Luftverkehr, Deutschland

Lufthansa und Easyjet werden sich wohl die größten Stücke vom Kuchen sichern.

25.09.2017 - 07:31:33

Insolvente Fluggesellschaft - Air Berlin informiert über Zwischenstand im Bieterverfahren. Doch bei der Verwertung von Air Berlin sind noch viele Fragen offen. Vor allem für die Beschäftigten.

Berlin - Air Berlin informiert am Montagnachmittag nach einer Sitzung des Aufsichtsrats über den Zwischenstand im Bieterverfahren. Bei den Verhandlungen über die Aufteilung der insolventen Fluggesellschaft soll dem Vernehmen nach der größte Teil an den deutschen Marktführer Lufthansa gehen.

Air Berlin verhandelt außerdem mit dem britischen Billigflieger Easyjet. Daneben könnte auch noch auch die Fluggesellschaft Condor zum Zug kommen. Die Detail-Verhandlungen sollen noch bis zum 12. Oktober dauern.

Wie die «Rheinische Post» berichtete, müsse unter anderem noch ein Streit zwischen Lufthansa und Easyjet um besonders begehrte Flugrechte in Düsseldorf beigelegt werden.

Auch die Beschäftigten erwarten Antworten auf drängende Fragen: Wollen die Bieter nur die Flugzeuge samt Start- und Landerechten, oder auch die Besatzungen. Die Gewerkschaften dringen darauf, dass die neuen Eigentümer auch die Beschäftigten übernehmen. Laut «Bild» und «B.Z.» sind am Montag in Berlin und am Dienstag in Düsseldorf Betriebsversammlungen geplant.

Für den Kauf der Technik-Sparte der Air Berlin rechnet sich das Berliner Logistikunternehmen Zeitfracht gute Chancen aus. Hier gibt es eine längere Bieterfrist. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin mit ihren mehr als 8000 Beschäftigten ist seit Mitte August insolvent.

Medienberichten zufolge könnten mit dem Verkauf bis zu 350 Millionen Euro erlöst werden, allein 200 Millionen sollen demnach von der Lufthansa kommen. Das dürfte den Steuerzahler freuen, denn so scheint die Rückzahlung des staatlichen Überbrückungskredits über 150 Millionen Euro gesichert. Das Geld hatte der Bund vorgestreckt, um Air Berlin während der Verhandlungen in der Luft zu halten.

Allerdings war in den vergangenen Tagen gemutmaßt worden, das Geld könne möglicherweise nicht reichen. Air Berlin macht weiter jeden Tag hohe Verluste, und der Abschluss des Verkaufs könnte sich durch die Prüfung der Wettbewerbsbehörden noch wochenlang hinziehen. Das Problem sehen wohl auch die potenziellen Käufer. Laut «Bild am Sonntag» will etwa die Lufthansa bis zu 100 Millionen Euro Betriebskosten in der Übergangszeit übernehmen. Für die Käufer ist Air Berlin nur interessant, solange der Flugbetrieb weitergeht. Sollten die Maschinen am Boden bleiben («Grounding»), gingen die lukrativen Start- und Landerechte verloren.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Beliebtestes Reiseziel - Thomas Cook gründet eigene Airline für Mallorca. Thomas Cook Airlines Balearics werde im Frühjahr 2018 mit mindestens drei Airbus A320 an den Start gehen, teilte das Unternehmen mit. Bad Homburg - Der Reisekonzern Thomas Cook gründet mitten in der Neuordnung der deutschen Luftverkehrsbranche eine eigene Airline für die beliebte Ferieninsel Mallorca. (Wirtschaft, 18.10.2017 - 13:19) weiterlesen...

Verdi: Lufthansa soll für Air-Berlin-Transfergesellschaft zahlen. Die Lufthansa müsste ihren Beitrag leisten, teilte Verdi mit. «Es geht vor allem darum, Zeit zu gewinnen, um die ehemaligen Beschäftigten der Airline an andere Arbeitgeber zu vermitteln», sagte Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. Bislang wollen sich Air Berlin und die Länder Berlin und Nordrhein-Westfalen an einer Transfergesellschaft beteiligen, bei der sich die Beschäftigten bewerben können. Berlin - Geld für die geplante Transfergesellschaft für Air Berlin-Beschäftigte muss aus Gewerkschaftsicht auch von den Käufern der insolventen Fluggesellschaft kommen. (Politik, 18.10.2017 - 12:10) weiterlesen...

Air-Berlin-Beschäftigte - Verdi: Auch Lufthansa soll für Transfergesellschaft zahlen. Die Lufthansa und weitere mögliche Erwerber müssten ihren Beitrag leisten, teilte Verdi mit. Berlin - Geld für die geplante Transfergesellschaft für Beschäftigte der Air Berlin muss aus Gewerkschaftsicht auch von den Käufern der insolventen Fluggesellschaft kommen. (Wirtschaft, 18.10.2017 - 11:46) weiterlesen...

NRW-Minister stellt Bedingung für Transfergesellschaft bei Air Berlin. Das entspreche einem Anteil von etwa 40 Prozent der Lohnkosten. In Transfergesellschaften werden Mitarbeiter üblicherweise befristet eingestellt, um sie in neue Jobs zu vermitteln. Air Berlin und das Land Berlin wollen Geld bereitstellen. Düsseldorf - Nordrhein-Westfalens Arbeitsminister Karl-Josef Laumann hat für eine Transfergesellschaft für die Beschäftigten der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin eine Bedingung gestellt: Die beteiligten Firmen müssten «zumindest die Kosten für die Sozialversicherungsbeiträge tragen», sagte der CDU-Politiker der «Rheinischen Post». (Politik, 18.10.2017 - 04:12) weiterlesen...

Hoffnungsschimmer - Transfergesellschaft bei Air Berlin könnte doch kommen. Viele werden nicht bei den Käufern der Airline unterkommen. Nun deutet sich ein Hoffnungsschimmer an. Mehrere Tausend Mitarbeiter von Air Berlin wissen noch nicht, wie es für sie weitergeht. (Wirtschaft, 17.10.2017 - 16:59) weiterlesen...

Lufthansa bietet für Teile von Alitalia. Es seien sieben Einsendungen beim zuständigen Notar eingegangen, die nun von den Sonderverwaltern der Fluggesellschaft geprüft würden, teilte Alitalia nach Ablauf der Bieterfrist mit. Auch die britische Fluggesellschaft Easyjet hob den Finger. Die Lufthansa hatte mitgeteilt, nach Air Berlin auch Teile der einstigen italienischen Staats-Linie erwerben zu wollen. Sie habe ein Angebot für Teile des weltweiten Netzverkehrs und für Direktverbindungen in Europa abgegeben. Rom - Beim Bieten um die insolvente Alitalia muss sich die Lufthansa gegen mehrere Interessenten behaupten. (Politik, 16.10.2017 - 23:00) weiterlesen...