Haushalt, Steuern

NÜRNBERG - Der Bundesrechnungshof hat die Betreuung von arbeitslosen Hartz-IV-Beziehern in den Jobcentern bemängelt.

04.04.2017 - 21:00:24

Bundesrechnungshof bemängelt Betreuung von Hartz-IV-Beziehern. So würden sich Vermittler zu wenig damit auseinandersetzen, welche Fortschritte Arbeitslose beispielsweise nach Trainingsmaßnahmen oder Fortbildungskursen gemacht hätten, geht aus einem am Dienstag in Nürnberg veröffentlichten Bericht der obersten Rechnungsprüfer hervor.

In 39 Prozent der Fälle würden die "Wirkungen von arbeitsmarkpolitischen Maßnahmen" nicht elektronisch gespeichert, vorhandene Datensätze über die Betroffenen nicht aktualisiert, heißt es in der Prüfungsmitteilung. Die Jobcenter könnten damit die Ergebnisse der Fortbildungsmaßnahmen "nicht oder nur teilweise bei ihrer Integrationsarbeit berücksichtigen".

Dadurch bestehe die Gefahr, dass Hartz-IV-Bezieher "nicht qualifikationsentsprechend integriert werden können". Mit hohem finanziellen Aufwand der Jobcenter und großem persönlichen Einsatz der Leistungsberechtigten erworbene Kenntnisse und Fertigkeiten blieben dadurch oft nutzlos, kritisieren die Prüfer.

Eine Sprecherin der zuständigen Bundesagentur für Arbeit (BA) betonte hingegen: "Der Bundesrechnungshof hat die Dokumentation von Integrationsfortschritten geprüft, nicht die Qualität der Maßnahmen." Die BA habe auf diese Hinweise bereits vor längerem reagiert: Das Thema werde regelmäßig in Dienstbesprechungen und Workshops besprochen, zudem sei die Fachaufsicht gestärkt worden. "Wichtig ist: Mängel bei der Dokumentation führen nicht zwingend zu Integrationsnachteilen", betonte die Sprecherin.

@ dpa.de

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