Luftverkehr, Deutschland

Entgegen früherer Ankündigungen streiten sich Flughafenbetreiber Fraport und sein Hauptkunde Lufthansa weiter über Rabatte für Billigflieger.

23.05.2017 - 16:21:45

Ausbau von neuem Terminal - Frankfurt: Billigflug-Streit mit Lufthansa schwelt weiter

den schnelleren Ausbau ihres dritten Passagier-Terminals. Dort könnte schnell Platz für zusätzliche Fluggäste der Billigflieger geschaffen werden. Die Lufthansa drohte erneut mit der Verlagerung von Flügen an andere Airports.

Der Flugsteig G könnte in Leichtbauweise bereits deutlich vor der bislang für 2023 geplanten Inbetriebnahme des Abfertigungsgebäudes separat zur Verfügung stehen, kündigte Fraport-Chef Stefan Schulte am Dienstag bei der Hauptversammlung des MDax -Konzerns an. Eine Umsetzung des noch nicht beschlossenen Bauabschnitts sei "sehr wahrscheinlich". Das zusätzliche Investitionsvolumen könne zwischen 100 und 200 Millionen Euro betragen. Der Flugsteig sei für 4 bis 6 Millionen Passagiere pro Jahr ausgelegt und sollte auch für Umsteiger geeignet sein, wie es die Planfeststellung verlangt.

Das könnte Ryanair entgegenkommen, die gerade ihr Geschäftsmodell fundamental erweitert. Noch im Laufe dieses Jahres sollen Kunden des Billigfliegers auch Langstreckenflüge der spanischen Fluglinie Air Europa nach Nord- und Südamerika buchen können, wie am Dienstag mitgeteilt wurde. In Rom bieten die Iren testweise erste eigene Umsteigeverbindungen an. Zudem spricht die Gesellschaft, die bislang ausschließlich im Punkt-zu-Punkt-Verkehr aktiv war, nach eigenen Angaben mit weiteren Airlines über mögliche Zubringerdienste zu deren Langstreckenflügen. Auch am Frankfurter Flughafen könnten so Umsteigeverbindungen in direkter Konkurrenz zur Lufthansa entstehen.

Das Terminal 3 mit einem Investitionsvolumen von rund 3 Milliarden Euro war als "Premium-Produkt" angekündigt worden. Die Nutzer des Gebäudes stehen noch nicht fest. Es soll mit zunächst zwei Flugsteigen (H und J) und einem Volumen von 14 Millionen Passagieren im Jahr 2023 öffnen, weil die beiden bestehenden Terminals die steigenden Passagierzahlen nur noch für einige Jahre bewältigen können.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hatte die vor gut einer Woche genehmigte Kapazitätserweiterung des Frankfurter Flughafens kritisiert. "Der aktuelle offensichtliche Strategieschwenk der Fraport zeigt, dass der Flughafen noch unabhängiger von Lufthansa werden will", sagte der Airline-Chef der "Börsen-Zeitung" (Dienstag). Fraport und Lufthansa hätten sich in den vergangenen Jahren eher auseinandergelebt als zusammengefunden. "Wir reden zwar viel miteinander, aber anscheinend nicht über die richtigen Themen", sagte Spohr. "Das beunruhigt mich, denn es gefährdet unser gemeinsames Geschäftsmodell."

Vor allem die Praxis von Fraport, mit Rabatten neue Kunden wie Ryanair nach Frankfurt zu locken, kritisierte Spohr erneut. Der zusätzliche Flugverkehr sorge zu Stoßzeiten für eine schlechtere Pünktlichkeitsquote, was die Drehkreuzfunktion von Frankfurt gefährde. Die Lufthansa müsse Wachstum zu anderen Drehkreuzen umsteuern. "Dabei werden wir natürlich trotzdem hier keine Slots aufgeben", sagte Spohr. Er gebe aber die Hoffnung nicht auf, dass man gemeinsam mit Fraport ein integriertes Geschäftsmodell erfolgreich entwickeln werde.

Fraport-Chef Schulte verteidigte die Öffnung des größten deutschen Flughafens für Billigflieger mittels der auf drei Jahre beschränkten Gebührenrabatte. Ein Flughafen wie Frankfurt könne nicht dauerhaft ignorieren, wenn das Billigsegment inzwischen mehr als 40 Prozent des europäischen Flugverkehrs ausmache. Mit dem Hauptkunden Lufthansa wolle man aber gemeinsam Wachstumspotenziale und damit neue Erlösquellen erschließen. In den nächsten Wochen werde man erste Vereinbarungen zur digitalen Zusammenarbeit unterzeichnen.

Zuvor hatte das Fraport-Management den Aktionären noch einmal den Jahresabschluss 2016 präsentiert, der auch dank Sondereffekten einen Rekordgewinn von 400 Millionen Euro ausgewiesen hat. Die Dividende wurde pro Aktie um 15 Cent auf 1,50 Euro erhöht. Die Hauptversammlung entlastete in der Folge Vorstand und Aufsichtsrat mit 99,76 beziehungsweise 96,05 Prozent Zustimmung.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Klage vor BGH - Airline haftet: Sturz auf Fluggastbrücke. Der Gang über eine solche Brücke oder eine Flugzeugtreppe in den Flieger gehöre zum Einsteigevorgang, urteilte der Bundesgerichtshof (BGH). Karlsruhe - Der Sturz eines Reisenden auf einer Fluggastbrücke kann Airlines teuer zu stehen kommen. (Wirtschaft, 21.11.2017 - 16:05) weiterlesen...

Wachstum angepeilt - Easyjet geht an den Start - Fallen die Ticketpreise?. Die Pleite von Air Berlin sollte bald nach der EU-Kartellentscheidung vom Markt verkraftet sein. Die Höchstpreise für Inlandsflüge könnten bald wieder fallen, sagen Experten. (Wirtschaft, 21.11.2017 - 15:40) weiterlesen...

Klage nach Sturz vor BGH - Ab wann beginnt der Einstieg ins Flugzeug? Karlsruhe - Der Sturz eines Fluggastes wenige Meter vor dem Einstieg in den Flieger beschäftigt den Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. (Wirtschaft, 21.11.2017 - 13:11) weiterlesen...

Wachstum angepeilt - Easyjet startet im Januar in Berlin Tegel. Die Integration kostet erst einmal, doch nach einem Jahr soll Tegel Gewinn abwerfen. 25 Flugzeuge der Air Berlin und etwa 1000 Beschäftigte sollen bald für den britischen Billigflieger an den Start gehen. (Wirtschaft, 21.11.2017 - 11:26) weiterlesen...

Sturz vor Einstieg ins Flugzeug - BGH prüft Klage. Im vorliegenden Fall war ein Mann vor fast fünf Jahren vor seinem Flug von Düsseldorf nach Hamburg auf einer Fluggastbrücke gestürzt und hatte sich eine Kniescheibe gebrochen. Er verlangte von der Fluggesellschaft Schadenersatz und Schmerzensgeld, weil er auf einer feuchten Stelle ausgerutscht sei. Es geht um die Frage, ob eine «luftverkehrstypische Gefahr» vorlag. Karlsruhe - Muss eine Fluggesellschaft zahlen, wenn ein Passagier sich beim Einsteigen ins Flugzeug verletzt? Diese Frage prüft der Bundesgerichtshof heute. (Politik, 21.11.2017 - 01:36) weiterlesen...

Eröffnung frühestens 2019 - Flughafen BER: Noch 30 «technische Risiken» im Terminal Berlin - In dem noch nicht fertiggestellten Fluggastterminal des neuen Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld bestehen derzeit etwa 30 «technische Risiken» von vormals 3000. (Wirtschaft, 19.11.2017 - 10:19) weiterlesen...