Deutschland, Frankfurt/Main

Frankfurt / Main - Der Dax hat bei fehlendem Rückenwind von der Wall Street nahezu unverändert notiert.

17.02.2017 - 10:33:24

Börse in Frankfurt - Dax notiert nahezu unverändert. Eine Stunde nach Handelsbeginn stand der deutsche Leitindex 0,15 Prozent tiefer bei 11 739,19 Punkten.

Den sich abzeichnenden Wochengewinn von gut einem halben Prozent verdankt das Börsenbarometer vor allem dem starken Auftakt am Montag.

Die Wall Street hatte am Donnerstag ihre Rekordjagd unterbrochen; die asiatischen Börsen gaben am Freitag ebenfalls überwiegend nach. In den Tagen zuvor hatten vage Steuerversprechen von US-Präsident Donald Trump die Kurse kräftig angetrieben.

Die Frage sei nun, ob die Wette auf eine starke wirtschaftliche Entwicklung unter Trump aufgehe, sagte Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets. Milan Cutkovic von AxiTrader diagnostizierte eine zunehmende Vorsicht der Anleger wegen der Risiken schnellerer Zinserhöhungen in den USA.

Auch die anderen Indizes konnten vor dem Wochenende nicht richtig Fahrt aufnehmen: Der MDax der mittelgroßen Werte verlor 0,07 Prozent auf 23 280,68 Zähler, während der Technologiewerte-Index TecDax um 0,26 Prozent auf 1885,62 Punkte zurückfiel. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 0,32 Prozent auf 3300,56 Punkte ein.

Die Konjunkturagenda ist am Freitag übersichtlich. Am Nachmittag stehen in den USA die Frühindikatoren auf der Agenda. Unternehmensnachrichten waren ebenfalls dünn gesät. Neben dem Geschäftsbericht der Allianz zog vor allem der sich abzeichnende Bieterkampf um den Arzneimittelhersteller Stada die Blicke der Anleger auf sich.

An der Dax-Spitze gewannen die Aktien der Allianz 2,56 Prozent auf 162,40 Euro. Europas größter Versicherer habe gute Jahreszahlen vorgelegt, lobten Börsianer. Zudem falle das Aktienrückkaufprogramm nach dem gescheiterten Kauf des australischen Wettbewerbers QBE erfreulich umfangreich aus. Wegen geplatzter Übernahmehoffnungen will die Allianz nun für bis zu 3 Milliarden Euro eigene Aktien zurückkaufen und die Dividende stärker anheben als erwartet.

Beim Autobauer Volkswagen belastete indes die Absatzschwäche in China: Die Vorzugsaktien waren mit minus 1,92 Prozent Schlusslicht im Leitindex. Wegen des abrupten Rückgangs in China, wo die Regierung die Subventionen für Autos mit kleinerem Hubraum gekürzt hatte, war die Kernmarke VW mit einem Verkaufsminus ins Jahr gestartet.

Nur optisch schwach präsentierte sich der Halbleiterkonzern Infineon. Bereinigt um die ausgeschüttete Dividende von 0,22 Euro je Aktie lagen die Anteilsscheine lediglich moderat im Minus. Der am Veto der US-Behörden endgültig gescheiterte Kauf des amerikanischen Unternehmens Wolfspeed war laut einem Händler keine Überraschung mehr und sollte kurzfristig auch keine großen finanziellen Auswirkungen für Infineon haben.

Im MDax ging es für Stada angesichts eines möglichen weiteren Kaufinteressenten um 1,56 Prozent auf 57,12 Euro hoch - das bedeutete eine weitere Rekordmarke für die Aktie. Der neue Bieter, bei dem es sich einem Pressebericht zufolge um die Beteiligungsgesellschaft Bain Capital handelt, soll bereit sein, die Offerte des Finanzinvestors Cinven in Höhe von 56 Euro je Aktie um 2 Euro zu überbieten. Als dritter Interessent ist der Finanzinvestor Advent im Rennen - er will der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge die Offerte von Cinven ebenfalls übertrumpfen.

@ dpa.de

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