Indikatoren, Deutschland

BERLIN - Die CDU wirft SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz völlig unzureichende Antworten auf das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland vor.

03.04.2017 - 05:51:38

CDU wirft Schulz mangelnde Pläne gegen Arbeitslosigkeit vor. "Wir müssen den Fokus auf diejenigen lenken, die sich auf dem Arbeitsmarkt wirklich schwer tun", sagte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Karl Schiewerling (CDU), der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Der CDU-Arbeitsmarktpolitiker Kai Whittaker sagte: "Herr Schulz schürt Ängste in diesem Land und vergrößert damit überall die Verunsicherung." Dabei hätten noch nie so viele Menschen in Deutschland Arbeit gehabt. "Die Vorschläge zur Arbeitslosenversicherung gehen an den wahren Problemen in diesem Land vorbei", warf Whittaker Schulz vor.

Die SPD will, dass der Bezug des Arbeitslosengelds I verlängert werden kann, wenn die Betroffenen eine Weiterqualifizierung der Bundesagentur für Arbeit (BA) absolvieren.

Die Union will im Bundestagswahlkampf nach Aussage von CSU-Chef Horst Seehofer besonders mit der Sicherung von Arbeitsplätzen punkten. "In der Innenpolitik ist immer das Wichtigste die wirtschaftliche Dynamik, die wirtschaftliche Prosperität, also Arbeitsplätze, das ist auch für die kleinen Leute die wichtigste soziale Maßnahme", sagte Seehofer der Deutschen Presse-Agentur. Im Kern gehe es um "Jobs, Jobs, Jobs", damit die Menschen ihren Lebensunterhalt verdienen könnten. "Da stehen wir prächtig da in Deutschland, aber wir müssen einiges tun, damit es so bleibt."

Zu den SPD-Vorschlägen für Langzeitarbeitslose hatte sich zuletzt auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble kritisch geäußert: "Wir wollen die Menschen nicht erst qualifizieren, wenn sie arbeitslos sind, sondern wir wollen sie qualifizieren, damit sie erst gar nicht ihren Job verlieren. Das ist sehr viel besser", hatte Schäuble am Wochenende der "Neuen Osnabrücker Zeitung" gesagt.

Schiewerling hielt Schulz entgegen: "Qualifizierung und Weiterbildung wird schon aktuell besser betrieblich organisiert." Viele Unternehmen könnten durch die Schulz-Pläne versucht sein, Qualifizierungsprogramme auf die BA abzuwälzen. Vorstellbar wären stattdessen Zuschüsse für Qualifizierungsmaßnahmen für kleine Betriebe.

Im Kern müssten Politik und Staat ihre Anstrengungen aber vor allem für Langzeitarbeitslose und ihre Angehörigen verstärken. Kinder sozial schwacher Familien, Ältere und Alleinerziehende bräuchten in besonderem Maß Unterstützung.

Whittaker sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir müssen Langzeitarbeitslose und Hartz-IV-Empfänger dauerhaft aus dem Leistungsbezug rausbringen."

Oft seien auch die Anreize für die Aufnahme einer Arbeit zu gering, betonte Schiewerling. "So kommt eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern mit Hartz IV auf etwa 1800 Euro. Als Verkäuferin verdient sie weniger."

@ dpa.de

Weitere Meldungen

EU-Kommissarin setzt auf Kompromiss bei Entsenderichtlinien-Reform. Sie glaube, dass es bei den Gesprächen am Montag in Luxemburg "einen Durchbruch" geben könne, sagte Thyssen der Zeitung "Die Welt" (Montag). LUXEMBURG - EU-Sozialkommissarin Marianne Thyssen setzt bei den anstehenden Verhandlungen der europäischen Arbeits- und Sozialminister über eine Verschärfung der Entsenderichtlinie auf einen schnellen Kompromiss. (Wirtschaft, 23.10.2017 - 05:21) weiterlesen...

US-Haushaltsdefizit zieht deutlich an - Zahlen sind aber keine Überraschung. In den zwölf Monaten bis Ende September habe das Minus knapp 666 Milliarden Dollar betragen und damit fast 14 Prozent höher als das Jahr davor. Es ist zudem der höchste Stand seit dem Fiskaljahr 2012/13, wie das Finanzministerium am Freitagabend mitteilte. WASHINGTON - In den USA ist das Haushaltsdefizit im vergangenen Fiskaljahr stark gestiegen. (Wirtschaft, 20.10.2017 - 21:22) weiterlesen...

USA: Verkäufe bestehender Häuser steigen überraschend. Im Vergleich zum Vormonat seien sie um 0,7 Prozent zum Vormonat gestiegen, teilte die Maklervereinigung "National Association of Realtors" (NAR) am Freitag in Washington mit. Erwartet wurde hingegen ein Rückgang um 0,9 Prozent. Im Vormonat waren die Verkäufe noch um 1,7 Prozent gefallen. WASHINGTON - In den USA haben die Verkäufe bestehender Häuser im September überraschend zugelegt. (Boerse, 20.10.2017 - 16:19) weiterlesen...

Deutschland: Auftrieb bei Erzeugerpreisen stärker als erwartet. Die Erzeugerpreise seien im Jahresvergleich um 3,1 Prozent gestiegen, teilte das Statistischen Bundesamts am Freitag mit. Volkswirte hatten nur einen Anstieg um 2,9 Prozent erwartet. In den Monaten Mai, Juni und Juli hatte sich die Inflation auf der Erzeugerebene noch jeweils abgeschwächt. Erst ab August war sie wieder stärker ausgefallen. WIESBADEN - In Deutschland hat sich die Inflation auf Herstellerebene im September weiter verstärkt. (Wirtschaft, 20.10.2017 - 08:01) weiterlesen...

Statistiker nehmen Ausgaben der Bürger unter die Lupe. Einmal im Jahr werden die Zahlen gesammelt präsentiert. Die neue Ausgabe seines Jahrbuchs stellt das Statistische Bundesamt an diesem Freitag (10 Uhr) in Berlin vor. Dieses Mal hat die Behörde besonders im Blick, wo die Deutschen im europäischen Vergleich stehen, ob bei Außenhandel, Arbeitsmarkt, Verdiensten, Preisen oder Wohnen. Beim Jahrbuch 2016 war noch die Gesundheit in den Mittelpunkt gerückt worden. Ergebnis: Die meisten Deutschen fühlen sich recht fit und sie leben im Durchschnitt immer gesundheitsbewusster. BERLIN - Ausgaben für Essen und Trinken, Einkommen und Wohnkosten - Statistiker erfassen zahlreiche Daten über den Alltag der Bürger. (Boerse, 20.10.2017 - 05:47) weiterlesen...

USA: Frühindikatoren überraschend gefallen. Er gab um 0,2 Prozent zum Vormonat nach, wie das private Forschungsinstitut Conference Board am Donnerstag in Washington mitteilte. Volkswirte hatten stattdessen mit einem leichten Zuwachs um 0,1 Prozent gerechnet. Im August war der Indikator um 0,4 Prozent gestiegen. WASHINGTON - In den USA ist der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren im September entgegen den Erwartungen von Analysten gefallen. (Wirtschaft, 19.10.2017 - 16:09) weiterlesen...