Düsseldorf (dapd-nrw). Textilhändler reiben sich hingegen die Hände: Die eisigen Temperaturen lassen die Berge an Winterkleidung in den Lagern langsam kleiner werden.
Das kalte Wetter sei passend zum Start des inoffiziellen Winterschlussverkaufs zu Beginn der Woche gekommen, sagte die Pressereferentin des Handelsverbands Nordrhein-Westfalen, Anne Schauer. Die Händler seien mit dem bisherigen Verlauf des WSV sehr zufrieden.
Auch der Landesbetrieb Wald und Holz freut sich über die derzeitige trockene Kälte. Der Winter sei die Jahreszeit, in der am besten Bäume gefällt werden könnten, sagte Sprecher Christoph Grüner. Im Januar habe nicht viel gearbeitet werden können, weil der Boden durch den vielen Regen so aufgeweicht gewesen sei, dass die Maschinen nicht in den Wald fahren konnten. Durch den Frost sei der Boden nun hart und gut befahrbar.
Dem Landesbetrieb Straßenbau hingegen bereitet das kalte Wetter Probleme. An der Tagesbruch-Baustelle an der A 45 bei Dortmund seien in dieser Woche die Bohrgeräte eingefroren, sagte Sprecher Bernd Löchter. Nur mithilfe eines beheizbaren Zelts konnte weitergearbeitet werden. Trotzdem wird die Autobahn in der kommenden Woche nur mit einer provisorischen Fahrbahndecke wieder eröffnet werden. Die endgültige Asphaltdecke könne wohl erst im Frühjahr aufgebracht werden, wenn es wieder dauerhaft um die fünf bis zehn Grad Plus gebe, sagte Löchter. Bis dahin müssen sich Autofahrer auf strikte Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Strecke einstellen.
Überhaupt vom Fleck zu kommen, würde viele Autofahrer derzeit jedoch schon freuen. Die Pannenhelfer des ADAC wurden in NRW allein am Donnerstag 6.776 Mal gerufen, wie Sprecherin Grünewald sagte. 'Das ist Akkordarbeit, wir sind mit Mann und Maus im Einsatz.' Auch in den kommenden Tagen sei nicht mit Besserung zu rechnen. 'Die Leute wollen ja auch am Wochenende mit dem Auto los', sagte Grünewald. An einem normalen Wintertag müssen die 'Gelben Engel' ihren Angaben zufolge etwa 2.500 mal pro Tag ausrücken. Am Mittwoch waren die Hotlines des ADAC wegen der vielen Anfragen zusammengebrochen.
Besonders oft werden die Mitarbeiter des ADAC als Starthelfer gerufen oder sie müssen Batterien austauschen. Auch festgefrorene Handbremsen müssten immer wieder gelöst werden, sagte Grünewald. Um der Lage Herr zu werden, setzen die Helfer Prioritäten. 'Wenn jemand bei minus 15 Grad Celsius im Straßengraben steckt, fahren wir da natürlich eher hin', sagte Grünewald. Menschen mit 'normalen Pannen' müssten deshalb mitunter etwas länger warten.
dapd


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