Regierungen, Deutschland

BERLIN / POTSDAM - Vor der entscheidenden Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ein Angebot der Arbeitgeber verlangt.

16.02.2017 - 05:44:37

Tarifstreit im öffentlichen Dienst - Verdi verlangt Länder-Angebot. "Zwei Runden ohne ein Angebot der Arbeitgeber reichen", sagte Verdi-Chef Frank Bsirske der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Verdi und der Beamtenbund dbb verhandeln mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) über das Gehalt und die Arbeitsbedingungen von rund einer Million Angestellte der Länder. Der Abschluss soll dann auf die 2,2 Millionen Beamten von Ländern und Kommunen sowie Pensionäre übertragen werden.

Die an diesem Donnerstag beginnende dritte Verhandlungsrunde in Potsdam kann mit einem Durchbruch enden, die Verhandlungen können aber auch vertagt werden. Auch ein Scheitern und weitere Arbeitskämpfe sind möglich, nachdem die Beschäftigten bereits mit nahezu bundesweiten Warnstreiks auf ihre Belange aufmerksam gemacht hatten. Außer Hessen sind alle Länder betroffen, Hessen ist nicht in der TdL.

Bsirske sagte: "Unsere Mitglieder haben in den letzten Tagen deutlich gezeigt: Wir sind bereit für ein gutes Tarifverhandlungsergebnis zu kämpfen!" Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Lohn. In dieser Forderung sind strukturelle Verbesserungen enthalten. So sollen Landesbeschäftigte mit Akademiker- und Berufserfahrung im Wettbewerb mit freier Wirtschaft sowie Bund und Kommunen besser gestellt werden als heute. Das soll die neue Entgeltstufe 6 unter anderem für viele Lehrer bewirken.

dbb-Verhandlungsführer Willi Russ sagte der dpa, die Forderungen der Gewerkschaften seien so gut begründet, dass die Arbeitgeber darauf eingehen sollten. "Dann erübrigen sich auch weitere Arbeitskampfmaßnahmen. Andernfalls werden die Beschäftigten ihren Unmut spürbar zeigen." Eine Einigung dürfte laut Russ "kein Hexenwerk" sein. Die dritte Verhandlungsrunde ist bis Freitag angesetzt, kann sich aber auch bis ins Wochenende hinziehen.

@ dpa.de

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