Deutschland, Volkswirtschaft

HANNOVER - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will die Tarifbindung in Deutschland stärken.

12.10.2017 - 17:34:25

Merkel verspricht Stärkung der Tarifbindung in Deutschland. Beim Bundeskongress der Gewerkschaft IG BCE in Hannover sprach sie sich unter dem Beifall der 400 Delegierten für den Erhalt der Sozialpartnerschaft aus. "Ich halte die Sozialpartnerschaft in dieser Zeit, im 21. Jahrhundert, für mindestens so wichtig wie sie das in der Vergangenheit war", sagte sie.

Beifall erhielt die Kanzlerin dafür vom Grünen-Politiker Jürgen Trittin, der aber meinte: "Ich fand die Ausführungen der Kanzlerin interessant. Sie hat ein Problem benannt - aber nicht, wie sie's hinkriegen will." Merkel kündigte zudem an, bei der künftigen Bundesregierung für einen weiter engen Austausch mit den Gewerkschaften werben zu wollen. Die Digitalisierung sei eine Herausforderung, die alle Teile der Gesellschaft, aber auch der Arbeitswelt erfasse. Darauf gelte es, die richtigen Antworten zu finden.

Zu den anstehenden Aufgaben der kommenden Jahre zählte sie eine nachhaltige, klimafreundliche Entwicklung, eine erfolgreiche Neu-Ausrichtung der Automobilindustrie und die digitale Infrastruktur. "Deutschland hat sich im industriellen Bereich der Digitalisierung geöffnet", sagte sie. Das sei in anderen Fällen aber noch nicht so. Ein europäischer Binnenmarkt sei dringender denn je - und möglich. "In Europa ist Leben zurückgekehrt", erklärte sie.

Zuvor hatte der Gewerkschaftschef Michael Vassiliadis daran erinnert, dass es die dritte Teilnahme Merkels an einem IG BCE-Bundeskongress sei - "immer in der Phase der Regierungsbildung." Merkel saß vor ihrer Rede neben dem Grünen-Politiker Jürgen Trittin, der die Chancen für ein Regierungsbündnis seiner Partei mit Union und FDP ausloten soll. "Ich glaube es ist klar, dass diese Regierungsbildung nicht ganz einfach sein wird", sagte Merkel. Aber sie biete auch die Chance, unkonventionelle Lösungen für komplexe Probleme zu finden - wie es zuletzt etwa bei der atomaren Endlagerung erfolgt sei.

Die IG Bergbau, Chemie und Energie hat rund 640 000 Mitglieder. Beim alle vier Jahre stattfindenden Kongress sprechen die rund 400 Delegierten noch bis Freitag über die Politik für die kommenden Jahre.

@ dpa.de

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