Deutschland, Frankfurt/Main

Frankfurt / Main - Der Dax hat gegenüber der Wall Street weiter an Boden verloren.

16.02.2017 - 18:23:38

Börse in Frankfurt - Dax fällt zurück - weiter kein neues Jahreshoch in Sicht. Während die US-Börsen zuletzt am laufenden Band neue Bestmarken aufgestellt haben, scheint für den deutschen Leitindex selbst das Jahreshoch von 11 893 Punkten eine zu hohe Hürde zu sein. Am Nachmittag verlor der Dax 0,30 Prozent auf 11 758,96 Punkte.

Er beendete den Handel 0,31 Prozent tiefer bei 11 757,24 Punkten. Den Abstand auf seinen Rekordstand von 12 390 Punkten erhöhte er damit wieder auf mehr als 600 Punkte.

Selbst das bisherige Jahreshoch von 11 893 Punkten droht mittlerweile zu einer hohen Hürde zu werden. Den Experten des Börsenstatistik-Magazins Index-Radar schwant deshalb nichts Gutes: «Je länger ein Ausbruch auf sich warten lässt, desto ungeduldiger werden die Anleger», warnten sie in einem aktuellen Kommentar und sprachen deshalb von einer wachsenden Korrekturgefahr.

Während durchwachsene Konjunkturnachrichten aus den USA dem Markt keine klaren Impulse versetzten, kamen diese auch nicht wie zuletzt vom schwachen Euro, der tendenziell die Exportaussichten für europäische Unternehmen verbessert. Zuletzt setzte sich die Gemeinschaftswährung mit 1,0664 US-Dollar wieder deutlich von der Marke von 1,06 US-Dollar nach oben ab.

In der zweiten Börsenreihe waren die Vorzeichen beim MDax ebenfalls negativ - wenn auch nur knapp. Der Index mittelgroßer Werte schloss 0,09 Prozent tiefer bei 23 297,52 Punkten, nachdem er am Vortag noch eine Bestmarke erreicht hatte. Der Nebenwerteindex SDax dagegen setzte seine Rekordjagd mit einem weiteren Kursanstieg fort. Der Technologiewerte-Index TecDax rettete sich mit 1890,62 Zählern denkbar knapp ins Plus.

Im Mittelpunkt stand einmal mehr die fortschreitende Berichtssaison. Aktien der Deutschen Börse legten um 0,76 Prozent zu und gehörten so zur Spitzengruppe im Dax. Equinet-Analyst Philipp Häßler wertete den Jahresbericht des Börsenbetreibers als besser als erwartet. Die auf wackeligen Füßen stehenden Fusionspläne mit der Londoner Börse blieben aber das größere Thema. Börsianern zufolge verhinderte die Unsicherheit mögliche höhere Kursgewinne.

Spitzenreiter im Dax waren die Lufthansa-Papiere, bei denen die Freude der Aktionäre über eine Teillösung im Gehaltsstreit mit den Piloten anhielt. Die Anteile der Fluggesellschaft erreichten den höchsten Stand seit Mai vergangenen Jahres und gingen letztlich mit mehr als 2 Prozent im Plus aus dem Handel. Rückenwind erhielten sie auch von einer branchenweit guten Stimmung, nachdem der französische Konkurrent Air France-KLM überzeugende Geschäftszahlen vorgelegt hatte.

Schwäche zeigten dagegen Finanzwerte. Anteilscheine der Deutschen Bank etwa zollten ihrer jüngsten Erholungsbewegung Tribut: Nach zuletzt drei freundlichen Handelstagen verloren sie fast 2 Prozent. Für jene des Konkurrenten Commerzbank ging es im europaweit schwachen Branchenumfeld sogar um 2,5 Prozent nach unten. Sie waren damit das Schlusslicht im Dax.

Unter den Nebenwerten im MDax sorgte ein Bericht des «Manager Magazins» bei Hugo Boss für Gesprächsstoff. Die Papiere rückten mit einem Aufschlag von 6,6 Prozent auf den höchsten Stand seit fast einem Jahr vor, nachdem es hieß, der Modekonzern sei ins Visier eines aktivistischen Investors geraten. Auch CTS Eventim erreichten den höchsten Stand seit Anfang März 2016. Besser als erwartete Eckdaten für das Jahr 2016 sorgten bei dem Ticketanbieter für Rückenwind und ein Kursplus von mehr als 3 Prozent.

Außerdem legten Stada im MDax rund 1 Prozent zu. Sie profitierten damit vom Gerücht, dass der Finanzinvestor Advent im Bieterwettbewerb um den Generikahersteller bald ein neues Gebot vorlegen werde. Airbus dagegen gehörten mit gut 1 Prozent zu den Verlierern, weil Österreich Klage gegen den Rüstungskonzern einreichte. Die Alpenrepublik fühlt sich beim Kauf von Kampfflugzeugen des Typs Eurofighter über den Tisch gezogen.

Im SDax erfreute Takkt die Anleger mit einem Kursanstieg von 3,69 Prozent. Der auf Büroausstattung spezialisierte Versandhändler konnte seinen Jahresumsatz und den Gewinn deutlich steigern und will die Dividende anheben.

Der EuroStoxx 50 fiel um 0,38 Prozent auf 3311,04 Punkte. Der CAC 40 in Paris verlor etwas mehr als ein halbes Prozent und auch der Londoner FTSE 100 schloss schwächer. In New York ging dem Dow Jones Industrial nach einem früh erreichten Rekordstand die Puste aus. Angesichts durchwachsener US-Konjunkturdaten stand er zuletzt knapp im Minus.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite bei 0,12 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 142,22 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,28 Prozent auf 163,84 Punkte zu. Für den Euro hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,0652 (Mittwoch: 1,0555) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9388 (0,9474) Euro.

@ dpa.de

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