Unter den jungen Leuten ist auch der 20-jährige Christian aus Berlin. Vom Gipfel erwartet er sich nicht allzu viel, zumindest keine konkreten Ergebnisse. An der Demo nimmt er teil, weil er zeigen will, dass viele Menschen Interesse am Klimaschutz haben. «Ich hoffe, dass wir wahrgenommen werden», sagt er. Theresa ist überzeugt, dass das klappen wird. «Sonst würde ich ja nicht hinfahren», sagt die 18-Jährige, die am Morgen in Trier um halb fünf aufgestanden ist, um über Koblenz und Hamburg nach Kopenhagen zu fahren. «Wir hoffen, dass sich Zehntausende an der Demonstration beteiligen, damit sich der Druck erhöht», sagt sie.

Die Kopenhagener Polizei erwartet 40 000 bis 60 000 Demonstranten. Sie wollen vom Platz vor dem Parlament bis zum Konferenzzentrum ziehen. Kopenhagen ist derzeit die Hauptstadt der Klimaschützer. Seit Wochen macht das Wortspiel «Hopenhagen» die Runde.

Im Sommer hat Theresa an der Nachhaltigkeitsakademie des Vereins «Jugendbildung in Gesellschaft und Wissenschaft» teilgenommen. Von den 80 Teilnehmern haben sich nun immerhin 18 auf den Weg nach Kopenhagen gemacht. Theresa muss nicht darüber nachdenken, wieso sie den Trip auf sich genommen hat. «Wenn man ein gewisses Interesse an Menschen am anderen Ende der Welt hat oder auch darüber nachdenkt, selbst einmal Kinder zu bekommen, muss man handeln», sagt sie.

Handeln - über dieses Thema hat sich im «Klimazug» mittlerweile eine lebhafte Debatte entsponnen. Was kann jeder einzelne tun? Kippschalter an der Steckdose? Weniger Auto fahren? Christian studiert Gartenbau und setzt sich auch privat viel damit auseinander, was er zum Klimaschutz beitragen kann. Er fährt möglichst viel Fahrrad und versucht, beim Einkauf lokale Produkte klimaintensiven Übersee-Produkten vorzuziehen. «Man tut, was man kann», sagt er achselzuckend.

Die 19-jährige Laura aus Hagen meint, dass auch von der Politik viel mehr kommen müsste - Anreize für klimafreundliches Konsumieren und Sanktionen für klimaschädliches Verhalten. Das Vertrauen in Politiker scheint jedoch gering zu sein. Zu wenig glaubwürdig erscheinen den Jugendlichen Umweltminister, die sich nur in «dicken Limousinen» vorwärts bewegen oder zum Klimagipfel fliegen. Schließlich fahren sie selbst teilweise zwei Tage lang Zug, nur um einen Tag lang zu demonstrieren. Im dänischen Rodby werden vier zusätzliche Wagen angehängt. Die Klimaschützer packen ihre Sachen und machen sich auf den Weg in den anderen Zugteil - endlich sitzen. Samstag wird ein langer Tag in der Hauptstadt der Klimaschützer.

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