Pharma, Biotechnologie

HALLE / BERLIN - Die chemisch-pharmazeutische Industrie in Ostdeutschland blickt verhalten optimistisch auf 2017.

29.12.2016 - 06:50:45

Chemie und Pharmabranche im Osten verhalten optimistisch. Sie habe sich in einem schwierigen Umfeld bislang recht gut geschlagen, sagte ein Sprecher des Landesverbandes Nordost im Verband der Chemischen Industrie (VCI) in Berlin. Die Branche in den neuen Ländern dürfte 2016 mit einer schwarzen Null beim Umsatz abschließen, sagte er. Im dritten Quartal 2016 lag der Umsatz bei 5,4 Milliarden Euro, 0,4 Prozentpunkte höher als im Vorjahresquartal mit 5 Milliarden Euro. Im Jahr 2015 wurde laut Verband ein Umsatz von 23,3 Milliarden Euro erzielt.

"Für 2017 erwarten wir, dass sich die schwache Dynamik fortsetzen wird", sagte der Sprecher mit Blick auf das Geschäft. Die Branche hat in Ostdeutschland rund 55 000 Beschäftigte. Überwiegend werden chemische Grundstoffe und Pharmazeutika hergestellt. Als Kern gelten die Standorte Leuna-Schkopau-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt sowie Böhlen bei Leipzig und Schwarzheide in Brandenburg.

Laut Verband wird der Umsatz in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland 2017 nur leicht um ein Prozent auf 185 Milliarden Euro steigen. Der Verband rechnet für die gesamtdeutsche Branche für 2016 mit einem Umsatzrückgang von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Rund um den Globus hätten die konjunkturellen und politischen Risiken zugenommen.

In den Unternehmen in Ostdeutschland gebe es eine allgemeine Unsicherheit über den weiteren Kurs in der EU, die Folgen des Brexit und die weitere Gestaltung internationaler Handelsbeziehungen. "Dies belastet den Ausblick", sagte der Sprecher der Ost-Branche. Gut die Hälfte der Geschäfte schließen die Betriebe naut Verband mit dem Ausland ab. Keine andere Branche im Osten sei exportintensiver.

"Die aktuelle Stimmungslage in den Betrieben legt auch nahe, dass die Unternehmen im nächsten Jahr zurückhaltend investieren werden", sagte er. "Die gewachsene Unsicherheit lässt die Unternehmen vorsichtig agieren", sagte der Sprecher auch mit Blick auf den Aufbau von Beschäftigung. Nach den vorliegenden Daten wurden 2014 in Ostdeutschland rund 0,8 Milliarden Euro in Chemiesachanlagen investiert.

Allerdings würden heute - im Vergleich zu Modernisierungen im Zuge des Strukturwandels der ostdeutschen Branche nach 1990 - an Standorten eher Ersatz- als Neuinvestitionen getätigt. Der Chemie- und Pharmastandort Ostdeutschland stehe im Wettbewerb mit anderen deutschen, europäischen und weltweiten Regionen.

2016 ging den Angaben zufolge der Export ostdeutscher chemischer und pharmazeutischer Erzeugnisse zurück. Dies betraf alle Regionen in der Welt und auch die Mitgliedsländer der EU. Dorthin ging aber mehr als die Hälfte der Exporte der ostdeutschen Branche. "Etwas mehr als jeden zweiten Euro verdienen die Betriebe der ostdeutschen Chemie- und Pharmaindustrie im Ausland", sagte er. Stabilisierend wirke auf die Umsätze der Branche der mit 40 Prozent deutlich höhere Anteil der Pharmabranche im Vergleich zur gesamtdeutschen chemisch-pharmazeutischen Industrie, die 2016 rund 446 300 Meschen beschäftigt hat.

@ dpa.de

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