Regierungen, SĂŒdamerika

KIEL - Wenige Wochen vor Donald Trumps Antritt als US-PrĂ€sident hat der Forscher Mojib Latif vor RĂŒckschlĂ€gen beim Klimaschutz gewarnt.

29.12.2016 - 06:50:17

Klimaforscher Latif warnt vor RĂŒckschlĂ€gen im Klimaschutz. Trumps geplantes Kabinett sei "durchsetzt von Klimaleugnern und Leuten, die nichts von der Energiewende wissen wollen", sagte der Leiter des Forschungsbereiches Ozeanzirkulation und Klimadynamik am Kieler Helmholtz-Zentrum fĂŒr Ozeanforschung der Deutschen Presse-Agentur. Er fĂŒrchte, dass Trump seinen AnkĂŒndigungen Taten folgen lassen wird.

Trump tritt sein Amt als US-PrÀsident am 20. Januar an. Den Klimawandel hat er in der Vergangenheit als eine Erfindung der Chinesen bezeichnet.

"Jetzt kommt es darauf an, ob man das zarte PflĂ€nzchen, das (US-PrĂ€sident Barack)Obama gepflanzt hat, weiter pflegen kann oder nicht", sagte Latif. Und nach allem was er bisher gehört habe und auch was die Besetzung der wichtigen Posten angehe, gebe es keine umweltpolitischen Signale, dass die USA den Weg, der bei der Unterzeichnung des Pariser Klimaschutzabkommens beschritten worden war, fortfĂŒhren möchten. In Trumps Regierungsmannschaft sind unter anderem ein Chef eines Ölkonzerns als Außenminister und der ehemalige Gouverneur des Öl-Staates Texas als Energieminister eingeplant.

FĂŒr Latif wĂ€re es ein "fatales politisches Signal, wenn die USA beim Klimaschutz aussteigen und rĂŒckwĂ€rtsgewandt sich wieder den fossilen Energien, insbesondere der Kohle zuwenden". Auch weil unklar sei, wie sich China - mit rund 29 Prozent der grĂ¶ĂŸte Verursacher von CO2 - dann verhĂ€lt. Die USA und China gemeinsam sind fĂŒr 44 Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes verantwortlich. Beide Staaten schieben sich laut Latif gegenseitig den "Schwarzen Peter" zu.

Auch Deutschland gehe nicht mit gutem Beispiel voran, sagte Latif - etwa weil die Reduktion der Treibhausgase um 40 Prozent gegenĂŒber 1990 bis 2020 voraussichtlich nicht erreicht werde. "Das ist natĂŒrlich ein weiteres fatales Signal, dass der selbst ernannte Klassenprimus sein selbstgestecktes Ziel nicht erreicht." Daran könne man sehen, wie schwer es ist, VerkĂŒndungen wie die von Paris umzusetzen, sagte der Kieler Wissenschaftler.

Deutschland sei auf einem guten Weg gewesen. Eine Reduktion um die 30 Prozent werde vielleicht geschafft, aber die 40 Prozent eben nicht. "Und das liegt hauptsÀchlich daran, dass wir von der Kohle nicht wegkommen." Und auch in anderen Bereichen wie dem Verkehr, der Entwicklung alternativer Antriebe oder der Modernisierung der ressourcenintensiven Landwirtschaft komme Deutschland nicht voran.

@ dpa.de

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