Luftverkehr, Berlin

Auch unmittelbar vor dem Volksentscheid über die Zukunft des Berliner Flughafens Tegel bleibt der Eröffnungstermin für den Großflughafen BER ungewiss.

15.09.2017 - 19:31:24

Ausbaupläne - Start des Berliner Großflughafens weiter offen. Nur die Planungen für den weiteren BER-Ausbau schreiten voran.

Berlin - Auch gut eine Woche vor dem Volksentscheid über die Offenhaltung des Berliner Flughafens Tegel bleibt der Termin für die Eröffnung des Großflughafens BER im Ungewissen.

«Da muss ich Sie noch ein bisschen um Geduld bitten», sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup am Freitagabend nach einer Aufsichtsratssitzung in Berlin.

Er bekräftigte aber, dass er den Termin nach Abschluss der weiteren Detailplanungen noch in diesem Jahr nennen wolle. Fest steht bisher nur, dass die Bauarbeiten am Milliardenprojekt nach jahrelangen Verzögerungen nun bis Ende August 2018 abgeschlossen sein sollen. Weil dann aber noch umfangreiche Tests notwendig sind, gilt ein Start vor 2019 als unwahrscheinlich.

Der «Berliner Tagesspiegel» hatte am Freitag berichtet, dass der Großflughafen nach einer internen Zusage der Flughafengesellschaft spätestens Ende September 2019 eröffnet werden soll. Dies habe die Gesellschaft zumindest der Europäischen Investitionsbank zugesagt, die einen Teil der Kredite gibt. Vor Journalisten sagte Lütke Daldrup, der Rahmenterminplan reiche bislang nur bis zum Abschluss der Bauarbeiten, derzeit würden die danach notwendigen Tests geplant.

Grundsätzlich billigte der Aufsichtsrat die Überlegungen für einen weiteren Ausbau des Großflughafens, der bereits beim Start an seine Kapazitätsgrenzen stoßen dürfte. Der sogenannte Masterplan sieht vor, dass weitere Terminals in Schönefeld gebaut werden und die Zahl der Passagiere dort dann von zunächst 22 Millionen auf 55 Millionen im Jahr 2040 steigen soll. Zudem sollen am bisherigen Flughafen in Schönefeld zeitweise noch 13 Millionen Passagiere pro Jahr abgefertigt werden können. Die Ausbauten sollen aber ersten beginnen, wenn der Flughafen geöffnet ist.

Lütke Daldrup bekräftigte, dass die Flughafengesellschaft an dem Konsensbeschluss der Eigentümer - dem Bund und die beiden Länder Berlin und Brandenburg - festhalte, wonach Tegel nach Inbetriebnahme von Schönefeld vom Netz gehen soll. Dies sieht auch die Genehmigung des Großflughafens so vor. Die Unterstützer des Volksentscheids am 24. September - darunter die CDU und die FDP in Berlin - wollen dies verhindern. Ein Votum für die Offenhaltung Tegels hätte für den Berliner Senat allerdings rechtlich keine bindende Wirkung.

Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider sagte, das Gremium habe sich auch intensiv mit dem aktuellen Baufortschritt beschäftigt. «Da haben wir eine Reihe von Fragen gestellt und eine Reihe von Antworten bekommen.» Bei der nächsten Sitzung im November solle weiter darüber gesprochen werden. Auch die Finanzierung des Ausbaus werde dann erneut besprochen. Zudem werde der Aufsichtsrat dann, wie von der Gesellschafterversammlung gewünscht, über das Ergebnis des Volksbegehrens beraten.

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Gesamtverkauf unwahrscheinlich - Mögliche Vorentscheidung über Verkauf von Air Berlin. Die drei Gläubigerausschüsse des Dachkonzerns, der deutschen Gesellschaft und der Techniksparte sollen nach Informationen aus Branchenkreisen zu Beratungen zusammenkommen. Berlin - Bei der insolventen Air Berlin könnte heute eine Vorentscheidung über den Verkauf an Investoren fallen. (Wirtschaft, 21.09.2017 - 05:13) weiterlesen...

Mögliche Vorentscheidung über Verkauf von Air Berlin. Die drei Gläubigerausschüsse des Dachkonzerns, der deutschen Gesellschaft und der Techniksparte sollen nach Informationen aus Branchenkreisen zu entsprechenden Beratungen zusammenkommen. Am vergangenen Freitag war die Bieterfrist abgelaufen. Eine endgültige Entscheidung über den Zuschlag dürfte der Air-Berlin-Aufsichtsrat wohl zwar erst am Montag kurz nach der Bundestagswahl treffen. Für den formalen Beschluss könnten nun aber schon die Weichen gestellt werden, hieß es. Berlin - Bei der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin könnte heute eine Vorentscheidung über den Verkauf an Investoren fallen. (Politik, 21.09.2017 - 01:56) weiterlesen...

Verdi: Drohende Jobverluste bei Air Berlin. «Schon jetzt ist klar, dass ein großer Teil keine Anschlussbeschäftigung bei einem der potenziellen Erwerber finden wird», warnte Verdi-Vorstandsmitglied Christine Behle in Berlin. Sie forderte eine Transfergesellschaft mit öffentlichem Geld. In einer solchen können Betroffene weiterqualifiziert und in neue Jobs vermittelt werden. Morgen berät der Gläubigerausschuss von Air Berlin über die Kaufangebote. Berlin - Mit dem Verkauf der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin droht vielen der mehr als 8000 Beschäftigten nach Einschätzung der Gewerkschaft Verdi die Arbeitslosigkeit. (Politik, 20.09.2017 - 16:52) weiterlesen...

Bericht - Drohende Jobverluste bei Air Berlin. In den kommenden Tagen wird über den Verkauf entschieden. Die Spannung steigt bei Air Berlin - und ebenso die Befürchtungen vieler Beschäftigter. (Wirtschaft, 20.09.2017 - 16:38) weiterlesen...

Gefahr für den Flugverkehr - Immer mehr Drohnen-Vorfälle an Flughäfen. Bislang gab es noch kein solches Unglück. Aber die Gefahr steigt. Wenn eine Drohne in ein Triebwerk gerät, drohen tödliche Unfälle. (Politik, 20.09.2017 - 13:44) weiterlesen...

Bericht - Gläubiger stellt Insolvenzantrag für Air-Berlin-Tochter Niki. Ein Sprecher des zuständigen Landesgerichts Korneuburg in Österreich sagte am Mittwoch, der Antrag vom Vortag werde nun geprüft. Korneuburg - Für die Air-Berlin-Tochter Niki hat ein Gläubiger des Unternehmens einen Insolvenzantrag eingereicht. (Wirtschaft, 20.09.2017 - 12:15) weiterlesen...