Konjunktur, Deutschland

Die Auftragslage der deutschen Industrie im März übertrifft die Erwartungen der Bankvolkswirte.

08.05.2017 - 12:26:24

Nach schwachem Januar - Industrie mit Auftragsplus im März. Den schwachen Januar einbezogen, fallen die Zahlen fürs gesamte Startquartal aber nicht allzu gut aus.

Wiesbaden - Die deutsche Industrie hat im März abermals mehr Aufträge als im Vormonat erhalten. Für das gesamte erste Quartal blieb jedoch ein Minus stehen, weil das schwache Januar-Ergebnis auf die Gesamtentwicklung drückte.

Bankvolkswirte wiesen erneut darauf hin, dass «harte» Zahlen aus der Wirtschaft derzeit nicht mit den extrem guten Stimmungsumfragen mithalten können.

Im März erhielt die deutsche Industrie 1,0 Prozent mehr Aufträge als im Februar, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Ökonomen hatten zwar mit einem Anstieg gerechnet, allerdings nur um 0,7 Prozent. Der deutliche Zuwachs vom Februar wurde von 3,4 auf 3,5 Prozent leicht nach oben korrigiert. Die Bestellungen im Januar waren aber um 6,7 Prozent gefallen, weshalb die Aufträge im gesamten ersten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 1,0 Prozent rückläufig waren.

Ohne Großaufträge, die meist stark schwanken und damit das Gesamtergebnis verzerren können, betrug der Auftragszuwachs im März 0,6 Prozent. Laut dem Bundeswirtschaftsministerium war der Anteil der Großaufträge im März durchschnittlich. Nach Produktgruppen sortiert stiegen die Bestellungen von Investitions- und Konsumgütern deutlich an. Vorleistungsgüter, die erst in die Produktion einfließen, waren jedoch weniger gefragt als im Februar.

Die Nachfrage aus dem Ausland stieg um 4,8 Prozent, aus dem Inland kamen dagegen 3,8 Prozent weniger Aufträge. «Die Bestelltätigkeit im verarbeitenden Gewerbe ist weiterhin sehr rege und hat sich in den beiden vergangenen Berichtsmonaten belebt», kommentierte das Wirtschaftsministerium die Zahlen. Das verarbeitende Gewerbe befinde sich in einer günstigen konjunkturellen Lage.

Die Ökonomen der BayernLB sprachen dagegen von einem «wenig euphorischen» Ergebnis. Zwar seien die Daten insgesamt gut ausgefallen. Allerdings zeige sich bei näherer Betrachtung, dass die harten Zahlen weiterhin hinter der Konjunktureuphorie von Umfragen wie etwa zum Ifo-Geschäftsklima zurück blieben. Der Konjunkturaufschwung in Deutschland dürfte sich dennoch fortsetzen, wenngleich er sich im Jahresverlauf abschwächen könnte.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Durchbruch für neue EU-Regeln gegen Sozialdumping. Dies ist Teil einer Reform der Entsenderichtlinie, auf die sich die EU-Sozialminister am Montagabend in Luxemburg einigten. Den Durchbruch gab EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen auf Twitter bekannt. LUXEMBURG - Entsandte Arbeitnehmer aus einem anderen EU-Land sollen künftig grundsätzlich genauso bezahlt werden wie einheimische Kollegen. (Wirtschaft, 23.10.2017 - 23:16) weiterlesen...

Barnier erwartet baldige Fortschritte in Brexit-Gesprächen. Die Chancen stünden gut, dass die EU-Staats- und -Regierungschefs bei ihrem Gipfel im Dezember entsprechende Beschlüsse fassen könnten, sagte Barnier dem "Handelsblatt" (Dienstag) und vier weiteren europäischen Zeitungen. "Das Fenster steht offen, alle strengen sich an, und ich glaube daher, dass es möglich ist", betonte Barnier. BERLIN - Der Brexit-Chefunterhändler der EU, Michel Barnier, ist guter Dinge, dass noch vor Jahresende die zweite Verhandlungsphase über die künftigen Beziehungen der EU zu Großbritannien beginnen kann. (Wirtschaft, 23.10.2017 - 22:04) weiterlesen...

Zähes Ringen um neue EU-Regeln gegen Sozialdumping. Auf dem Tisch lag die Reform der sogenannten Entsenderichtlinie, die den Einsatz von Beschäftigten über Grenzen hinweg in anderen EU-Ländern regelt. Die bisher oft schlecht bezahlten EU-Ausländer sollen künftig grundsätzlich genauso entlohnt werden wie einheimische Arbeitnehmer. Vorab äußerten sich Teilnehmer optimistisch. Doch zogen sich die Verhandlungen in Luxemburg in die Länge. LUXEMBURG - Die EU-Sozialminister haben am Montag stundenlang um die Verschärfung der Regeln gegen Sozialdumping gerungen. (Wirtschaft, 23.10.2017 - 18:24) weiterlesen...

Eurozone: Beste Verbraucherstimmung seit 16 Jahren. Im Oktober hat das Verbrauchervertrauen im gemeinsamen Währungsraum den höchsten Stand seit mehr als 16 Jahren erreicht. Der entsprechende Indikator sei im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Punkte auf minus 1,0 Punkte gestiegen, teilte die EU-Kommission am Montag in Luxemburg mit. LUXEMBURG - In der Eurozone gibt es weitere Hinweise auf einen robusten Aufschwung. (Wirtschaft, 23.10.2017 - 17:08) weiterlesen...

Katalanisches Parlament berät über Reaktion auf Zwangsmaßnahmen (Wirtschaft, 23.10.2017 - 17:08) weiterlesen...

Französische Aktivisten bieten Puigdemont Unterschlupf an. Man habe Puigdemont und seiner Regierung Gastfreundschaft in der Region von Perpignan nahe der spanischen Grenze angeboten, sagte Robert Casanovas, der Vorsitzende des "Komitees für die Selbstbestimmung Nordkataloniens", dem Sender France Bleu. Derzeit würden Vorkehrungen getroffen, "um bereit zu sein, bevor die Grenze blockiert wird, falls die Situation sich verschlechtert und es Festnahmen gibt". PARIS - Französische Aktivisten wollen dem katalanischen Regierungschef Carles Puigdemont im Fall einer Eskalation des Konflikts mit Madrid Unterschlupf geben. (Wirtschaft, 23.10.2017 - 17:05) weiterlesen...