USA, Japan

BERLIN - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat die G20-Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer vor einem Rückfall zu Nationalismus und Marktabschottung gewarnt.

30.11.2016 - 18:24:24

Schäuble warnt G20-Länder vor Nationalismus und Abschottung. Globale Herausforderungen benötigten globale Lösungen, sagte Schäuble am Mittwochabend in Berlin zum Auftakt der deutschen G20-Präsidentschaft.

Schäuble betonte: "Wir können die Globalisierung nicht zurückdrehen, und wir wollen das auch nicht." Sie müsse aber besser gestaltet werden - zum Nutzen der Menschen und gegen das wachsende Gefühl der zunehmenden Ungleichheit zwischen Arm und Reich.

Dafür seien Welthandel und offene Märkte erforderlich. Die G20 müssten Antworten auf die drängenden Fragen finden, um der wachsenden Skepsis der Menschen zu begegnen. Dies gehe nur, wenn sie weiter zusammenarbeiteten. "Die Antwort ist sicher nicht eine Rückkehr zu Nationalismus und Protektionismus", sagte Schäuble.

Deutschland übernimmt zum 1. Dezember den G20-Vorsitz von China und richtet Anfang Juli den Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Hamburg aus. Die Regierung hat den deutschen Vorsitz unter das Motto "Eine vernetzte Welt gestalten" gestellt. Die Finanzminister und

-Notenbankgouverneure der G20 werden sich am 17. und 18. März in

Baden-Baden treffen.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hofft, "dass die G20 an ihrem Bekenntnis zu offenen Märkten mit fairem Wettbewerb festhält, dass Reformen für mehr Wachstum und Beschäftigung durchgeführt und nachhaltig solide Staatsfinanzen angestrebt werden". Es sei verständlich, dass der globale Wettbewerbsdruck manchem Angst mache. "Abschottung und Protektionismus wären jedoch die falschen Antworten auf diese Sorgen", sagte Weidmann. Die Globalisierung sei kein Nullsummenspiel. "Im Gegenteil: Durch internationalen Handel geht es uns insgesamt besser."

Zur G20 gehören neben Deutschland auch Argentinien, Australien, Brasilien, China, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei und die USA. Auch die EU gehört dazu.

Deutschland will in der G20 laut Schäuble Maßnahmen für eine robustere Wirtschaft, ein tragfähiges Schuldenniveau, stabile Finanzmärkte und zusätzliche Investitionen vorantreiben. Um die Widerstandsfähigkeit der Volkswirtschaften zu stärken, strebt die deutsche Präsidentschaft eine Verständigung der G20 auf einen Ausstieg aus schuldenfinanzierten Wachstumsmodellen und der ultra-expansiven Geldpolitik an - verbunden mit ambitionierten Strukturreformen. Schäuble sprach von einer "zeitlich angemessenen Normalisierung der Geldpolitik" und einem allmählichen Abbau der viel zu hohen Schulden.

Unter deutschem G20-Vorsitz sollen zudem Chancen und Risiken der Digitalisierung im Finanzmarkt Thema sein. Zudem geht es um mehr Investitionen - insbesondere in Afrika. Weitere Schwerpunkte sind mehr Steuertransparenz sowie der Kampf gegen Geldwäsche.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Presse: JPMorgan könnte 2500 Jobs wegen Brexit nach Mitteleuropa verlegen. Die Bank suche Büros in Deutschland und Polen sowie in anderen mitteleuropäischen Ländern, schreibt die polnische Zeitung "Puls Biznesu" (Montag) ohne Quellennennung. JPMorgan werde in zwei Monaten eine Auswahlliste erstellen und dann in diesem Jahr eine endgültige Entscheidung treffen, hieß es weiter. Nach Angaben eines städtischen Angestellten seien Manager von JPMorgan in Krakau vorstellig gewesen. LONDON/WARSCHAU - Die US-amerikanische Großbank JPMorgan denkt einem Pressebericht zufolge über die Verlegung von 2500 Stellen von London nach Zentraleuropa nach. (Boerse, 23.01.2017 - 08:56) weiterlesen...

Warren Buffett kauft im deutschen Mittelstand zu Der US-Milliardär Warren Buffett schlägt ein zweites Mal in Deutschland zu. (Wirtschaft, 23.01.2017 - 08:41) weiterlesen...

Devisen: Euro steigt deutlich über 1,07 US-Dollar - höchster Stand seit Dezember. FRANKFURT - Der Kurs des Euro ist am Montag gestiegen. Am Morgen erreichte die Gemeinschaftswährung bei 1,0755 US-Dollar den höchsten Stand seit 8. Dezember. Zuletzt wurde der Euro bei 1,0747 Dollar gehandelt und damit etwa einen halben Cent höher als in der vergangenen Nacht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,0632 Dollar festgesetzt. Devisen: Euro steigt deutlich über 1,07 US-Dollar - höchster Stand seit Dezember (Boerse, 23.01.2017 - 07:55) weiterlesen...

Ölpreise wenig verändert. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März unverändert 54,49 US-Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um drei Cent auf 53,19 Dollar. SINGAPUR - Die Ölpreise sind am Montag kaum bewegt in die neue Handelswoche gestartet. (Boerse, 23.01.2017 - 07:20) weiterlesen...

WOCHENVORSCHAU: Termine bis 27. Januar 2017. FRANKFURT - Wirtschafts- und Finanztermine bis Freitag, WOCHENVORSCHAU: Termine bis 27. Januar 2017 (Boerse, 23.01.2017 - 06:02) weiterlesen...

TAGESVORSCHAU: Termine am 23. Januar 2017. FRANKFURT - Wirtschafts- und Finanztermine am Montag, TAGESVORSCHAU: Termine am 23. Januar 2017 (Boerse, 23.01.2017 - 06:01) weiterlesen...