Deutschland, Volkswirtschaft

BERLIN - Vor dem G20-Gipfel hat die Umweltschutzorganisation WWF die Top-Wirtschaftsmächte aufgefordert, zur Stabilisierung der Finanzmärkte Standards für die Offenlegung von Klimarisiken zu vereinbaren.

04.07.2017 - 14:44:35

G20/WWF: Klimarisiken für die Wirtschaft werden unterschätzt. "Klimabezogene Finanzmarktrisiken werden immer noch unterschätzt", kritisierte WWF-Experte Matthias Kopp am Dienstag in Berlin. Klimarisiken stellten für Unternehmen und Investoren ein materielles Risiko dar und könnten das Finanzsystem eventuell destabilisieren, wenn sie nicht richtig eingepreist werden. Auch die Aufsichtsbehörden müssten sich global intensiver damit befassen.

Die Folgen der Erderwärmung können sich nach Ansicht des WWF nicht nur unmittelbar negativ auf den Finanzmarkt auswirken - etwa, wenn Regionen durch Dürren, Überschwemmungen oder andere Katastrophen ihr landwirtschaftliches oder touristisches Potenzial verlieren. Auch verändere sich das Anlageverhalten von Investoren - weg von fossilen Energieträgern wie Kohle und Öl und emissionsintensiven Geschäftsmodellen. Wer dies nicht berücksichtige, dem drohten Verluste. Über Fehlinvestitionen bei Pensionskassen könnte so die Altersvorsorge von Millionen Menschen gefährdet sein.

Deutschland hat "green finance" (grüne Finanzen) zu einem Schwerpunkt seiner G20-Präsidentschaft gemacht. 2015 hatte die G20-Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer den Finanzstabilitätsrat (FSB) aufgefordert, Risiken durch den Klimawandel zu berücksichtigen. Auf dem anstehenden G20-Gipfel in Hamburg sollte ein Bericht vorgelegt werden. Dabei geht es auch um einen besseren Zugang zu Umweltdaten. Global einheitliche Standards fehlen bisher.

Kopp hofft, dass zwei, drei Sätze in die G20-Abschlusserklärung kommen: "Zum Beispiel ein Auftrag für Klima-Stresstests der Zentralbanken - das hätte eine echte Wirkung." Von der G20-Gruppe forderte der WWF, eine permanente Arbeitsgruppe einzurichten, um Umweltrisiken längerfristig und kontinuierlich zu analysieren und transparent zu machen. Deutschland habe diese Chance verpasst.

Die FSB-Finanzaufseher haben jüngst Empfehlungen vorgelegt. Im Bericht der FSB-Arbeitsgruppe (Task Force on Climate Related Financial Disclosures/TCFD) unter Leitung des US-Unternehmers und früheren New Yorker Bürgermeisters Michael Bloomberg wird ein System vorgeschlagen, mit dem Unternehmen klimabezogene Finanzrisiken sowie Strategien zur Risikominimierung gegenüber Investoren, Kreditgebern, oder Versicherern offenlegen können. Die Initiative wird bisher von mehr als 100 Unternehmen unterstützt.

Das Pariser Klimaabkommen habe viel ausgelöst, sagte Kopp: "Den Unternehmen wird klar, dass sie handeln müssen. Das verstehen sie teils schneller als Banken und Investoren." Deutschland hinke Skandinavien, den Niederlanden, Frankreich, der Schweiz und Großbritannien hinterher. Anderswo werde institutionellen Investoren vorgeschrieben, Klimarisiken transparent zu machen, oder Notenbanken entwickelten Klima-Stresstests. Hierzulande herrsche wenig Transparenz, beklagte er. Viele Menschen interessiere nicht, wie ihre Rentenversicherung investiere: "Es kommt darauf an, Investitionen in die richtigen Bahnen zu lenken." Fehlinvestitionen könnten wegen Pflichtverletzungen für Unternehmen auch zum Problem werden.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Mehr als zehn Prozent Zuwachs - Bahn zählt nach Air-Berlin-Pleite mehr Fahrgäste. Ein Sorgenkind ist die neue ICE-Strecke Berlin-München. Dennoch sieht es mit den Fahrgastzahlen insgesamt gut aus. Ein Grund ist eine Firmenpleite. Bei der Bahn läuft aktuell nicht alles rund. (Wirtschaft, 16.12.2017 - 17:26) weiterlesen...

Aktien New York Schluss: Aussicht auf Steuerreform lässt Rekorde purzeln. Die Anleger griffen insbesondere bei den konjunktursensiblen Technologiewerten zu. Für Erleichterung sorgte, dass sowohl der republikanische Senator Marco Rubio, als auch sein Kollege Bob Corker nun für das Vorhaben stimmen wollen. Zuvor standen die beiden dem Vorhaben kritisch gegenüber. NEW YORK - Die Aussicht auf eine endgültige Verabschiedung der Steuerreform hat am Freitag alle wichtigen US-Aktienindizes auf Rekordhöhen gehievt. (Boerse, 15.12.2017 - 22:48) weiterlesen...

48-Volt-Technologie - Continental will bald mit Elektroantrieben Gewinn machen. Der 48-Volt-Diesel-Hybrid soll schon bald Geld verdienen. Autozulieferer Continental will beim Siegeszug der Elektroantriebe rechtzeitig mitmachen. (Wirtschaft, 15.12.2017 - 22:04) weiterlesen...

Continental will in wenigen Jahren mit Elektroantrieben Geld verdienen. Laut Finanzvorstand Wolfgang Schäfer soll die Sparte bis 2021 aus der Verlustzone kommen. "Absatz und Umsatz müssen erst noch kräftig steigen", schränkte Schäfer allerdings im Interview mit der "Börsen-Zeitung" (Samstagausgabe) ein. HANNOVER/FRANKFURT - Das vom Autozulieferer Continental mit hohen Investitionen aufgebaute Geschäft mit Elektro- und Hybridantrieben soll schon in wenigen Jahren Gewinn abwerfen. (Boerse, 15.12.2017 - 21:51) weiterlesen...

Langjähriger Kölner Airport-Chef Garvens geht. Der Manager und der Aufsichtsrat hätten sich in beiderseitigem Einvernehmen darauf verständigt, künftig getrennte Wege zu gehen, teilte Garvens' Anwalt am Freitagabend mit. Der Leiter des Airports war angesichts einer Untersuchung über mögliche Unregelmäßigkeiten vorläufig beurlaubt worden, hatte zunächst aber auf Weiterbeschäftigung gepocht und war nach einer einstweilige Verfügung des Landgerichts Köln zu seinen Gunsten an seinen Arbeitsplatz zurückgekehrt. KÖLN - Der langjährige Kölner Flughafen-Chef Michael Garvens verlässt jetzt doch das Unternehmen. (Boerse, 15.12.2017 - 21:15) weiterlesen...

Devisen: Euro weiter unter 1,18 US-Dollar. Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1760 Dollar. Marktbeobachter sprachen von einem vergleichsweise ruhigen Wochenausklang. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor noch etwas höher auf 1,1806 (Donnerstag: 1,1845) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8470 (0,8442) Euro. NEW YORK - Der Euro ist am Freitag unter 1,18 US-Dollar geblieben. (Boerse, 15.12.2017 - 21:02) weiterlesen...