Indikatoren, Zusammenfassung

NÜRNBERG - Dem Arbeitsmarkt-Aufschwung in Deutschland droht nach Einschätzung von Fachleuten im kommenden Jahr eine kräftige Delle.

01.11.2016 - 06:15:24

Jobaufschwung droht 2017 kräftige Delle. Zwar sei nicht gerade mit einer schweren Jobkrise zu rechnen. Nach einer anfänglichen Seitwärtsbewegung müsse man sich in der zweiten Jahreshälfte 2017 aber auf spürbar steigende Arbeitslosenzahlen einstellen, prognostizierten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Neben dem etwas schwächeren Wirtschaftswachstum werde dazu auch die wachsende Zahl arbeitsloser Flüchtlinge beitragen.

Nach der Prognose der Ökonomen wird die Zahl der Jobsuchenden 2017 im Schnitt zwischen 70 000 und 90 000 steigen. Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld rechnet sogar mit einem Plus von 160 000 im Vergleich zu 2016. "Der Abbau der Arbeitslosigkeit wird künftig etwas holpriger werden", ist er überzeugt. Das liege zum einen an der Flüchtlingszuwanderung, aber auch an den zunehmenden Problemen, Langzeitarbeitslose in Arbeit zu vermitteln.

Heiko Peters von der Deutschen Bank sieht das ähnlich. Der Ökonom räumt zwar ein, dass es weiter schwierig ist, die Auswirkungen der Flüchtlingszuwanderung auf den Arbeitsmarkt im nächsten Jahr einzuschätzen. "Wir haben aber schon die Annahme, dass im kommenden Jahr viele Flüchtlinge in die Arbeitslosigkeit wechseln werden", berichtet er. Viele der 2015 nach Deutschland gekommenen Flüchtlinge absolvieren derzeit noch Sprach- und Berufsvorbereitungskurse. In dieser Zeit gelten sie nicht als arbeitslos.

Belastet wird der Arbeitsmarkt nach Tuchtfelds Einschätzung auch von der sich im Jahr 2017 voraussichtlich abschwächenden Konjunktur. Erste Anzeichen sieht er schon jetzt: "Die Konjunktur ist nicht mehr so richtig gefestigt." Dass das abgeschwächte Wirtschaftswachstum über kurz oder lang auch Folgen für den Arbeitsmarkt hat, steht auch für DZ-Bank-Volkswirt Michael Holstein außer Frage: "Wenn wir im nächsten Jahr nur ein Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent haben, dann kann die Beschäftigung nicht mehr um 2 Prozent wachsen."

Weitaus optimistischer sieht hingegen Allianz-Volkswirt Rolf Schneider die Lage. Anders als die meisten seiner Kollegen geht er weiterhin von einem robusten Arbeitsmarkt im Jahr 2017 aus. Mit den von ihm für kommendes Jahr prognostizierten 2,707 Millionen Erwerbslosen würde die Arbeitslosigkeit im kommenden Jahr im Schnitt lediglich um 10 000 steigen.

Hauptgrund: Die Zahl der jobsuchenden Flüchtlinge werde 2017 schwächer steigen als erwartet, manche würden mehr Zeit brauchen, um in Integrations- und Berufsvorbereitungskursen für den deutschen Berufsalltag fit gemacht zu werden, glaubt Schneider. Für einen Schub werde auch weiter die Konjunktur sorgen. Wachstumstreiber werde dabei wieder stärker der Export sein, ist er überzeugt.

Für Oktober rechnen die Volkswirte nahezu einmütig mit einem erneuten saisonbedingten Rückgang der Arbeitslosenzahlen um 50 000 bis 55 000 auf etwa 2,56 Millionen. Dies wären rund 96 000 weniger als vor einem Jahr. Der Oktober profitiert nach Experteneinschätzung noch vom Herbstaufschwung, bevor Frost und Kälte vor allem auf dem Bau, in Gärtnereien und der Gastronomie wieder verstärkt zu Entlassungen führen. Die offiziellen Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Mittwoch (2. November) veröffentlichen.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

USA: Empire-State-Index niedriger als erwartet. Der Empire-State-Index fiel um 1,9 Punkte auf 17,7 Zähler, wie die regionale Notenbank von New York am Dienstag mitteilte. Analysten hatten mit 19,0 Punkten gerechnet. NEW YORK - Die Stimmung in der Industrie im US-Bundesstaat New York ist im Januar schwächer als erwartet ausgefallen. (Wirtschaft, 16.01.2018 - 14:46) weiterlesen...

Inflation 2017 auf höchstem Stand seit fünf Jahren. Angefacht von höheren Energie- und Nahrungsmittelpreisen kletterte die Inflation auf 1,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag eine erste Schätzung bestätigte. Es war der höchste Stand seit 2012. Auch gestiegene Mieten trugen dazu bei. Im Jahr zuvor lag die Teuerung im Schnitt noch bei 0,5 Prozent. Zum Jahresende 2017 verringerte sich der Preisauftrieb leicht. Im Dezember lag die jährliche Rate bei 1,7 Prozent. WIESBADEN - Die Verbraucherpreise in Deutschland sind 2017 auf den höchsten Stand seit fünf Jahren gestiegen. (Wirtschaft, 16.01.2018 - 11:12) weiterlesen...

Großbritannien: Inflation sinkt leicht auf 3,0 Prozent. Im Dezember sei die Inflationsrate auf 3,0 Prozent gesunken, nach 3,1 Prozent im November, teilte das Statistikamts ONS am Dienstag mit. Analysten hatten den Rückgang erwartet. LONDON - Die Inflation in Großbritannien hat sich Ende 2017 wieder etwas abgeschwächt. (Wirtschaft, 16.01.2018 - 11:05) weiterlesen...

Bevölkerung in Deutschland auf 82,5 Millionen Menschen angewachsen. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag berichtete, bedeutete das einen Zuwachs um 346 000 Menschen oder 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wie bereits in den Vorjahren war der Bevölkerungsanstieg vor allem auf Zuwanderung zurückzuführen. Sie sorgte für einen Überschuss von 498 000 Menschen - ein Jahr zuvor waren es noch mehr als 1,1 Millionen gewesen. WIESBADEN - Die Zahl der in Deutschland lebenden Menschen ist bis Ende 2016 auf 82,5 Millionen Menschen gestiegen. (Wirtschaft, 16.01.2018 - 10:49) weiterlesen...

Italien: Inflation schwächt sich leicht ab. Wie die nationale Statistikbehörde Istat am Dienstag mitteilte, lag der nach europäischer Methode berechnete Preisindex HVPI um 1,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit bestätigte Istat vorläufige Daten. Im November hatte die Inflationsrate mit 1,1 Prozent leicht höher gelegen. Im Monatsvergleich stiegen die Preise im Dezember um 0,3 Prozent. ROM - In Italien sind die Verbraucherpreise im Dezember etwas schwächer gestiegen. (Wirtschaft, 16.01.2018 - 10:27) weiterlesen...

Deutschland: Inflation schwächt sich im Dezember etwas ab. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, lagen die Verbraucherpreise 1,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Damit bestätigte die Behörde vorläufige Zahlen. Im November hatte die Teuerung noch 0,1 Prozentpunkte höher gelegen. Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise im Dezember um 0,6 Prozent. Im Jahresdurchschnitt 2017 erhöhten sich die Verbraucherpreise in Deutschland um 1,8 Prozent gegenüber 2016 und damit stärker als in den letzten vier Jahren. WIESBADEN - Die Inflation in Deutschland hat sich im Dezember erwartungsgemäß etwas abgeschwächt. (Wirtschaft, 16.01.2018 - 08:11) weiterlesen...