Spanien, Deutschland

BRÜSSEL - Beim Brexit-Sondergipfel der EU ist noch nicht über die Höhe der Rechnung für Großbritannien gesprochen worden.

29.04.2017 - 17:01:25

Merkel legt sich nicht auf finanzielle Forderungen an London fest. Das machte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach Abschluss der Beratungen am Samstag in Brüssel klar. "Ich finde, darüber muss man auch erst einmal mit Großbritannien sprechen", sagte die CDU-Politikerin nach dem Gipfel der 27 verbleibenden EU-Länder.

Die EU-Staaten wollen, dass Großbritannien für alle mit dem Austritt verbundenen Kosten aufkommt und seine finanziellen Verpflichtungen einhält. Schätzungen sprechen von bis zu 60 Milliarden Euro. Merkel machte deutlich, dass dies bereits in der ersten Phase der Verhandlungen angegangen werden müsse, ebenso wie die Rechte von EU-Bürgern in Großbritannien und der Briten in Europa.

Merkel hob zugleich die gemeinsamen Sicherheitsinteressen mit Großbritannien hervor, die angesichts geopolitischer Herausforderungen die Verhandlungen über den Brexit mitbestimmen würden.

Die Kanzlerin wies den Vorwurf zurück, man wolle nun ein Bündnis gegen die Briten schmieden. Aber es sei "das Natürlichste von der Welt", dass die anderen 27 EU-Staaten mit einer Stimme sprechen wollten. Schließlich habe auch die britische Premierministerin Theresa May betont, eine starke Union der 27 sei in Londons Interesse.

Die britische Regierung hatte Ende März offiziell den Austritt aus der EU beantragt. Darüber soll nach den britischen Parlamentswahlen ab Juni verhandelt und bis März 2019 ein Abkommen geschlossen werden.

@ dpa.de

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