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Frankfurt - Die negative Ertrags- und Ergebnisentwicklung in einem der zentralen Geschäftsfelder deutscher Banken, dem Privatkundengeschäft, wird sich auf absehbare Zeit fortsetzen.

26.09.2017 - 13:11:54

zeb.Privatkundenstudie 2017 - Keine Trendwende im deutschen Privatkundengeschäft in Sicht. Damit ist die von vielen Marktteilnehmern erhoffte zügige Trendwende zum Besseren vorerst nicht in Sicht.

Frankfurt - Die negative Ertrags- und Ergebnisentwicklung in einem der zentralen Geschäftsfelder deutscher Banken, dem Privatkundengeschäft, wird sich auf absehbare Zeit fortsetzen. Damit ist die von vielen Marktteilnehmern erhoffte zügige Trendwende zum Besseren vorerst nicht in Sicht. Dies ist das zentrale Ergebnis der aktuellen zeb.Privatkundenstudie. Die Strategie- und Managementberatung zeb, führend in der Beratung von Unternehmen der europäischen Finanzindustrie, hatte im Juni 2017 zum 17. Mal untersucht, auf welchem Weg sich das Retailbanking in Europas wichtigstem nationalen Bankenmarkt befindet und welche Schlüsse daraus für die Branche gezogen werden müssen.

Beliefen sich die Erträge im deutschen Retailbanking im Jahr 2014 noch auf 52,4 Mrd. Euro, sind sie zum Ende des Jahres 2016 auf rund 49,7 Mrd. Euro gesunken. Diese negative Entwicklung dürfte sich bis zum Jahr 2020 weiter fortsetzen. Bis dahin erwarten die Experten auf Basis der zeb-Zukunftsszenarien ein Absinken des Ertragspotenzials auf dann 45,6 Mrd. Euro. Ulrich Hoyer, Partner bei zeb und Spezialist für das Retailbanking, führt aus: "Unsere Einschätzung der Ertragsentwicklung im Retailbanking ist leider negativ. Aufgrund der zentralen, sich überlagernden Trends, wie z. B. des sich deutlich ändernden Kundenverhaltens, der äußerst dynamischen Entwicklungen im Bereich Digitalisierung sowie branchenspezifischer Entwicklungen, wie der Niedrigzinsphase oder der Regulatorik, können wir aktuell keine positive Tendenz für das deutsche Privatkundengeschäft erkennen." Den Berechnungen der zeb.Studie liegt die Annahme zugrunde, dass z. B. die Risikokosten der Banken im Retailbanking in den kommenden Jahren auf einem weiterhin eher niedrigen Niveau verharren und sich auch sonstige Kostenpositionen ohne signifikante Gegenmaßnahmen nicht substanziell senken lassen.

Begleitend zu fallenden Ertragszahlen dürfte auch das Ergebnis im deutschen Retailbanking von zuletzt leicht positiven 1,4 Mrd. Euro ohne Gegenmaßnahmen im Jahr 2016 auf dann -5,6 Mrd. Euro im Jahr 2020 sinken. Hoyer ergänzt: "Ein Ergebnisrückgang von ca. 6 Mrd. Euro innerhalb weniger Jahre ist für den Markt nur schwer verdaulich. Zur Einordnung: Will man z. B. nur das Ergebnis des Jahres 2016 auf vergleichbarem Niveau halten, müssten Kostensenkungen von 17 % erzielt werden - wozu einzelne Marktteilnehmer im Übrigen tatsächlich in der Lage wären." Berücksichtigt man zudem, dass das jeweilige Ambitionsniveau der üblichen Planungsansätze eher auf das Wachstum der Top- und Bottom-Line ausgerichtet ist, werden die substanziellen Veränderungsbedarfe aus Sicht von zeb schnell erkennbar und ganzheitliche Programme zur Verbesserung der Kosten- und Ertragsstruktur deutlich. Dabei ist auf der Ertragsseite die strukturelle Margenverschiebung zum Aktivgeschäft ebenso zu berücksichtigen wie die Tatsache, dass auf Gesamtmarktebene noch keine substanzielle Entlastung durch ein gesteigertes Provisionsergebnis erkennbar ist - anders als in anderen europäischen Märkten, wie z. B. in Frankreich.

Technologische Entwicklungen im Rahmen der Digitalisierung zeigen perspektivisch Potenziale auf, die an der Kundenschnittstelle für ein verbessertes Kundenerlebnis sorgen. Gleichzeitig erfordert die notwendige und vielfach bereits eingeleitete digitale Transformation erhebliche Investitionen, ohne sich unmittelbar in gleichem Maße sofort ertragsseitig niederzuschlagen. Aus Sicht der zeb-Experten ist dieser Transformationspfad allerdings ohne Alternative für etablierte Marktteilnehmer, da nur so den attraktiven, agilen Angeboten von FinTechs und anderen Akteuren Paroli geboten werden kann. "Die laufende Weiterentwicklung und explizite Steuerung der Customer Journey gewinnt erheblich an Bedeutung", erläutert Dr. Marc Buermeyer, Senior Manager bei zeb und zusammen mit Ulrich Hoyer Leiter der Practice Group Retail Banking. "Die Nutzung und das aktive Management von Kundeninteraktionen in digitalen Kanälen stellt damit aktuell eine der großen Herausforderungen in der Weiterentwicklung des Geschäftsmodells in Richtung einer kundenzentrierten Retailbank dar. Einzelne Anbieter und internationale Erfahrung zeigen, dass Banken hier durchaus Chancen haben, der wahrscheinlichen Bedrohung durch "Big Tech" Paroli bieten zu können."

Die Unternehmensgruppe zeb ist an 17 Standorten in 13 Ländern tätig und bietet maßgeschneiderte und flexible Beratungskompetenz über die gesamte Wertschöpfungskette von Finanzdienstleistern - von der Strategie über die Restrukturierung und den Vertrieb bis hin zur Unternehmenssteuerung, dem Human Capital und der IT. Mit nahezu 1.000 Mitarbeitern und über 190 Mio. Euro Umsatz in 2016 ist zeb inzwischen die Nr. 1 der Strategie- und Managementberatungen für Banken, Sparkassen, Versicherer und andere Finanzdienstleister in Europa.

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