Deutschland, Frankfurt/Main

Frankfurt / Main - Der pro-europäische Wahlsieg in Frankreich hat den Dax am Montag zum Handelsauftakt in neue Rekordhöhen geschickt.

08.05.2017 - 10:19:25

Börse Frankfurt - Dax kurz auf Höhenflug nach Macrons Wahlsieg. Unterstützung kam zudem von starken Industrie-Daten aus Deutschland.

Nach einem Sprung auf 12 762 Punkte gab der deutsche Leitindex seine Gewinne jedoch rasch ab und verlor zuletzt 0,20 Prozent auf 12 691,62 Zähler. Da das Wahlergebnis letztlich bereits eingepreist worden sei, habe es keine nennenswerten Marktreaktionen mehr gegeben, sagte ein Börsianer.

Seitdem der europa- und wirtschaftsfreundliche Emmanuel Macron vor zwei Wochen in der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl vor der rechtspopulistischen Konkurrentin Marine Le Pen gelegen hatte, war der Dax bereits von Rekord zu Rekord geklettert. Insgesamt hatte er knapp 6 Prozent hinzugewonnen. Auch andere wichtige Indizes in Europa waren kräftig gestiegen.

Der MDax, der Index der mittelgroßen deutschen Konzerne, erreichte bei zeitweise deutlich über 25 200 Punkten ebenfalls eine neue Bestmarke und sank dann um 0,20 Prozent auf 25 112,65 Zähler. Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,42 Prozent auf 2120,49 Punkte. Für den Leitindex der Eurozone, den EuroStoxx 50, ging es nach einem freundlichen Start ebenfalls um 0,39 Prozent abwärts und auch in Paris waren die frühen Gewinne nicht von Dauer.

Analyst Dirk Gojny von der National-Bank in Essen verwies auf erste, sich abzeichnende Widerstände gegen Reformvorhaben von Macron und sieht auch in den am Morgen veröffentlichten Wirtschaftsdaten aus China einen leichten Stimmungsdämpfer.

In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt läuft der Außenhandel zwar gut, aber nicht ganz so rund wie erwartet. Die Daten aus der deutschen Industrie hingegen waren noch stärker als erwartet ausgefallen: Im März stiegen die Aufträge deutlicher als Experten prognostiziert hatten. Auch der Zuwachs im Februar wurde nach oben korrigiert.

Unter den Einzelwerten im Dax legten die Aktien von Bayer um 0,56 Prozent zu und erreichten den höchsten Stand seit Ende 2015. Zwar muss der Chemiekonzern im Zuge seiner Monsanto-Übernahme einen Teil seines eigenen Geschäfts abgeben, doch bedeutet dies laut der Commerzbank letztlich einen weiteren wichtigen Schritt hin zu einem erfolgreichen Kaufabschluss. Die Competition Commission South Africa fordert von Bayer, sich weltweit von der Saatgut-Marke LibertyLink und dem dazugehörigen Unkrautvernichter Liberty zu trennen.

Die Aktien der Lufthansa gaben um 0,64 Prozent oder gut 10 Cent nach. Das Kursminus relativiert sich aber durch die Dividendenzahlung von 50 Cent je Anteilsschein. Grund für damit letztlich positive Kursentwicklung ist eine Studie der UBS, die die Papiere nun zum Kauf empfiehlt.

@ dpa.de

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