Drei Personen wurden in Gewahrsam genommen. Elf Polizisten wurden bei dem Einsatz verletzt. Auch eine unbekannte Zahl von jugendlichen Randalierern sowie drei Privatpersonen wurden verletzt.
Bereits um 20.55 Uhr wurde von den jungen, teilweise vermummten Randalierern ein erster Feuerwerkskörper an dem Autonomenzentrum Roten Flora gezündet. Später wurden von den rund 700 gewaltbereiten Jugendlichen mehrere Müllhaufen in Brand gesteckt. Gegen 23.00 Uhr bewarfen nach Polizeiangaben etwa 350 Randalierer die anrückenden Beamten mit Steinen, Flaschen und Böllern.
Die Polizei setzte Wasserwerfer und Schlagstöcke ein. Die Jugendlichen wurden durch die Straßen rund um die Rote Flora abgedrängt. Die Straßen in dem Viertel um den Linkentreff wurden unter Wasserwerfer-Einsatz geräumt. Gegen Mitternacht begann die Polizei damit, die Randalierer weitläufig nach und nach aus dem gesamten Schanzenviertel zu verdrängen. Im Umfeld setzten Randalierer daraufhin mehrere Container in Brand.
Insgesamt hatte die Polizei nach eigenen Angaben mehr als 2300 Beamte im Einsatz. Dabei erhielt die Hamburger Polizei Verstärkung aus Schleswig-Holstein, Bayern, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und von der Bundespolizei. Zur Bilanz der Krawalle gehörten zahlreiche Sachschäden. Unter anderem zertrümmerten Randalierer Scheiben an einer Sparkassenfiliale sowie an einem Supermarkt und einem Modegeschäft. Junge Leute zündeten zudem ein Auto an und demolierten eine Telefonzelle. Da Randalierer mehrfach auch auf Eisenbahnbrücken kletterten, wurde die Strecke zwischen Hamburg Dammtor und der S-Bahnstation Sternschanze für rund zwei Stunden für den Fern- und S-Bahnverkehr gesperrt.
Hamburgs Innensenator Heino Vahldieck (CDU) verurteilte die erneuten Straßenkrawalle am Sonntag. Diese seien durch 'nichts zu rechtfertigen', sagte er. 'Jeder Steinwurf auf einen Polizisten ist einer zu viel, jede eingeschlagene Schaufensterscheibe ist ein Akt sinnloser Zerstörungswut.' Die Deutsche Polizeigewerkschaft forderte nach den Krawallen erneut härtere Strafen für Gewaltdelikte gegen Polizeibeamte. 'Den Diskussionen müssen jetzt endlich auch die entsprechenden Rechtsnormen folgen', hieß es in einer Mitteilung. Die Hoffnung auf ein friedliches Schanzenfest hätten die Polizisten bereits aufgegeben. ' Wir müssen den Kopf dafür hinhalten - vermutlich auch nächstes Jahr', sagte der Landesvorsitzende der Polizeigewerkschaft Joachim Lenders.
Im Hamburger Schanzenviertel kommt es unter anderem nach dem Schanzenfest seit Jahren immer wieder zu schweren Krawallen. In der Nacht zum 1. Mai etwa waren bei Ausschreitungen zahlreiche Polizisten und junge Leute verletzt worden. Das diesjährige Schanzenfest war zwar von der Hamburger Innen- und der Stadtentwicklungsbehörde sowie dem zuständigen Bezirksamt Altona offiziell geduldet worden. Entgegen einer ursprünglichen Ankündigung hatte der Eigentümer der Roten Flora das Fest jedoch nicht angemeldet.
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