Verkehr, Bahn

Laute Güterzüge nerven Zehntausende Anwohner.

16.07.2017 - 14:50:42

Flüsterbremsen bis 2020 - Umrüstung von lauten Güterwaggons verzögert sich. Leisere Bremsen sollen helfen. Obwohl bei der Umrüstung ein Etappenziel verpasst wurde, beobachtet Verkehrsminister Dobrindt einen «rasanten Hochlauf».

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sagte dazu auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur: "Wir erleben einen rasanten Hochlauf bei der Umrüstung." Die im Vertrag bis Ende 2016 vorgesehene Umrüstungsquote von 50 Prozent werde nun in diesem Jahr übertroffen.

Im Dezember 2016 waren laut Ministerium 44,25 Prozent aller 183 000 in der Republik verkehrenden Güterwaggons aus dem In- und Ausland auf leise Bremsen umgerüstet. Ende Mai 2017 habe die Quote 47,32 Prozent betragen. Bis 2020 sollen alle Güterwagen umgerüstet sein. Im Koalitionsvertrag heißt es: "Ab diesem Zeitpunkt sollen laute Güterzüge das deutsche Schienennetz nicht mehr befahren dürfen."

Dobrindt sagte mit Blick auf das Förderprogramm "Leise Schiene": "Bis 2020 stellen wir für die Umrüstung 152 Millionen Euro bereit. Anwohner von Güterverkehrsstrecken werden so wirksam vor Schienenlärm geschützt." Auf die Frage, warum bislang kein Nachtfahrverbot für noch nicht umgerüstete Güterwagen auf stark befahrenen Strecken greift, antwortete das Ministerium, es habe "bereits eine wichtige Maßnahme umgesetzt: das Fahrverbot für laute Güterwagen ab 2020." Damit werde "ein zusätzlicher Anreiz gesetzt, Altfahrzeuge umzurüsten".

Der "Verkehrsbrief", ein Fachinformationsdienst für Verkehrspolitik, äußerte am 28. Juni die Sorge, "ob die Umrüstung der restlichen Wagen bis Ende 2020 angesichts begrenzter Produktions- und Werkstattkapazitäten noch gelingen kann". Auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) mahnte in der "Rhein-Zeitung" (Freitag), es sei unbedingt nötig, den Bahnlärm in den Griff zu kriegen: "Er beeinträchtigt die Lebensqualität und Touristen."

Hans-Georg Zimmermann von der Deutschen Bahn versicherte, das Staatsunternehmen habe Ende 2016 die geforderte 50-Prozent-Quote bei Flüsterbremsen erfüllt und werde bis 2020 auch das 100-Prozent-Ziel erreichen. Nachtfahrverbote und Tempolimits für laute Güterzüge wären Zimmermann zufolge generell der falsche Weg: "Dann würde es zur Verlagerung von Gütern von der Schiene auf die Straße kommen."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Reisende müssen noch an vielen Bahnhöfen Stufen überwinden. Der Anteil der stufenfreien Bahnhöfe ist in den vergangenen Jahren nur leicht von 76 auf 77 Prozent gestiegen, wie aus einer Rangliste des Bahn-Lobbyvereins Allianz pro Schiene hervorgeht. Spitzenreiter ist Schleswig-Holstein, wo Rollstühlen, Kinderwagen, Fahrrädern und Rollkoffern an 96 Prozent der Bahnhöfe keine Stufen mehr im Weg sind. Im Saarland gilt das nur für 56 Prozent. Berlin - An knapp jedem vierten Bahnhof in Deutschland müssen Reisende auf dem Weg zum Zug noch Stufen überwinden. (Politik, 20.07.2017 - 07:02) weiterlesen...

Probleme mit Stromversorgung - Massive Störungen im Bahnverkehr in NRW. Der Düsseldorfer Hauptbahnhof wurde heute von zahlreichen Fernzügen nicht mehr angefahren. In Köln und im Ruhrgebiet waren Züge mit bis zu zwei Stunden Verspätung unterwegs. Düsseldorf - Eine Stellwerkstörung sorgt im Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen für massive Verspätungen und Zugausfälle. (Politik, 19.07.2017 - 12:34) weiterlesen...

Massive Störungen im Bahnverkehr in NRW. Der Düsseldorfer Hauptbahnhof wurde von zahlreichen Fernzügen nicht mehr angefahren. In Köln und im Ruhrgebiet waren Züge mit bis zu zwei Stunden Verspätung unterwegs. Der genaue Grund für die Störung sei noch unklar, sagte ein Bahnsprecher. Es gebe aber Probleme mit der Stromversorgung auf der stark befahrenen Strecke zwischen Düsseldorf und Köln. Bis wann die Störung behoben werden könne, sei noch unklar. Düsseldorf - Eine Stellwerkstörung sorgt im Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen für massive Verspätungen und Zugausfälle. (Politik, 19.07.2017 - 12:26) weiterlesen...

Zehntausende Pendler - Wuppertal bis Ende August ohne Bahnanschluss. Als Ersatz ist eine Armada von Bussen in der Region unterwegs. Am Ende der Auszeit soll ein neues Stellwerk für die Bahn fertig sein. Im Raum Wuppertal ist Improvisieren angesagt: Die Bahn fährt die siebtgrößte Stadt von NRW wochenlang nicht an. (Politik, 17.07.2017 - 11:46) weiterlesen...

Wuppertal bis Ende August ohne Bahnanschluss. «Um 22 Uhr hat die Sperrung des Bahnknotens planmäßig begonnen», sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn. Die Sperrung dauert während der Sommerferien von Nordrhein-Westfalen. An Werktagen sind täglich Zehntausende Pendler von dem in NRW beispiellosen Einschnitt betroffen. Grund für den mehr als sechs Wochen langen Stopp des Bahnverkehrs ist die Einrichtung eines neuen Stellwerks. Das neue Werk ersetzt drei überalterte Anlagen aus den 1960er Jahren. Wuppertal - Die Stadt Wuppertal ist seit dem Abend für mehrere Wochen komplett vom Netz der Bahn abgekoppelt. (Politik, 17.07.2017 - 00:16) weiterlesen...