Winzervereinigung Freyburg sorgt sich um Berufsnachwuchs: Die Winzervereinigung in Freyburg sorgt sich um den beruflichen Nachwuchs. Das Interesse für die Ausbildung zum Winzer in der Winzervereinigung gehe zurück, sagte Kellermeister und Produktionsleiter Hans Albrecht der Nachrichtenagentur ddp. Seit etwa sieben Jahren würden die Bewerberzahlen sinken.
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Zwar bilde die Vereinigung jährlich nur einen Lehrling im ersten Ausbildungsjahr zum Winzer aus, aber auf diese Stelle hätten sich vor zehn Jahren noch etwa 30 Interessenten beworben.

Im vergangenen Jahr habe es lediglich fünf Bewerber gegeben, sagte Albrecht. Die Ursachen für den Bewerberrückgang sieht der Produktionsleiter vor allem im Desinteresse an körperlicher Arbeit. Die Winzerausbildung umfasse von der Traubenproduktion über die Abfüllung bis zur Vorstellung des Weines viele verschiedene Stufen.

Der Präsident des Weinbauverbands Saale-Unstrut, Siegfried Boy, sieht die professionellen Weingüter der Region im Nachwuchsbereich hingegen »gut aufgestellt«. Nahezu alle großen privaten Weingüter hätten derzeit mindestens einen Lehrling eingestellt. Es sei zwar schwieriger geworden, Bewerber mit guten und sehr guten schulischen Leistungen zu finden. Mangelndes Interesse am Winzerberuf könne er aber nicht bestätigen, betonte Boy.

Der Präsident beklagte eher zu wenige Freizeitwinzer, die Steil- und Terrassenflächen bewirtschaften. Im nördlichsten Weinanbaugebiet Deutschlands gebe es immer weniger junge Leute, die diese speziellen Weinanbauflächen in ihrer Freizeit pflegen möchten, sagte Boy.

»Im Winzerverband ist unbedingt ein Generationenwechsel notwendig«, fügte Boy hinzu. Während sich die älteren Verbandsmitglieder, von denen einige zwischen 70 und 80 Jahren alt seien, mit dem Weinbau »fit und gesund« hielten, hätten Jüngere kaum Interesse daran, »für ein paar Cent Gewinn' die Weinfelder als Hobby weiterzuführen.

Freyburg (ddp-lsa)