzung von 19,3 Prozent entspricht.

Da manche Hartz-IV-Empfänger mehrfach sanktioniert werden, ist die Zahl der betroffenen Menschen deutlich niedriger als die Zahl der Fälle. Die Zahl der Sanktionierten legte im Jahresschnitt 2016 leicht zu. Dies liegt nach Einschätzung der Bundesagentur an der wachsenden Zahl von Flüchtlingen unter den Hartz-IV-Beziehern. Manche von ihnen seien noch nicht ausreichend mit den Regeln des Hartz-IV-Systems vertraut, gab ein Bundesagentur-Sprecher zu bedenken.

Stabil geblieben ist die Zahl der mit Sanktionen belegten Hartz-IV-Bezieher unter 25 Jahren. Ihre Zahl lag im vergangenen Jahr bei 30 125 - und damit nur leicht unter dem Niveau von 2015. Damit war 2016 jeder fünfte sanktionierte Hartz-IV-Bezieher jünger als 25 Jahre. Im Schnitt wurde ihr Arbeitslosengeld II vorübergehend um 28 Prozent gekürzt. Arbeitsmarktforscher zweifeln schon länger an der Wirksamkeit solcher Sanktionen bei jungen Menschen. Sie befürworten stattdessen eine individuellere Betreuung.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Unternehmensstimmung im Euroraum Sechseinhalb-Jahreshoch. Der Einkaufsmangerindex für die Gesamtwirtschaft erhöhte sich um 1,5 Punkte auf 57,5 Zähler, wie das Institut IHS Markit am Donnerstag in London mitteilte. Das ist der höchste Stand seit rund sechseinhalb Jahren. Analysten hatten dagegen mit einer Stagnation gerechnet. Werte oberhalb von 50 Punkten deuten auf Wachstum hin, Werte darunter auf wirtschaftliche Schrumpfung. LONDON - Die Stimmung der Unternehmen im Euroraum hat sich im November überraschend und deutlich verbessert. (Wirtschaft, 23.11.2017 - 14:02) weiterlesen...

Großbritannien: Wirtschaft wächst dank Privatkonsum. Wie das Statistikamt ONS am Donnerstag in einer zweiten Schätzung mitteilte, wuchs die Wirtschaftsleistung (BIP) von Juli bis September um 0,4 Prozent zum Vorquartal. Vorläufige Angaben wurden damit wie von Experten erwartet bestätigt. Die Entwicklung folgt auf Wachstumsraten von jeweils 0,3 Prozent im ersten und zweiten Quartal. LONDON - Die britische Wirtschaft hat ihr solides Wachstum im dritten Quartal dank der Ausgabefreude der Verbraucher fortgesetzt. (Wirtschaft, 23.11.2017 - 10:52) weiterlesen...

Deutsche Wirtschaft wächst kräftig. Angetrieben vom Exportboom und von steigenden Investitionen vieler Unternehmen stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Die Wiesbadener Behörde bestätigte damit eine erste Schätzung. Im zweiten Vierteljahr hatte es ein Plus von 0,6 Prozent gegeben. WIESBADEN - Die deutsche Wirtschaft geht mit Rückenwind in den Jahresendspurt. (Wirtschaft, 23.11.2017 - 10:52) weiterlesen...

Eurozone: Unternehmensstimmung auf höchstem Stand seit sechseinhalb Jahren. Der Einkaufsmangerindex für die Gesamtwirtschaft erhöhte sich um 1,5 Punkte auf 57,5 Zähler, wie das Institut IHS Markit am Donnerstag in London mitteilte. Das ist der höchste Stand seit rund sechseinhalb Jahren. Analysten hatten dagegen mit einer Stagnation gerechnet. Sowohl in Deutschland als auch in Frankreich verbesserten sich die Indikatoren von hohem Niveau aus, in Frankreich aber besonders stark. LONDON - Die Stimmung der Unternehmen im Euroraum hat sich im November deutlich stärker verbessert als erwartet. (Wirtschaft, 23.11.2017 - 10:15) weiterlesen...

In Frankreich stehen die Zeichen auf Aufschwung. Im November erreichte die Stimmung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone den besten Wert seit fast zehn Jahren. Der Indikator für das Geschäftsklima stieg um 2 Punkte auf 111 Zähler, wie das Statistikamt Insee am Donnerstag mitteilte. Damit erreichte der Indikator den höchsten Wert seit Januar 2008. Außerdem wurden starke Daten zum Produzentenvertrauen und zur Stimmung der französischen Einkaufsmanager gemeldet. PARIS - In Frankreich mehren sich die Hinweise auf einen robusten Aufschwung. (Wirtschaft, 23.11.2017 - 09:59) weiterlesen...

Frankreich: Bestes Geschäftsklima seit fast zehn Jahren. Der Indikator für das Geschäftsklima legte im November überraschend zu. Das Stimmungsbarometer für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone stieg um 2 Punkte auf 111 Zähler, wie das Statistikamt Insee am Donnerstag mitteilte. Damit erreichte der Indikator den höchsten Wert seit Januar 2008. PARIS - Die Stimmung in der französischen Wirtschaft ist im Höhenflug und lässt eine weitere konjunkturelle Erholung erwarten. (Wirtschaft, 23.11.2017 - 09:10) weiterlesen...