Indikatoren, Frankreich

LONDON - Die französische Wirtschaft zeigt sich vor den anstehenden Präsidentschaftswahlen ausgesprochen zuversichtlich.

21.04.2017 - 12:27:24

Frankreich: Unternehmensstimmung vor der Wahl im Höhenflug. Der Einkaufsmanagerindex für die Gesamtwirtschaft erreichte im April den höchsten Stand seit fast sechs Jahren, wie das Markforschungsunternehmen IHS Markit am Freitag in London mitteilte. Sowohl im Dienstleistungssektor als auch in der Industrie verbesserte sich der Indikator überraschend stark.

Der Gesamtwert stieg im April um 0,6 Punkte auf 57,4 Punkte. Damit erreichte der Stimmungsindikator das höchste Niveau seit Mai 2011. Volkswirte hatten hingegen mit einem Rückgang auf 56,2 Punkte gerechnet. Frankreich schneidet damit erstmals seit August 2012 besser als Deutschland ab. In Deutschland ist der Gesamtwert auf 56,3 Punkte zurückgefallen. Indexwerte über der sogenannten Expansionsschwelle von 50 Punkten werden als Hinweis für ein wirtschaftliches Wachstum gedeutet.

ARBEITSPLATZAUFBAU BESCHLEUNIGT SICH

"Die Daten signalisieren ein hohes Wachstumstempo zu Beginn des zweiten Quartals", sagte Alex Gill, Volkswirt bei IHS Markit. Der private Sektor präsentiere sich sehr robust mit Blick auf die politische Unsicherheit vor der anstehenden Präsidentschaftswahlen in Frankreich. Seit November 2016 beschleunige sich zudem auch der Arbeitsplatzaufbau. Die Nachfrage nach französischen Gütern werde auch durch den relativ schwachen Euro beflügelt.

Der Indikator signalisiert laut dem Analysehaus Capital Economics eine deutliche Beschleunigung des Wirtschaftswachstums. Es dürfte bei rund einen Prozent im zweiten Quartal liegen, kommentierte Europa-Chefvolkswirtin Jennifer McKeown. Die starken Zahlen dürften vor allem dem proeuropäischen Kandidaten Emmanuel Macron helfen. Marine Le Pen vom Front National profitiere hingegen tendenziell von wachsendem Pessimismus.

An den Finanzmärkten spielten die Daten keine große Rolle. Der Eurokurs gab zwischenzeitliche Kursgewinne wieder ab und drehte sogar ins Minus.

^Region/Index April Prognose Vormonat

FRANKREICH

Gesamtwert 57,4 56,2 56,8

Verarb. Gew. 55,1 53,1 53,3

Dienste 57,7 57,0 57,5°

(Angaben in Punkten)

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Eurozone: Überschuss in Leistungsbilanz gesunken. Nach Zahlen der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Freitag betrug der Überschuss bereinigt 21,2 Milliarden Euro. Im Monat zuvor hatte der Überschuss bei revidiert 30,5 Milliarden Euro (zunächst 30,1 Milliarden Euro) gelegen. FRANKFURT - Der Überschuss in der Leistungsbilanz der Eurozone ist im Juni deutlich gefallen. (Wirtschaft, 18.08.2017 - 10:26) weiterlesen...

Deutschland: Auftrieb bei Erzeugerpreisen erneut abgeschwächt. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts vom Freitag legten die Erzeugerpreise zum Vorjahresmonat um 2,3 Prozent zu. Im Vormonat Juni hatte die Rate noch bei 2,4 Prozent gelegen. Volkswirte hatten aber im Mittel für Juli mit einer noch etwas deutlicheren Abschwächung gerechnet. WIESBADEN - In Deutschland hat sich die Inflation auf Herstellerebene im Juli zum dritten Mal in Folge abgeschwächt. (Wirtschaft, 18.08.2017 - 08:02) weiterlesen...

USA: Industrieproduktion steigt schwächer als erwartet. Die Produktion habe im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent zugelegt, teilte die US-Notenbank Fed am Donnerstag in Washington mit. Volkswirte hatten mit einem etwas stärkeren Anstieg um 0,3 Prozent gerechnet. Im Vormonat war die Produktion um 0,4 Prozent gestiegen. WASHINGTON - Die US-Industrieproduktion ist im Juli schwächer gestiegen als erwartet. (Wirtschaft, 17.08.2017 - 17:08) weiterlesen...

USA: Frühindikatoren steigen wie erwartet. Er habe um 0,3 Prozent zum Vormonat zugelegt, teilte das private Forschungsinstitut Conference Board am Donnerstag in Washington mit. Volkswirte hatten dies erwartet. Im Juni war der Indikator noch um 0,6 Prozent gestiegen. WASHINGTON - In den USA ist der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren im Juli wie erwartet gestiegen. (Wirtschaft, 17.08.2017 - 16:08) weiterlesen...

USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fallen deutlicher als erwartet. Sie sei um 12 000 auf 232 000 Anträge gesunken, teilte das Arbeitsministerium am Donnerstag in Washington mit. Analysten hatten im Mittel mit 240 000 Anträgen gerechnet. WASHINGTON - In den USA ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche deutlicher gefallen als erwartet. (Wirtschaft, 17.08.2017 - 14:45) weiterlesen...

USA: Philly-Fed-Index sinkt weniger als erwartet. Der Indikator der regionalen Notenbank (Philly-Fed-Index) sank auf 18,9 Punkte, nach 19,5 Zählern im Monat zuvor, wie die Zentralbank am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt einen deutlicheren Rückgang auf 18,0 Punkte erwartet. PHILADELPHIA - In den USA hat sich das Geschäftsklima in der Region Philadelphia im August weniger als erwartet eingetrübt. (Wirtschaft, 17.08.2017 - 14:40) weiterlesen...