Australien, Immobilien

Der renommierte australischen Ökonom Chris Richardson hat vor den gefährlichen Nebenwirkungen des langanhaltenden Booms in seinem Land gewarnt: Vor allem in den Städten des Kontinents habe sich eine gewaltige Immobilienblase entwickelt.

17.06.2017 - 15:01:52

Ökonom: Immobilienblase macht australische Wirtschaft verletzlich

"Wir sehen bereits jetzt, wo es die größten Problem geben wird", sagte Richardson der "Welt am Sonntag". Die Hauspreise in Australien hätten sich in den vergangenen Jahren "geradezu verrückt" entwickelt, vor allem in Sydney.

"Wir gehen davon aus, dass das durchschnittliche Haus in Australien zu mehr als einem Fünftel überbewertet ist." Der Leiter der Makro-Abteilung von Deloitte Access Economics erwartet, dass ein Platzen der Immobilienblase die Wirtschaft des Landes hart treffen wird. "Die Immobilienblase macht die australische Wirtschaft extrem verletzlich", sagte Richardson der Zeitung. "Das muss nicht ganz böse ausgehen, aber ungemütlich wird es auf jeden Fall. Im Moment haben wir noch Glück, dass es in China wieder etwas besser läuft, das hilft uns erst einmal." Tatsächlich sei die australische Wirtschaft aber zu einseitig auf das Rohstoffgeschäft mit China ausgerichtet. "Unsere Wirtschaft hängt sehr stark vom Rohstoff-Export ab und es ist wirklich fraglich, ob wir dem Rohstoff-Fluch auf Dauer werden entrinnen können", warnte Richardson. "Ein Drittel unserer Exporte geht nach China. Der Aufstieg Chinas ist Australiens Erfolgsrezept, macht uns aber auch sehr verletzlich. Wir setzen bei unserer wirtschaftlichen Entwicklung alles auf eine Karte und die trägt den Namen China." Auch die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, aus dem Pariser Klimavertrag auszusteigen, werde den Kohleproduzenten des Landes vermutlich langfristig nicht helfen, prophezeit Richardson. "Die Entscheidung von Trump, aus dem Pariser Klimavertrag auszusteigen, würde den australischen Kohleproduzenten langfristig nur dann helfen, wenn seine Entscheidung historische Tragweite hat und den Lauf der Geschichte ändern kann", sagte Richardson. "Aber aller Wahrscheinlichkeit nach wird das nicht der Fall sein." Australien erlebt derzeit einen historisch einmaligen Aufschwung. In dem Land gab es seit mehr als einem Vierteljahrhundert keine Rezession mehr. Mit 103 Quartalen ohne Rezession haben die Australier vor einigen Tagen sogar den bisherigen Rekordhalter, die Niederlande, überholt. Ein großer Teil dieses Rekords gehe allerdings auf das Konto Chinas, sagte Richardson. "In den Jahren seit der Jahrtausendwende hatten wir ehrlich gesagt einfach Glück. Chinas Aufstieg hat so richtig an Fahrt aufgenommen, die Preise für Kohle und Stahl schossen in den Himmel und das hat hier für einen Boom gesorgt. China ist für die australische Wirtschaft inzwischen alles."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

De Grey Mining Ltd. sichert sich Bonanza-Goldziel - Prospektionsgebiet Blue Moon De Grey Mining Ltd. (Boerse, 18.10.2017 - 13:35) weiterlesen...

Aktien Asien: Nikkei schafft es kurz über 21 400 Punkte. Dabei schaffte es der Leitindex kurzzeitig erstmals seit 1996 über 21 400 Punkte. Letztlich blieb ihm dann allerdings mit 21 363,05 Punkten nur ein knappes Plus. TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI/SYDNEY/MUMBAI - Der japanische Nikkei hat seine Gewinnserie am Mittwoch auf zwölf Tage ausgebaut. (Boerse, 18.10.2017 - 08:21) weiterlesen...

Australien kündigt teilweise Abkehr von erneuerbarer Energie an. Förderungen für erneuerbare Energien wie Solarenergie oder Windkraft sollen wegfallen, wie Regierungschef Malcolm Turnbull am Dienstag bekannt gab. Mit dieser sogenannten Nationalen Energiegarantie verwirft die Regierung die Empfehlungen von Australiens Chefwissenschaftler Alan Finkel, wonach Stromversorger einen fixen Anteil ihres Stromes aus erneuerbaren oder emissionsarmen Quellen beziehen müssen. CANBERRA - Die australische Regierung hat eine teilweise Wende in ihrer Energiepolitik angekündigt und will in Zukunft wieder verstärkt auf Kohle, Gas und Wasserkraft setzen. (Wirtschaft, 17.10.2017 - 11:38) weiterlesen...

Aktien Asien: Leicht im Plus - Nikkei steuert auf elften Gewinntag in Folge zu. Nach den jüngsten Gewinnen in den vergangenen Wochen fiel das Plus an den meisten Börsenplätzen allerdings nicht sehr hoch aus. In Japan legte der Leitindex Nikkei 225 knapp eine Stunde vor Handelsende um 0,34 Prozent auf 21 327,75 Punkte zu. Damit steuert der Index auf den elften Gewinntag in Folge zu. Seit Ende September gewann der Nikkei damit knapp fünf Prozent. TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI/SYDNEY/MUMBAI - An den asiatischen Börsen hält trotz erneuter Drohungen aus Nordkorea die positive Stimmung an. (Boerse, 17.10.2017 - 06:59) weiterlesen...

Aktien Asien: Nikkei setzt Rally auf höchstem Niveau seit 1996 fort TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI/SYDNEY/MUMBAI - Die positive Stimmung an Asiens Börsen hat auch zu Beginn der neuen Woche angehalten: Der japanische Nikkei erreichte das höchste Niveau seit August 2015, bevor leichte Gewinnmitnahmen einsetzten. (Boerse, 16.10.2017 - 08:15) weiterlesen...

Aktien Asien: Japan gibt positive Impulse - Nikkei schließt über 21 000 Punkten. Vor allem die Märkte in Japan verbreiteten gute Stimmung. Der Nikkei schloss das erste Mal seit November 1996 wieder über 21 000 Punkten. Auch in China standen alle wichtigen Börsen im Plus. Laut Händlern ist die Stimmung trotz der kleinen Verschnaufpause in den USA weiterhin gut. TOKIO/HONGKONG/SHANGHAI/SYDNEY/MUMBAI - Die Börsen in Asien haben am Freitag überwiegend im Plus notiert. (Boerse, 13.10.2017 - 08:35) weiterlesen...