Haushalt, Steuern

BERLIN - Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat die künftige Bundesregierung angesichts der aktuellen Steuerschätzung aufgefordert, mit dem Geld der Bürger sorgsam umzugehen.

07.11.2017 - 13:32:24

BDI zu Steuerschätzung: Sorgfältig mit Geld der Bürger umgehen. "Die Mehreinnahmen sind für die Jamaika-Unterhändler kein Freifahrtschein für ein Umverteilen mit vollen Händen", erklärte BDI-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang am Dienstag in Berlin.

Er fügte hinzu: "Wir brauchen massive Investitionen in unserem Land. Eine wirkungsvolle steuerliche Innovationsförderung und eine Anpassung der nationalen Steuerstrukturen an die globalen Entwicklungen machen den Standort Deutschland zukunftsfest."

In Braunschweig begann am Dienstag der Arbeitskreis Steuerschätzung mit den Beratungen über die neue Einnahmeprognose für die Staatskassen. Die Experten von Bund und Ländern, Bundesbank, Kommunalverbänden, Forschungsinstituten sowie Statistikamt ermitteln drei Tage lang das Steueraufkommen für dieses Jahr und den Zeitraum bis 2021. Das Ergebnis wird am Donnerstag vom Bundesfinanzministerium in Berlin verkündet.

Die Novemberschätzung ist für CDU, CSU, FDP und Grünen besonders wichtig, weil sie ihnen die finanziellen Spielräume aufzeigt für ein mögliches Regierungsbündnis. Nach Informationen des "Handelsblatts" kann eine Jamaika-Koalition nicht darauf hoffen, dass sich ihr finanzieller Spielraum deutlich vergrößern wird.

So dürfte der Bund in den Jahren 2018 bis 2021 zwar insgesamt rund 16 Milliarden Euro mehr einnehmen als in der letzten Prognose aus dem Mai vorhergesagt. Davon gehe zumindest das Bundesfinanzministerium in einer Vorlage für die Steuerschätzer aus. Über die bisherigen Erwartungen geht der Finanzspielraum damit aber kaum hinaus.

Zusammen mit den vom früheren Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in der mittelfristigen Planung vorgesehenen freien Haushaltsmitteln von 14,8 Milliarden Euro ergebe sich für die neue Regierung ein Spielraum von etwas mehr als 30 Milliarden Euro in der Legislaturperiode.

@ dpa.de

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