Regierungen, Deutschland

BERLIN - Der seit Jahren anhaltende wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland kommt den Reichen zugute, während die Armen mehr oder weniger leer ausgehen.

12.04.2017 - 14:11:24

Deutschland sozial gespalten - Armutsbericht beschlossen. Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) sagte am Mittwoch in Berlin: "Die unteren 40 Prozent der Beschäftigten haben 2015 real weniger verdient als Mitte der 90er Jahre." Zuvor hatte das Kabinett nach einigem Hin und Her den von ihr erstellten Fünften Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung verabschiedet.

Der Bericht, den die Bundesregierung alle vier Jahre erstellt, enthüllt zudem große Unterschiede beim Vermögen der Deutschen. "Die reichsten zehn Prozent der Haushalte besitzen mehr als die Hälfte des gesamten Netto-Vermögens. Die untere Hälfte nur ein Prozent", erläuterte die Sozialministerin. Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Thomas Oppermann, erklärte dazu: "Eine übermäßige Ungleichheit bei den Einkommen ist nicht nur sozial ungerecht, sondern auch ökonomisch schädlich."

Nahles legte in ihrem Bericht erstmals ein besonderes Augenmerk auf den Reichtum in Deutschland. Zuvor sei dieser in Statistiken unzureichend erfasst gewesen. Unter anderem diese Entscheidung hatte für Widerstand beim Koalitionspartner Union gesorgt.

Besonders prekär sei die Situation der Kinder. "Das Gesicht der Armut in Deutschland ist ein Kindergesicht", sagte Nahles. Fast zwei Millionen Kinder hierzulande seien armutsgefährdet. Die Gründe dafür lägen insbesondere in eingeschränkter Erwerbstätigkeit der Eltern, heißt es in dem Bericht. So betrage das Armutsrisiko von Kindern 64 Prozent, wenn in der Familie kein Elternteil erwerbstätig ist. Arbeite ein Elternteil in Vollzeit, falle das Risiko deutlich auf etwa 15 Prozent. Die Bildungschancen hingen immer noch stark von der Herkunft ab.

Der Bericht belegt indessen eine insgesamt positive Entwicklung der sozialen Lage in Deutschland. Anhaltendes Wirtschaftswachstum habe zur niedrigsten Arbeitslosigkeit seit der deutschen Einheit beigetragen. Seit Mitte des vergangenen Jahrzehnts hat sich die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um etwa sechs Millionen Menschen erhöht.

Die Schere bei den Einkommen habe sich zudem seit Einführung des Mindestlohns 2015 wieder ein Stück geschlossen, sagte Nahles. Einen ähnlichen Effekt erhofft sie sich auch von der Eindämmung von Leiharbeit und Werkverträgen.

Der Bericht der SPD-Politikerin hatte schon vor seiner Verabschiedung für Aufsehen gesorgt: Die erste Fassung war beim Koalitionspartner Union auf Widerstand gestoßen. In einer zweiten Fassung war dann Medienberichten zufolge unter anderem der Hinweis darauf gestrichen worden, dass einkommensstarke Gesellschaftsgruppen mehr Einfluss auf politische Entscheidungen hätten als einkommensschwache. Ebenfalls gestrichen wurde das Unterkapitel "Einfluss von Interessensvertretungen und Lobbyarbeit".

Laut Daten des Statistischen Bundesamts vom Mittwoch haben 2016 etwas weniger Menschen Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung erhalten als zuvor: rund eine Million. Die Gefahr der Altersarmut in Deutschland sei dennoch nicht gebannt, sagte Ulrike Mascher, Präsidentin den Sozialverbands VdK Deutschland.

@ dpa.de

Amazon wird sich schwarzärgern, aber …

… wir schenken Ihnen den Report „Börsenpsychologie - Markttechnik für Trader“ heute trotzdem kostenfrei. Normalerweise kostet der Report im Onlinehandel 39,99 Euro.

Sie können sich den genialen Report heute jedoch absolut kostenfrei sichern. Wir senden Ihnen den Report vollkommen KOSTENFREI zu.

Jetzt HIER klicken und dank richtigen Timing reich an der Börse werden!

Weitere Meldungen

Branche fordert stärkeren Ausbau der Windenergie auf See. Die Offshore-Windenergie könne einen deutlich größeren Beitrag als bisher leisten, sagten Branchenvertreter am Mittwoch in Berlin. Die massiven Kostensenkungen im Bereich der erneuerbaren Energien eröffneten neue Potenziale und zeigten deutlich, dass vergleichsweise junge Technologien inzwischen weitgehend wettbewerbsfähig seien. BERLIN - Die Windenergie-Branche fordert auch angesichts von Kostensenkungen einen deutlich stärkeren Ausbau der Windparks auf See. (Boerse, 17.01.2018 - 11:30) weiterlesen...

Grüne Woche erwartet 1660 Aussteller aus 66 Ländern. Internationale Grüne Woche am Freitag in Berlin. Zu der Agrarschau haben sich 1660 Aussteller aus 66 Ländern angemeldet. Rund 400 000 Besucher erwartet die Messeleitung an den zehn Tagen der Grünen Woche. Japan, Russland, Schweden und die Slowakei kehren nach Abwesenheit wieder auf die Messe zurück. Partnerland ist diesmal Bulgarien. BERLIN - Mit Rekordzahlen und den kritischen Themen Tierwohl und Pflanzenschutz beginnt die 83. (Boerse, 17.01.2018 - 11:04) weiterlesen...

Ein Jahr US-Präsident Trump: Deutsche Industrie hat große Sorgen. "Die schlimmsten Befürchtungen sind bisher nicht wahrgeworden, die Sorgen der deutschen Industrie bleiben trotzdem groß", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, am Mittwoch in Berlin. "Unsere Unternehmen sind beunruhigt, dass die USA deutlich stärker als bisher Gebrauch von ungerechtfertigten Antidumping-Maßnahmen machen." Neue Handelsbarrieren würden auch Deutschland treffen. BERLIN - Ein Jahr nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump sieht die deutsche Industrie mit Blick auf den wirtschaftspolitischen Kurs der USA keinen Grund zur Entwarnung. (Wirtschaft, 17.01.2018 - 10:46) weiterlesen...

DAVOS/ROUNDUP/Umweltkrisen und Cyberattacken: WEF sieht Welt im Krisenmodus. Massive Umweltprobleme wie Wetterextreme und Artensterben sowie Cyberattacken, politische Krisen und wirtschaftliche Ungleichheit - die Welt heutzutage hat demnach an vielen Fronten zu kämpfen. "Wir haben zugelassen, dass Brüche entstehen, die Institutionen, Gesellschaften und die Umwelt schwächen - diese Brüche gilt es nun zu heilen", betonte WEF-Gründer Klaus Schwab am Mittwoch in einer Mitteilung. LONDON - Es ist ein gefährliches Bild, das der Risikobericht des Weltwirtschaftsforums (WEF) zeichnet. (Wirtschaft, 17.01.2018 - 10:34) weiterlesen...

DAVOS: Weltwirtschaftsforum warnt vor Umweltrisiken und Cyberattacken. Dabei stellen extreme Wettereignisse das größte Einzelrisiko dar, wie das WEF am Mittwoch in London mitteilte. "Wir haben zugelassen, dass Brüche entstehen, die Institutionen, Gesellschaften und die Umwelt schwächen - diese Brüche gilt es jetzt zu heilen", sagte WEF-Gründer Klaus Schwab laut der Mitteilung. LONDON - Von Umweltrisiken und Cyberangriffen geht einer Studie des Weltwirtschaftsforums (WEF) zufolge heutzutage die größte Gefahr für die Welt aus. (Wirtschaft, 17.01.2018 - 10:18) weiterlesen...

Bitcoin stabilisiert sich nach 25-prozentigem Einbruch. Am Mittwochmorgen kostete ein Bitcoin auf der großen Handelsplattform Bitstamp etwa 11 300 US-Dollar. Am Dienstag war der Kurs um etwa 25 Prozent von rund 14 000 Dollar auf weniger als 11 000 Dollar eingebrochen. Auch viele andere Kryptowährungen verloren deutlich an Wert, darunter die zunehmend beliebten Bitcoin-Alternativen Ether und Ripple. FRANKFURT - Die umstrittene Digitalwährung Bitcoin hat sich am Mittwoch nach ihrem heftigen Absturz am Dienstag stabilisiert. (Wirtschaft, 17.01.2018 - 08:50) weiterlesen...