Regierungen, Deutschland

BERLIN - Der finanzielle Druck auf einen Großteil der gut 2,8 Millionen Studierenden in Deutschland wächst.

27.06.2017 - 17:23:25

Steigender Kostendruck auf Studierende. Gründe sind nach der am Dienstag veröffentlichten 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) vor allem massiv wachsende Mietkosten und eine weiterhin oft zu niedrige staatliche Unterstützung durch das Bafög. Das Gutachten zeigt, dass die Jobber-Quote unter den Studenten innerhalb von vier Jahren um 6 Punkte auf 68 Prozent geklettert ist. Auch sei verstärkt Elternhilfe nötig, damit die Studierenden über die Runden kommen.

Aus Gewerkschaften und Parteien kam Kritik an der Bundesregierung vor allem wegen deren Förderpolitik. Die durchschnittliche Unterstützung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) lag im Sommersemester 2016 bei 435 Euro, unterstützt wurden zuletzt insgesamt gut 600 000 Studierende.

Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) betonte indes, die Sozialerhebung spiegele noch nicht die positiven Auswirkungen der Bafög-Erhöhung auf bis zu 735 Euro vom Herbst 2016. Allerdings hatte das DSW schon vor einigen Wochen eine große Studie vorgelegt, wonach auch nach dieser schwarz-roten Reform die staatliche Stütze zu niedrig ist. Ein regelmäßiges Bafög-Plus - wie von Studentenwerk, SPD, Grünen und Linken gefordert - lehnt Wanka bisher ab.

DSW-Präsident Dieter Timmermann bedauerte am Dienstag, dass laut Befragung vom Sommer 2016 nur 18 Prozent aller Studenten Bafög erhielten. Es gebe "dringenden Handlungsbedarf". Das Studentenwerk plädiert dafür, die Bafög-Sätze regelmäßig zu erhöhen. Ein Bund-Länder-Hochschulsozialpakt solle mehr preisgünstigen Wohnraum für Studierende schaffen.

Die DSW-Sozialerhebung ist eine Langzeitstudie, die seit 1951 regelmäßig Auskunft über die soziale und wirtschaftliche Lage der Studierenden in Deutschland gibt. Zu Auskünften über ihre wirtschaftliche und soziale Lage waren rund 400 000 Studenten eingeladen, 55 000 Datensätze wurden ausgewertet.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) forderte, nach der Bundestagswahl eine weitere Bafög-Erhöhung um mindestens zehn Prozent auf den Weg zu bringen. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack meinte: "Die letzte Bafög-Erhöhung war zwar ein Schritt in die richtige Richtung, reicht aber nicht aus. Die Mietpauschale von monatlich 250 Euro muss dringend angehoben und an den Durchschnitt der studentischen Mietkosten angepasst werden."

Für den SPD-Bildungsexperten Oliver Kaczmarek dokumentiert der DSW-Report "erneut die soziale Selektivität unseres Studiensystems". So studierten Kinder aus nichtakademischen Familien deutlich seltener als Kinder aus akademischen Familien.

Der Grünen-Hochschulpolitiker Kai Gehring sagte, die Studie zeige "das Bild einer verschärften sozialen Spaltung". Das Bafög solle zu einer Studienfinanzierung mit zwei Säulen erweitert werden - "einem Studierendenzuschuss für alle und einem Bedarfszuschuss für Studierende aus ärmeren Elternhäusern".

Die Linke-Fachfrau Nicole Gohlke erklärte: "Durch die Verstümmelung des Bafög sind viele Studierende armutsgefährdet." Nur mit einer echten Mietpreisbremse und umfangreichen Investitionen in den Bau von Wohnheimen könne die Wohnungsnot in Hochschulstädten bekämpft werden.

@ dpa.de

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