Regierungen, Deutschland

BERLIN - Vor dem Integrationsgipfel mit Kanzlerin Angela Merkel hat sich die Migrationsbeauftragte Aydan Özoguz (SPD) skeptisch geäußert zu Forderungen nach einer Quote für Menschen mit Einwanderungsgeschichte in Führungspositionen.

14.11.2016 - 08:35:25

Özoguz skeptisch bei Forderungen nach Migranten-Quote für Chefjobs. Eine solche Quote hatten Migrantenverbände vor dem Treffen an diesem Montag im Kanzleramt angeregt. "Man muss nicht immer mit Quoten arbeiten", sagte die SPD-Politikerin dem Radiosender NDR Info. "Da, wo sich die Verantwortlichen wirklich Ziele gesetzt haben, (bei der Beteiligung) höher zu kommen, da funktioniert es auch." Gute Beispiele dafür seien die Landesministerien in Hamburg und Berlin.

Zugleich rief Özoguz aber zu einer größeren gesellschaftlichen Teilgabe von Einwanderern auf. Nachkommen von Zuwanderern, die inzwischen zum Teil in dritter und vierter Generation in Deutschland lebten, hätten das Gefühl, nicht als gleichwertiger Teil der Gesellschaft zu gelten. "Ich glaube, das ist der Punkt, wo auch Migranten gerade selbst zu Wort kommen müssen und auch deutlich machen müssen: Wo hakt es wirklich und wo können wir etwas tun?", sagte sie.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland forderte vor dem Treffen, dass die Politik sich deutlicher gegen Rassismus stellt. "Die Rassisten werden immer lauter, die Nicht-Rassisten immer ruhiger", beklagte der Vorsitzende Gökay Sofuoglu im Südwestrundfunk.

@ dpa.de

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