Spanien, Italien

FRANKFURT - Der proeuropäische Kandidat Emmanuel Macron ist am Sonntag zum französischen Präsidenten gewählt worden.

08.05.2017 - 10:30:24

Ökonomen-Stimmen zur französischen Präsidentschaftswahl. Er bekennt sich zu einem wirtschaftlichen Reformprogramm.

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP-Bank:

"Emmanuel Macron darf nun nicht die Hände in den Schoss legen. Der neue Präsident ist aufgefordert, für frischen Wind im angestaubt wirkenden Élysée-Palast zu sorgen. Die Voraussetzungen hierfür sind günstig. Macron und seine Bewegung 'En Marche' können vermutlich auch bei den bevorstehenden Parlamentswahlen punkten. Die Tür für Reformen steht weit offen. Nutzt Macron die Chance nicht, dürfte Le Pen im Jahr 2022 beste Chancen auf den Präsidentschaftssitz haben."

Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank:

"Nach dem Wahlsieg Macrons mit einem Stimmenanteil von 66,1 Prozent herrscht in Brüssel, Berlin und den anderen Hauptstädten verständlicherweise Erleichterung. Aber nach der Wahl ist vor der Wahl. Bei den Parlamentswahlen im Juni dürfte Macron schwerlich eine absolute Mehrheit erringen, was zusammen mit seinem zögerlichen Programm gegen eine beherzte Reformpolitik in Frankreich spricht. Außerdem stehen spätestens im Mai nächsten Jahres Parlamentswahlen in Italien an, wo das Lager der Links- und Rechtspopulisten ähnlich stark ist wie in Frankreich. Der Euroraum kommt nicht zur Ruhe, die EZB dürfte nicht bereits in diesem oder im nächsten Jahr ihre Leitzinsen erhöhen."

Stefan Bielmeier; Chefvolkswirt der DZ Bank:

"Doch die Erleichterung Europas und die Freude des Gewinners dürften nur kurz anhalten. Der neue Hausherr im Élysée-Palast wird von Beginn an unter Druck stehen, der offensichtlichen Spaltung des Landes entgegenzuwirken. Längerfristig besteht außerdem das Risiko, dass sich Macron ohne eigene Hausmacht in der französischen Nationalversammlung mit seinen Vorhaben nicht durchsetzen kann und somit die Wende in Frankreich nicht gelingt. Dann könnte Le Pen in fünf Jahren einen neuen Versuch mit vielleicht höheren Siegchancen wagen. Somit wird sich noch zeigen, ob Macron nicht unter dem Strich nur den Weg für Le Pen bereitet hat"

Holger Schmieding; Chefvolkswirt der Berenberg-Bank:

"Das gesunkene politische Risiko in Frankreich verstärkt die Wahrscheinlichkeit einer positiven Überraschung beim Wirtschaftswachstum in der Eurozone. Ein stärkeres Wachstum sollte dazu beitragen, die Populismuswelle, die Europa und die USA erfasst hat, weiter zu entschärfen. Das politische Risiko durch Italien könnte durch Reformfortschritte in Frankreich und Europa und die jüngsten Wahlergebnisse in den Niederlanden und Frankreich eingegrenzt werden."

Björn Jesch; Leiter Portfoliomanagement Union Investment:

"Das Wahlergebnis wird die europäischen Kapitalmärkte beflügeln, denn die politischen Risikoprämien sinken. Das hilft dem Euro, aber vor allem den Aktienmärkten in der Währungsunion. Bereits bisher war der Euroraum eine vielversprechende Anlageregion, insbesondere wegen der anziehenden Konjunktur. Das höhere Wachstum stützt die Ertragslage der Unternehmen, die 2017 deutlich besser verdienen dürften als in den Vorjahren. Wir trauen den europäischen Konzernen im laufenden Jahr einen Gewinnanstieg von über zehn Prozent zu. Gerade der französische Aktienmarkt bietet attraktive Anlagechancen."

@ dpa.de

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