Energie, Nahrungsmittel

Deutsche Fleischbetriebe haben in den vergangenen fünf Jahren 185 Millionen Euro bei der Ökostromabgabe gespart.

05.08.2017 - 08:55:30

Bericht: Fleischwirtschaft sparte 185 Millionen Euro bei Ökostromabgabe

Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" (Samstag). Die Grünen im Bundestag kritisierten, dass die Branche vom Staat dafür belohnt werde, besonders stark auf Werkverträge und den Einsatz von Subunternehmern zu setzen.

"Es ist ein Unding, dass diese Betriebe aus der Ausbeutung ihrer Werkvertragsarbeiter auch noch doppelten Nutzen ziehen - bei Lohn- und Energiekosten", sagte Grünen-Arbeitsmarktexpertin Brigitte Pothmer der Zeitung. Sie forderte eine Lücke im Gesetz zu schließen, die den Einsatz von Werkverträgen in der Fleischbranche begünstige. Hintergrund der Kritik sind Sonderregelungen für sogenannte energieintensive Unternehmen. Betriebe, die so eingestuft werden, müssen weniger oder keine Ökostromabgabe zahlen. Geringe Personalkosten steigern die Chancen, als energieintensiv eingestuft zu werden. Weil Werkvertragsschlachter bei Subunternehmern angestellt sind, fallen die Ausgaben für festangestelltes Personal entsprechend geringer aus. "Diese Praxis muss umgehend gestoppt werden", forderte Pothmer, "denn diese Regelung setzt zusätzlich Anreize für die Ausweitung von Werkverträgen und benachteiligt Schlachtbetriebe, die auf Festeinstellungen setzen." Einer entsprechenden Auflistung des zuständigen Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zufolge zu entnehmen, dass im Jahr 2016 rund 50 Betriebe aus der Schlachtbranche von der EEG-Umlage befreit wurden. Die Ersparnis bezifferte das Bundesamt mit 40,1 Millionen Euro. Für dieses Jahr erwartet die Behörde Einsparungen von 37,3 Millionen Euro für Betriebe aus der Fleischwirtschaft.

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

Bündnis Zukunft der Industrie: Zwei Verbände verlassen Trägerverein Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) treten zum Jahresende aus dem Trägerkreis des Bündnisses Zukunft der Industrie aus. (Wirtschaft, 23.10.2017 - 19:07) weiterlesen...

Röttgen kritisiert Tillersons Warnung vor Geschäften mit dem Iran Der CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen hat die an europäische Unternehmen gerichtete Warnung des US-Außenministers Rex Tillerson vor Geschäften mit dem Iran zurückgewiesen. (Wirtschaft, 23.10.2017 - 13:33) weiterlesen...

Digitalverband Eco verlangt von Regierung Gigabit-Strategie Der Digitalverband Eco hat von der künftigen Bundesregierung eine klare Strategie für den Ausbau von Gigabit-Netzen eingefordert. (Wirtschaft, 23.10.2017 - 11:36) weiterlesen...

BDI fürchtet Engpässe bei Versorgung der Unternehmen mit Rohstoffen Die deutsche Industrie warnt vor Engpässen bei der Rohstoffversorgung. (Wirtschaft, 23.10.2017 - 00:03) weiterlesen...

Einwanderungsgesetz: SPD-Fraktion will eigenen Entwurf einbringen Die SPD-Fraktion will in den nächsten Wochen einen eigenen Entwurf für ein Einwanderungsgesetz in den Bundestag einbringen. (Wirtschaft, 22.10.2017 - 21:15) weiterlesen...

Marc-O`Polo-Chef will Unternehmen auf Wachstum trimmen Dieter Holzer, seit Mitte September neuer Chef der Modefirma Marc O`Polo, will das Unternehmen zurück auf Wachstumskurs bringen. (Wirtschaft, 22.10.2017 - 10:34) weiterlesen...