Salzgitter-Chef, Strafzöllen

Die Stahlindustrie muss sich nach Einschätzung von Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann auf lange anhaltende Anti-Dumping-Maßnahmen in vielen Regionen der Welt einrichten.

30.11.2016 - 17:10:44

Salzgitter-Chef rechnet mit jahrelangen Strafzöllen für Stahlindustrie

Auslöser seien die gewaltigen Überkapazitäten, vor allem aus China: "Das Problem lässt sich nicht innerhalb weniger Jahre lösen", sagte Fuhrmann dem "Handelsblatt". "Dafür wird man einen längeren Zeitraum benötigen ? schätzungsweise zwischen sieben und zehn Jahren."

Bis die Branche weltweit zu einem gewissen Gleichgewicht gefunden habe, werde es in vielen Regionen Handelsbeschränkungen geben, um den eigenen Markt und die Unternehmen dort zu schützen. Die EU-Kommission hatte in den vergangenen Monaten mehrere Anti-Dumping-Maßnahmen gegen Stahlproduzenten aus China, aber auch Südkorea oder Japan eingeleitet. Das hatte zu einer deutlichen Preiserholung für die gesamte Stahlbranche geführt. Die Gefahr ausufernder Handelskriege schätzt der Vorstandschef des zweitgrößten deuten Stahlproduzenten trotzdem als eher gering ein. Weltweit freier Handel mit Stahl habe noch nie wirklich stattgefunden, sagte er. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir den wirtschaftlichen Austausch auch mit den USA und den Nafta-Mitgliedern künftig einstellen werden." Fuhrmann machte zudem deutlich, dass er die Salzgitter AG nicht als Teil einer Konsolidierung der europäischen Branche sieht. "Die Rolle der Salzgitter AG ist es nicht, individuelle Probleme von Wettbewerbern zu lösen", sagte er. Aufsichtsrat, Vorstand und das Land Niedersachsen als Hauptaktionär verfolgten ein Unternehmenskonzept, das die Weiterentwicklung des Konzerns in Eigenständigkeit vorsehe. "Wir halten uns ja nicht die Ohren zu, was Alternativen dazu betrifft. Aber bis heute habe ich von keinem Konzept gehört, das für unser Unternehmen vorteilhafter als die Eigenständigkeit wäre." Einen Kapazitätsabbau in seinem Konzern, um die Überproduktion in Europa zu verringern, lehnt der Salzgitter-Chef ab: "Wir sind gut ausgelastet und profitabel. Wieso sollte ich nur einen Moment erwägen, uns auf dem Altar der Marktbereinigung zu opfern?", sagte er. "Kapazitäten müssen dort aus dem Markt genommen werden, wo Standorte unterausgelastet, unmodern oder unprofitabel sind."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

Gewerkschaft NGG droht mit Warnstreiks in der Systemgastronomie Die Gewerkschaft Nahrung Genuss Gaststätten (NGG) droht vor der zweiten Runde der Tarifverhandlungen für die Systemgastronomie mit Warnstreiks bei den Fast-Food-Ketten McDonald`s, Burger King oder Starbucks. (Wirtschaft, 23.01.2017 - 00:03) weiterlesen...

Post-Chef: Digitalisierung führt zu mehr Jobs und steigenden Löhnen Der Vorstandschef der Deutschen Post DHL, Frank Appel, rechnet wegen der Digitalisierung mit mehr Jobs, steigenden Löhnen und in der Folge auch einem Rentenbeginn über 67 Jahre hinaus. (Wirtschaft, 23.01.2017 - 00:03) weiterlesen...

Bayer glaubt weiter an Erfolg der Monsanto-Übernahme Bayer glaubt weiter an einen Erfolg der Monsanto-Übernahme. (Wirtschaft, 22.01.2017 - 22:10) weiterlesen...

Grüne wollen Verbraucherrecht im Internet stärken Die Grünen-Fraktion will die Rechte von Verbrauchern im Internet stärken. (Wirtschaft, 22.01.2017 - 17:10) weiterlesen...

Post-Chef ruft Manager und Politiker zu stärkerer Twitter-Nutzung auf Angesichts des Einflusses der Twitter-Botschaften des neuen US-Präsidenten Donald Trump, hat der Vorstandschef von Deutsche Post DHL, Frank Appel, Manager und Politiker dazu aufgerufen, den Kurznachrichtendienst stärker zu nutzen. (Wirtschaft, 22.01.2017 - 14:16) weiterlesen...

Gabriel sieht Erfolgsgeschichten bei Arbeitsmarkt-Integration Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hat eine positive Bilanz der Bemühungen zur Arbeitsmarkt-Integration von Flüchtlingen gezogen: "Die vielen Menschen, die nun in Ausbildung und Arbeit sind, zeigen, dass wir trotz aller Schwierigkeiten Erfolgsgeschichten schreiben können, wenn wir uns anstrengen und etwas dafür tun", sagte Gabriel den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montag). (Wirtschaft, 22.01.2017 - 14:04) weiterlesen...